«Euer Schicksal liegt in Euren Händen, vergesst das nicht»

US-Präsident Barack Obama hat in seiner ersten grossen Rede zum Thema Rassendiskriminierung auf die viel härteren Lebensbedingungen der Afro-Amerikaner hingewiesen.

Der amerikanische Traum muss für alle gelten»: US-Präsident Barack Obama.

Der amerikanische Traum muss für alle gelten»: US-Präsident Barack Obama.
Bild: Keystone

«Machen wir uns nichts vor: Die Schmerzen der Diskriminierung sind in Amerika noch immer zu spüren», sagte der erste schwarze US- Präsident zum 100-jährigen Bestehen der Bürgerrechtsorganisation NAACP. Trotz zahlreicher Fortschritte bestünden nach wie vor zu viele Barrieren, sagte er am Donnerstag in New York.

Afro-Amerikaner hätten immer noch sehr viel härtere Lebensbedingungen als Weisse, schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, landeten häufiger im Gefängnis und hätten ein grösseres Risiko, sich mit Aids zu infizieren. Schwarze hätten aber vor allem deutlich geringere Bildungschancen als Weisse.

«Wir brauchen eine neue Haltung»

Dies müsse überwunden werden. «Der amerikanische Traum muss für alle gelten», sagte Obama unter dem Jubel der Zuschauer. Am schlimmsten sei es aber, dass sich viele Schwarze mit ihrem Status als Bürger zweiter Klasse abgefunden und diese Rolle verinnerlicht hätten.

«Wir brauchen eine neue Mentalität, eine neue Haltung» der Afro- Amerikaner. Eltern müssten sich etwa darum kümmern, dass ihre Kinder in der Schule Erfolg hätten. «Niemand hat das Schicksal für Euch vorgezeichnet. Euer Schicksal liegt in Euren Händen, vergesst das nicht», sagte Obama.

Obama verwies in der Rede auf seine eigene Biografie. «Ich komme nicht aus einem reichen Haus», sagte der Präsident, dessen Mutter alleinerziehend war. «Ich hatte einigen Ärger als Kind. Mein Leben hätte leicht in die falsche Richtung gehen können. Aber meine Mutter hat mir Liebe gegeben, sie hat für meine Bildung gesorgt. Dank ihr hatte ich die Chance, das Beste aus meinen Fähigkeiten zu machen.»

Obama würdigte die schwarze Bürgerrechtsbewegung als wichtigen Wegbereiter für seine Laufbahn. Visionäre wie W.E.B. DuBois und Thurgood Marshall hätten entscheidend dazu beigetragen, ihm den Weg zur Präsidentschaft zu ebnen. (mbr/sda/ap)

Erstellt: 17.07.2009, 09:00 Uhr

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