Ausland

«Es bräuchte grössere Mengen Sprengstoff, um ein Flugzeug zu gefährden»

Von Monica Fahmy. Aktualisiert am 08.07.2011 26 Kommentare

Der deutsche Sprengstoffexperte Horst Krause hält die jüngsten Warnungen vor menschlichen Bomben für ein Schauermärchen.

Es ist nicht unüblich, dass Metalldetektoren bei Passagieren angeben: Sicherheitskontrolle am Flughafen.

Es ist nicht unüblich, dass Metalldetektoren bei Passagieren angeben: Sicherheitskontrolle am Flughafen.
Bild: Keystone

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Die US-Regierung hat Fluggesellschaften vor möglichen Anschlagsversuchen gewarnt, bei denen Terroristen sich Bomben in den Körper einpflanzen lassen könnten. Dies berichtete die «Los Angeles Times». Damit wollten Terroristen die verstärkten Sicherheitskontrollen an den Flughäfen umgehen. Mit den bisherigen technischen Möglichkeiten sei unter die Haut implantierter Plastiksprengstoff nicht nachweisbar.

Der Sprengstoffexperte Horst Horst Krause vom Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT in Pfinztal, hält diese Warnungen für «ein Schauermärchen». Die Möglichkeit gebe es zwar theoretisch, sie sei aber mit grossem Aufwand verbunden und vom Effekt her fraglich. «Es bräuchte grössere Mengen Sprengstoff, um ein Flugzeug zu gefährden», sagt Krause zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet. «Die Möglichkeit Sprengstoff im Körper zu verstecken ist mengenmässig sehr begrenzt.»

Natürlich sei es möglich, sich Sprengstoff unter die Haut implantieren zu lassen. Doch bisher habe man davon noch nichts gehört. «Was bis jetzt bekannt ist, sind – analog zum Drogenschmuggel – die üblichen Verstecke in Körperöffnungen.» Und wenn jemand Sprengstoff runterschlucke, müsse man ihn schon durchleuchten lassen, sonst habe man keine Chance, etwas zu entdecken.

Metalldetektoren würden beim Zünder angeben

Auch wenn es einem Attentäter gelingt, mit implantiertem Sprengstoff an Bord zu gelangen – um Schaden anzurichten, muss der Sprengstoff zur Explosion gebracht werden. Die sei nur über eine elektronische Fernzündung möglich, sagt Krause. «Es geht eigentlich nur drahtlos, da Metalldetektoren herausführende Kabel entdecken würden». Zündinstrument und Bombe wären getrennt. Entweder habe jemand den Sprengstoff unter der Haut und jemand anderes den Zünder. Oder derjenige, der den Sprengstoff unter der Haut implantiert hat, habe noch ein Zündinstrument versteckt, etwa in einem Handy.

Mit einem Zündinstrument käme ein Attentäter kaum unbemerkt durch die Sicherheitskontrolle. Allerdings sei es nicht unüblich, dass Metalldetektoren bei Passagieren angeben, etwa bei Menschen mit Herzschrittmachern oder mit Schrauben geflickten Knochen. «Wenn jemand tatsächlich den Aufwand betreibt, sich Sprengstoff einpflanzen zu lassen, wird er auch ein gefälschtes ärztliches Zeugnis haben, falls der Metalldetektor angibt», so Krause. «Die Sicherheitsleute müssen die Guten von den Bösen unterscheiden.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.07.2011, 06:23 Uhr

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26 Kommentare

Daniel Wigger

08.07.2011, 07:11 Uhr
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Was der Experte meinte: Es bräuchte viel Sprengstoff, damit der Körper so zerplatzte, dass es das Flugzeug zerstörte. Knochen, Organe, selbst die Haut hält relativ viel von der Energie zurück. Natürlich kann man ein Flugzeug auch anderweitig gefährden (mit Messern z.B.), hier ging es jedoch um die Aussage der "menschlichen Bomben". Man vergleiche die Grösse eines Sprengstoffgürtels. Antworten


John Keller

08.07.2011, 06:42 Uhr
Melden 16 Empfehlung

Also werter Herr Krause, Terroristen scheuen keinen Aufwand, die machen alles, nur um die Ungläubigen zu töten und dem Westen zu schaden. Also reden Sie keinen Unsinn, bitte! Die Bemerkung mit dem Arztzeugnis besiegelt den wertlosen Bericht. Antworten




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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

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