Hier hat ein Verschmähter einen Freund gefunden
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Die internationale Gemeinschaft müsse mit Teheran im Bemühen um Frieden im Nahen Osten in Kontakt bleiben statt das Land zu isolieren, sagte Lula nach einem Gespräch mit dem iranischen Staatschef Mahmoud Ahmadinejad in Brasilia. Er verteidigte Irans Recht auf die zivile Nutzung der Atomkraft und forderte einen neuen Umgangston mit Teheran.
Ahmadinejad erklärte an einer Pressekonferenz, sein Land werde weiterhin versuchen, die Technik zur Urananreicherung zu verbessern, wenn es den Stoff nicht angereichert im Ausland kaufen könne. Der Staatschef steht nach seiner umstrittenen Wiederwahl im Juni, den anschliessenden Massenprotesten der Opposition und der Auseinandersetzung um das Atomprogramm unter grossem Druck und ist auf der Suche nach internationaler Legitimation. Mit Brasilien empfing ihn eine aufstrebende Wirtschaftsmacht mit rund 190 Millionen Einwohnern, die gute Beziehungen zu den USA, Europa und auch Israel unterhält.
Zusammenarbeit?
Am Sonntag hatte Ahmadinejad, der bei seinem ersten Besuch in Brasilien mit einer Delegation von rund 200 iranischen Geschäftsleuten anreiste, er könne sich auch im Bereich des Atomprogramms eine Zusammenarbeit der beiden Länder vorstellen. Die Vorteile der Nukleartechnologie zu nutzen sei kein Privileg der reichen Länder.
Brasilien verfügt über die siebtgrössten Uranvorkommen der Welt und reichert den Stoff für sein eigenes Atomprogramm an. Einen Verkauf von angereichertem Uran - der auch als Grundstoff einer Atombombe dienen kann - an den Iran oder andere Länder hat Brasilien jedoch ausgeschlossen. Der Iran steht im Verdacht, sein Nuklearprogramm auch für die Entwicklung von Atomwaffen zu nutzen. Teheran weist dies zurück.
500 Menschen demonstrieren vor Ahmadinejads Ankunft
In Rio de Janeiro demonstrierten am Sonntag rund 500 Menschen gegen den Besuch Ahmadinejads. Am Ipanema-Strand versammelten sich zu dem Protest Gruppen von Homosexuellen, Künstlern, Christen, Juden sowie mehrere Holocaust-Überlebende. Ahmadinejad hat den Holocaust mehrfach infragegestellt und die Vernichtung Israels gefordert. Zudem, wie er im Interview mit Globo TV wiederholte, betrachtet er Homosexualität als widernatürlich. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 23.11.2009, 23:57 Uhr

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