Ausland

«Eine Frage der Ethik»

Aktualisiert am 30.06.2011 6 Kommentare

Unter dem Eindruck der aktuellen Schuldenkrise zieht auch Silvio Berlusconi die Schuldenbremse. Die Regierung beschloss heute ein Sparpaket, das Italien wieder auf Kurs bringen soll.

Ehrgeiziger Budgetbeschluss: Giulio Tremonti und Silvio Berlusconi (rechts) heute in Rom.

Ehrgeiziger Budgetbeschluss: Giulio Tremonti und Silvio Berlusconi (rechts) heute in Rom.
Bild: Keystone

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Unter dem Eindruck der europäischen Schuldenkrise hat die Regierung von Silvio Berlusconi ein Sparpaket für Italien geschnürt. Bis 2014 soll das Land ein praktisch ausgeglichenes Budget haben.

«Ohne Disziplin gibt es keine Entwicklung», sagte Berlusconi heute an die Adresse der Märkte nach einer Regierungssitzung in Rom. Und sein Finanzminister Giulio Tremonti ergänzte, ein ausgeglichenes Budget sei keine technische Angelegenheit, sondern eine Frage der Ethik und der Aufrichtigkeit.

Brüssel muss noch absegnen

Weder Berlusconi noch Tremonti bestätigten die genaue Höhe der geplanten Einsparungen. Nach Angaben aus Kreisen der Regierung dürften sie aber in der Grössenordnung von 47 Milliarden Euro liegen. Schon für 2011 und 2012 hatte die italienische Regierungen ein Sparpaket über 25 Milliarden Euro beschlossen.

Damit könnte Italien seine Verpflichtungen gegenüber Brüssel einhalten und das Haushaltsdefizit auf 0,2 Prozent des Bruttoinlandprodukts reduzieren. Das Sparpaket muss noch vom Parlament verabschiedet werden. Der grösste Teil der Massnahmen betrifft die Jahre 2013 und 2014. Geplant sind etwa ein Lohnstopp im öffentlichen Dienst und Rentenkürzungen. (mrs/sda)

Erstellt: 30.06.2011, 21:57 Uhr

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6 Kommentare

Antonio Andreano

01.07.2011, 00:04 Uhr
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Nach langer Zeit für einmal wieder ein ziemlicher cleverer Schachzug Berlusconis und seines Adlaten. Die über 50 Mrd. Franken, welche gespart werden, werden so aufgeteilt, dass die Bevölkerung unter der jetzigen Regierung praktisch nichts spürt (glaube weniger als 2Mrd als Sparziel für 2011, 6Mrd in 2012?), aber mgl. künftig nachfolgende Regierungen sich riesigen Anforderungen ausgesetzt sehen.. Antworten


Alex Fankhauser

30.06.2011, 23:42 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Man sollte noch erwähnen, dass die Sparmassnahmen erst dann greifen, wenn er vermutlich gar nicht mehr im Amt ist. So schafft er es jetzt schon, die Nachfolgeregierung unbeliebt zu machen, da diese dann die Sparpläne umsetzen muss. Antworten




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