Ausland

Häuserkrise zwingt Amerikaner in Zeltstädte

Weil sie ihr Zuhause verloren haben, sind Tausende Menschen in den USA in Zeltstädte ohne Strom und Wasser gezogen – und täglich werden es mehr. Jetzt reagiert der Bürgermeister von Sacramento.

Die Zeltstadt von Sacramento diese Woche. Quelle: Reuters.

Die Zeltstadt in Sacramento

Hunderte von Menschen haben ihre einfachen Campingzelte auf den Wiesen rund um die kalifornische Hauptstadt Sacramento aufgestellt, nachdem sie wegen der Hypothekenkrise ihre Häuser räumen mussten. Als Erstes berichtete der Fernsehsender ABC letzte Woche über die Zeltstadt, in der damals rund 300 Menschen lebten. Die «NZZ am Sonntag» zeigte am letzten Wochenende ein Bild aus der Zeltstadt und schrieb, dass täglich 50 neue Bewohner hier ihr Zelt aufstellen.

Viele der Anwohner seien Menschen, die noch vor sechs Monaten ein gewöhnliches Mittelklasseleben führten. «Es sind ganze Familien hier, nicht nur Männer, die ihre Frauen verlassen haben und sich betrinken», zitiert ABC den Leiter einer lokalen Obdachlosenstelle. «Ganze Familien, drei, vier, fünf Menschen auf einmal.»

Die Anwohner müssen umziehen

Der Bürgermeister von Sacramento reagierte heute auf die unerwünschte internationale Medienaufmerksamkeit. «Diese Menschen leben in unmenschlichen Verhältnissen, wie Flüchtlinge in der dritten Welt», sagte Kevin Johnson ABC. Er wolle die Zeltstadt schliessen, weil sie auf öffentlichem Land stehe, ohne Zugang zu sanitären Anlagen. Ausserdem könne die Wiese, die in der Nähe eines Flusses steht, überflutet werden. Er will den Obdachlosen jetzt einen anderen Ort anbieten, an dem sie Zugang zu Toiletten, Strom und Wasser haben.

Die Zeltstadt vor Sacramento ist jedoch nicht die Einzige in den USA. Über ein Dutzend solcher Städte seien in den letzten Monaten entstanden, schreibt die «Times». Dazu kommen all jene Städte, die sich Lösungen ausgedacht haben, bevor eine Zeltstadt entstehen konnte: So bietet beispielsweise die kalifornische Stadt Santa Barbara den Obdachlosen einen Parkplatz an, auf dem sie in Wohnwagen hausen können. In Kalifornien leben aufgrund des milden Klimas besonders viele Obdachlose. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.03.2009, 12:57 Uhr

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12 Kommentare

Paula Gerber

19.03.2009, 13:39 Uhr
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Das ist das wahre Gesicht des masslosen Kapitalismus in einem Land, dass stolz darauf ist und gleichzeitig ander Länder erpresst. Sei es aus wirtschaftlichen oder aus politischen Gründen, bei der scheinbar die Demokratie und Freiheit verbreitet werden soll. So doof wie die Leute sind, so tief werden sie fallen. Antworten


Helena Müller

19.03.2009, 13:07 Uhr
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Langsam aber sicher driften wir vielleicht der Möglichkeit entgegen, dass sich bald niemand mehr ein Haus leisten kann und somit alle draussen wohnen..... Und die Städte stehen leer.... Eine interessante Vorstellung. Mann/Frau stellt sich vor, dass sich die Dinge halt grundlegend verändert sollten, wollen wir nicht die absolute Perversität anpeilen. Ich gehe einig mit @Ellen und @Nadine. Antworten


Ellen Braun

18.03.2009, 16:06 Uhr
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Nächsten-Liebe ist SELBST - Liebe. Wann beginnt die Menschheit zu begreifen, dass es nur eine wahre Rendite gibt, die man mit Geld erzielen kann, nämlich den Reichtum aus der Herzensfreude heraus zu teilen, damit Ausgewogenheit, Gleichgewicht entsteht. Ist es nicht an der Zeit, die Einheit hinter allem zu erkennen. Mein und Dein muss fallen gelassen werden. Teilen ist ein Akt des Friedens. Antworten


Eric Greney

18.03.2009, 15:08 Uhr
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Tatsache ist ganz einfach, dass das Neoliberale System genau so wenig funktioniert wie der Kommunismus. Das Alles Privatisieren ist genau so zerstörerisch wie das alles verstaatlichen. Der Markt kann sich selber nicht regulieren, er braucht Schranken. Nicht zu viele aber auch nicht zu wenige. Das richtige Mass ist aber schwierig zu finden......... Antworten


Hans Zweifel

18.03.2009, 14:57 Uhr
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Die USA, das Land mit dem besten politischen und wirtschaftlichen System auf dieser Welt leben es uns vor! USA! USA! USA! Antworten


Felix Wirz

18.03.2009, 14:32 Uhr
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@Herbert Berger - Was hält Sie davon ab, nach Russland oder noch besser nach Nordkorea auszuwandern? Da gibt es jede Menge Kommunismus. Viel Spass. Antworten


Herbert Berger

18.03.2009, 13:22 Uhr
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Alle die bis jetzt gegen den Sozialstaat und für die schrankenlose alles lösende und heilige freie Marktwirtschaft waren und es immer noch sind, sollen doch mal ins gelobte Land fahren und sich die Verhältnisse vor Ort anschauen und am Leben dort teilnehmen. Wetten, dass selbst der härteste SVPler plötzlich sozial veranlagt zurückkommt? Antworten


Nadine Binsberger

18.03.2009, 13:08 Uhr
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Absurd. Menschen zelten draussen während Häuser leerstehen. Das ist das Ergebnis von freier Konkurrenz und einer unsichtbaren Hand, die angeblich alles von selbst so regelt, dass es uns allen gut geht. Nicht einmal Planwirtschaft bringt solche Szenen hervor. Ökonomische Entscheide sind mindestens so wichtig wie politische. Deshalb sollten sie genauso direktdemokratisch gefällt werden. Antworten


René Bodenmann

18.03.2009, 12:41 Uhr
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Die (hoffentlich) alte Doktrin, dass sich der Markt selber regelt ist leider bittere Wahrheit geworden. Jetzt ist es offensichtlich wer die Opfer sind. Es sind nicht die neoliberalen Gesundbeter, sonder der einfachen Arbeiter. Es braucht einen Markt der nach Möglichkeit Opfer verhindert und im schlimmsten Fall auffängt. Somit braucht es Staat und Wirtschaft, die sich selber vernünftig reguliert. Antworten


Hans Zimmerli

18.03.2009, 12:34 Uhr
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Das wird in der Schweiz auch so kommen. Es gibt schon viele Zeltplätze, wo Menschen das ganze Jahr wohnen. Der Staat will das aber nicht, denn der Staat und die Wohneigentümer wollen Wohnungen vermieten und Steuern eintreiben.Die Wirtschaft und der Staat/Banken lehnen jede Verantwortung der Arbeitslosen ab. Sie stellen ihr Recht über ihre Pflicht. Antworten


Ronnie König

18.03.2009, 12:18 Uhr
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Und genau dies haben wir mit Neoliberalismus vorher den weniger Privilegierten im Süden angetan. Nun triffts auch langsam die Reichen. Lernen wir daraus etwas? Glaube leider nein. Schön ist das den Amis peinlich. Aber es wird nicht lange so sein. Die werden sich anstrengen und aus der Misere rauskommen. Aber wie? Antworten


Rene Meier

18.03.2009, 12:15 Uhr
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Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. Das ist der Beweis. Antworten



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