Ausland

Startseite · Abo · Immobilien · Job · Auto · Kleinanzeigen

Homo-Ehen, Abtreibung und die Bibel

Von Philipp Löpfe. Aktualisiert am 04.01.2012 57 Kommentare

Opportunist, religiöser Fundamentalist oder liberaler Extremist – das sind die Sieger der Primärwahlen von Iowa bei den Republikanern. Einer der drei könnte der nächste US-Präsident werden.

1/6 Gewinnt dank acht Stimmen: Der ehemalige Gouverneur von Massachusetts Mitt Romney gestern Abend in Iowa. (3. Januar 2012)
Bild: AFP

   

Artikel zum Thema

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Mitt Romney hat die Primärwahlen in Iowa gewonnen, hauchdünn vor Rick Santorum und Ron Paul. Für welche Politik stehen diese drei Männer?

Die drei Fragezeichen

Romney ist ein sehr erfolgreicher Manager mit einem Vermögen in dreistelliger Millionenhöhe. Er ist ein ebenso erfolgreicher Opportunist: Einst hat er Abtreibung gutgeheissen und die Klimaerwärmung als ernsthafte Bedrohung bezeichnet. Unter dem Druck der christlichen Fundamentalisten und der Tea Party hat er beides widerrufen. Zudem ist er Mormone und hat einmal seinen Hund auf einem Familientrip nach Alaska auf das Dach seines Autos gebunden.

Santorum ist der Enkel eines italienischen Einwanderers, der in einer Kohlemine geschuftet hat. Er vertritt damit grundsätzlich die wichtigste Wählergruppe der Republikaner: weiss, männlich, untere Mittelschicht. Santorum ist streng katholisch und kommt bei den christlichen Fundamentalisten gut an.

Paul galt bis vor kurzem noch als Spinner: keine Notenbank, eine minimale Armee und eine völlig abgespeckte Regierung. Das sind seine Forderungen. Fünf Ministerien will Paul gänzlich streichen, die anderen massiv verkleinern. Er will, dass sich die USA von der Aussenwelt praktisch wieder vollständig zurückziehen und auf Gold gestütztes Privatgeld einführen. Kurz: Paul will die Vereinigten Staaten in eine Art neoliberales Nordkorea verwandeln.

Ultrarechte bahnen sich den Weg

Die USA haben hohe Schulden, eine untragbar hohe Arbeitslosigkeit, eine zerfallende Infrastruktur und ein Bildungssystem, das sich international nur noch knapp im Mittelfeld befindet. Auch die Amerikaner müssen sich mit den Folgen der Klimaerwärmung befassen und sich auf ein digitales Zeitalter vorbereiten. Doch worüber streiten sich die Präsidentschaftskandidaten? Über Homo-Ehen, Abtreibung und die Bibel. Das ist, wie Thomas Friedman in der «New York Times» schreibt, zwar alles sehr unterhaltsam, aber völlig irrelevant. In der «Financial Times» bezeichnet Jeffrey Sachs die Ausmarchung der Republikaner als einer Art «USA sucht den Superstar» für Erwachsene, als eine bizarre TV-Show im Reality-Format.

Präsident Barack Obama hat derweil viel von seiner Popularität eingebüsst. Die Republikaner – einst eine gutbürgerliche Partei wie hierzulande die FDP – sind ins ultrarechte Eck gerückt. Das bedeutet, dass heute ein Mann, der noch vor kurzem als unwählbarer Extremist gegolten hätte, der nächste Präsident der USA werden könnte. Eine nicht sehr komfortable Aussicht. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.01.2012, 13:26 Uhr

57

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

57 Kommentare

Daniel Huber

04.01.2012, 13:52 Uhr
Melden 54 Empfehlung

"Paul will die Vereinigten Staaten in eine Art neoliberales Nordkorea verwandeln." Was für eine tendenziöse und unobjektive Aussage! Ron Paul hat als Libertarier etwa gleichviel gemeinsam mit dem nordkoreanischen Stalinismus wie die SVP mit der SP! Des Weiteren sieht er, wie er in einem Interview sagte, in der Schweiz mit ihrer direkten und födarilisten Demokratie ein Vorbild für die USA. Antworten


Werner Lauterbach

04.01.2012, 15:04 Uhr
Melden 43 Empfehlung

Ich würde Ron Paul wählen Er will, dass sich die USA von der Aussenwelt wieder vollständig zurückziehen. Etwas besseres könnte uns gar nicht passieren, als von diesen Schwachköpfen endlich Ruhe zu haben. Antworten



Ausland

Populär auf Facebook – Privatsphäre

AKTUELLE KADERSTELLEN

Marktplatz

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Jobs

Jobs, in die man sofort wechseln will!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.