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Halb Chicago sträubt sich gegen Olympia

Aktualisiert am 02.10.2009 11 Kommentare

Mit einem grossen Auftritt weibelt Barack Obama in Kopenhagen für die Vergabe der Olympischen Spiele in seine Heimatstadt. Doch die verweigert ihm wütend die Gefolgschaft.

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Gross ist die Party in Rio nach dem Entscheid des IOC.
Bild: Reuters

   
Am Dienstag eskalierte die Lage: Anti-Olympia-Demonstranten kämpfen mit der Polizei.

Am Dienstag eskalierte die Lage: Anti-Olympia-Demonstranten kämpfen mit der Polizei. (Bild: Keystone)

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16.7%

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Vergabe heute in Kopenhagen

Ab 18.10 Uhr stimmen die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees in Kopenhagen über die Kandidaturen ab.

Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtet live aus Kopenhagen.

Barack Obama, seine Frau Michelle und die befreundete Talkshowkönigin Oprah Winfrey: Sie sind mit grossem Tamtam nach Kopenhagen gereist, um die Stadt am Michigansee für die Olympischen Spiele 2016 zu empfehlen. Mit dabei haben sie Richard Daley, den Bürgermeister von Chicago, der aufgeregt auf den Zuschlag und die damit verbundenen Investitionen hofft.

«Wenn es uns gelingt, die Olympischen Spiele nach Chicago zu holen, so ist das ein weiterer Meilenstein auf unserem Weg nicht nur zu einer grossartigen amerikanischen Stadt, sondern auch zu einer grossartigen Weltstadt», hatten Obama und Daley an einer Informationsveranstaltung zur Kandidatur dem Publikum begeistert zugerufen.

«Ein tiefer Graben durch die Stadt»

Doch die Bürger zuhause sind weitaus weniger begeistert als der eifrige Daley, wie heute der Publizist Edward McClelland im Online-Politmagazin «Salon» schreibt. «Die Menschen weigern sich, noch mehr zu bluten für diese Spiele, die ein reines Prestigeprojekt für Daley sind», so McClelland, der ebenfalls in Chicago lebt und zurzeit an einer Biografie über Barack Obamas frühe Jahre schreibt. Es gehe «ein tiefer Graben durch die Stadt» – zwischen der glamourösen Elite und den einfachen Bürgern, die mit Strassengewalt, maroder Infrastruktur und korrupten Behörden zu kämpfen hätten.

Eine Umfrage der «Chicago Tribune» stützt McClellands Aussage: Die Stadt ist zweigeteilt. 47 Prozent gaben gegenüber der Lokalzeitung an, die Olympischen Spiele in die Heimat holen zu wollen; 45 Prozent sind gegen das Projekt. Vor zwei Tagen wurden in der Innenstadt sechs Demonstranten festgenommen, die gemeinsam mit anderen eine Olympia-Fahne verbrennt und Organisatoren angegriffen hatten. Inzwischen ist die Anti-Olympia-Gemeinde mit der Webseite «Chicagoans for Rio» sogar auf dem Internet vertreten.

«So läuft das einfach ab in Chicago»

Nach Darstellung von McClelland haben die Einwohner von Chicago die Nase voll von Korruption und Insidergeschäften ihrer Eliten. Bürgermeister Daley hat als jüngstes Beispiel diesen Sommer das Parksystem der Stadt an eine private Firma vergeben, zu der er freundschaftliche Beziehungen pflege. Seither hätten sich die Parkgebühren verdoppelt, so McClelland. «Die Bürger haben den Verdacht, dass das olympische Dorf, das Bad, die ganzen Anlagen alle zu horrenden Preisen von Kumpanen des Bürgermeisters gebaut werden» bilanziert McClelland. «So läuft das einfach ab in Chicago.» Die Rechnung, so fürchten die Menschen, zahlen sie.

Auch die Tatsache, dass Barack Obama die Kandidatur so intensiv unterstützt, sorgt in den USA für Kritik. In verschiedenen Medien schreiben Journalisten, viele von Obamas frühen Förderern in dessen Heimatstadt hätten Beziehungen zur Immobilienbranche und Tourismusindustrie in Chicago. «Falls er mit der Kandidatur Erfolg hat, geht er ein grosses Risiko ein», schreibt das «Time Magazine». «Er könnte mit Missmanagement und Verschwendung in Verbindung gebracht werden – oder gar mit tatsächlicher Korruption.» (oku)

Erstellt: 02.10.2009, 15:05 Uhr

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11 Kommentare

Frank Hofer

02.10.2009, 16:40 Uhr
Melden

Hat jetzt da nicht irgendwann einer gemeint die Chinesen missbrauchen die Spiele fuer politische Zwecke? Es wird ja wohl nicht sein, dass unsere Amigos dasselbe tun, oder? Antworten


Mîchael Brunner

02.10.2009, 15:31 Uhr
Melden

laura r.@ Was ist die Alternative, Leute die nicht arbeiten möchten gibt es viele, muss man nicht unbedingt unterstützen. Haben Sie in diesem Fall lieber den Komunismus. Der hatte arbeit für jeden und eine gaaaaanz kleine Elite und keinen Mittelstand und viele politische Gefangene. Wenn das Ihre Vorstellung ist, dann gute Nacht Schweiz. Antworten



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