«Freunde haben manchmal unterschiedliche Ansichten»

Aktualisiert am 18.03.2010

Der amerikanische Präsident Barack Obama richtet freundliche Worte an Israel – doch dahinter steckt eine glasklare Botschaft.

Bezüglich Siedlungspolitik uneinig: US-Präsident Barack Obama (rechts), Israels Premierminister Benjamin Netanyahu.

Bezüglich Siedlungspolitik uneinig: US-Präsident Barack Obama (rechts), Israels Premierminister Benjamin Netanyahu.
Bild: Reuters

Angesichts der jüngsten diplomatischen Verstimmungen zwischen den USA und Israel hat Präsident Barack Obama das besondere Verhältnis beider Staaten betont. «Israel ist einer unserer engsten Verbündeten», sagte Obama in einem Interview des Fernsehsenders Fox News.

«Das israelische Volk und uns verbindet ein besonderes Band, das nicht verschwinden wird. Aber Freunde haben manchmal unterschiedliche Ansichten», sagte er am Mittwoch dem rechtskonservativen Sender.

Clinton krebste zurück

So sei es für die Friedensbemühungen im Nahen Osten nicht hilfreich gewesen, dass Israel während des Besuchs von Vizepräsident Joe Biden den Bau von 1600 Siedlungswohnungen in Ost-Jerusalem bekanntgegeben habe, kritisierte Obama. «Es besteht Uneinigkeit in der Hinsicht, wie wir diesen Friedensprozess voranbringen können.»

Zuvor hatte bereits US-Aussenministerin Hillary Clinton versöhnlichere Töne angeschlagen und die US-Sicherheitsgarantien für Israel bekräftigt. Auch sie erklärte, zwischen den USA und Israel bestünden unzertrennbare Bande. Heute Donnerstag ist die Aussenministerin zu Gesprächen über den Nahost-Konflikt in Moskau eingetroffen. Am morgigen Freitag steht ein Treffen des Nahost-Quartetts auf dem Programm.

Mitchell verschob Reise

Auch Israel übte sich in Schadensbegrenzung: «Niemand ist an irgendwelchen Spannungen interessiert», sagte Präsident Schimon Peres. Deshalb sollten beide Seiten schnell zu einer Verständigung kommen.

Wegen des Streits über die Siedlungen hatte der US-Sondergesandte George Mitchell seine Reise in die Region verschoben. Mitchell soll die indirekten Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern moderieren.

Die Palästinenser verlangen den Verzicht auf den Bau der Wohnungen in Ost-Jerusalem, das ihnen als Hauptstadt des angestrebten Staates dienen soll. Israel betrachtet dagegen ganz Jerusalem als seine unteilbare Hauptstadt. (oku/sda)

Erstellt: 18.03.2010, 10:07 Uhr

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