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Gebannt blicken die USA nach Florida

Aktualisiert am 01.02.2012

Im US-Bundesstaat Florida findet die Vorwahl im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur statt. Favorit Mitt Romney hofft auf eine Vorentscheidung. Umfragewerte sprechen für ihn.

1/12 Konnte mehr Stimmen auf sich ziehen: Mitt Romney feiert seinen Sieg in den Primärwahlen von Florida im Tampa Convention Center. Er erzielte nach Auszählung von rund 98 Prozent der Stimmzettel einen Anteil von 46 Prozent der Wählerstimmen. (31. Januar 2012)
Bild: Keystone

   

Viele Anhänger der Republikaner trauen ihm am ehesten zu, Barack Obama aus dem Weißen Haus zu verteiben: Mitt Romney. (Video: Reuters )

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Die US-Republikaner haben in Florida die bislang bedeutensten Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei abgehalten. Rund vier Millionen republikanische Parteimitglieder waren in dem bevölkerungsreichen US-Bundestaat am Dienstag zur Stimmabgabe aufgerufen. In Umfragen hatte der Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, zuletzt deutlich vor seinem Rivalen Newt Gingrich gelegen.

Gingrich versuchte am Wahltag, das Blatt doch noch zu seinen Gunsten zu wenden. Nur ein «solider Konservativer» wie er könne Präsident Barack Obama bei den Wahlen im November schlagen, bekräftigte der Ex-Chef des Repräsentantenhauses dem TV-Sender Fox News. Mit einem «moderaten» Kandidaten wie Romney würden die Republikaner scheitern. Gingrich erklärte, den bislang zersplitterten konservativen Wählerblock in den kommenden Wochen hinter sich vereinen zu wollen. «In diesem Fall wird Gouverneur Romney beginnen, richtig schlimm zu verlieren», sagte er.

Vorsprung von 13 Prozent für Romney

Romney zeigte sich bereits vor dem Urnengang siegesgewiss. «Mit einer Beteiligung wie dieser beginne ich zu fühlen, dass wir gewinnen könnten», rief Romney rund 1500 begeisterten Anhängern zu, die sich am Montag in einem Park in Dunedin versammelt hatten. In seiner Rede machte sich der Ex-Gouverneur über Gingrich lustig, der «nicht wirklich glücklich» sei und erfolglos versuche, zu ihm aufzuschliessen. Die Menge quittierte die Worte mit einem mitleidigen «Ohhh». Am Montagabend stimmte ein entspannter Romney sogar vor Rentnern eine patriotische Hymne an.

Der Webseite realclearpolitics.com zufolge hatte der Ex-Gouverneur vor den Vorwahlen im Schnitt einen Umfragevorsprung von 13 Prozentpunkten. Eine am Montag veröffentlichte Erhebung der Suffolk University für den Lokalsender 7NEWS sah Romney sogar 20 Prozentpunkte vor Gingrich. Keine Chancen wurden dem christlich-konservativen Ex-Senator Rick Santorum und dem texanischen Abgeordneten Ron Paul eingeräumt.

Wählbarkeit in der breiten Bevölkerung

An den sogenannten Primaries durften ausschliesslich republikanische Parteimitglieder teilnehmen. Die Wahlen in dem mit 19 Millionen Einwohnern viertgrössten Bundesstaat der USA gelten als wichtige Weichenstellung für den weiteren Verlauf des Nominierungsprozesses. Die offizielle Kandidatenkür findet auf dem Parteitag der Republikaner im August statt.

Weil die Republikaner in Florida eigenmächtig den Wahltermin vorgezogen hatten, wurden dem Bundesstaat die Hälfte der Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag entzogen. Immerhin entsendet Florida aber noch 50 der 2286 Delegierten, die der Vorwahl-Sieger alle für sich verbuchen kann. Viel wichtiger aber ist, dass der Gewinner seine Wählbarkeit in der breiten Bevölkerung unter Beweis stellt: Anders als der kleine Agrar-Staat Iowa, das liberale New Hampshire oder das erzkonservative South Carolina, wo bereits Vorwahlen stattfanden, gilt Florida als Abbild der ganzen Nation.

«Der positivste Typ unter den Bewerbern»

In einem Wahllokal in der Innenstadt von Miami waren Romney-Anhänger stark vertreten. «Ich habe für Romney gestimmt, weil er der positivste Typ unter den Bewerbern ist», sagte der 22-jährige Steve Avila, der ein Praktikum bei einer Finanzfirma absolviert. «Und ich denke, dass seine Erfahrung als Geschäftsmann genau das ist, was wir jetzt in unserem Land brauchen.» Die 42-jährige Brenda Spencer gab ihre Stimme ebenfalls dem Ex-Gouverneur, weil dieser «viel energischer» als Gingrich sei. (jak/bru/sda)

Erstellt: 01.02.2012, 00:03 Uhr

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