Ausland

Kanada und EU streiten um Robbenjagd

Aktualisiert am 03.11.2009

Wegen des EU-Importverbots für Robbenprodukte hat Kanada die Welthandelsorganisation WTO eingeschaltet.

Wie weit der Tierschutz gehen darf, ist umstritten: Robbe.

Wie weit der Tierschutz gehen darf, ist umstritten: Robbe.
Bild: Keystone

Der kanadische Handelsminister Stockwell Day sagte in Ottawa, Kanada habe bei der WTO formell Konsultationen in dieser Frage beantragt. Kanada argumentiert, dass Robbenfang wirtschaftlich legitim sei und dass das EU-Verbot weder wissenschaftlich begründet sei noch auf Fakten basiere. Fischereiministerin Gail Shea betonte, Kanada werde sich gegen die Desinformationskampagne von Robbenschützern wehren. Sie betonte, die Robbenjagd werde genau überwacht und entspräche humanitären Standards.

Das EU-Verbot soll im August 2010 in Kraft treten. Dem Beschluss der EU-Staaten zufolge dürfen in Europa dann keine Robbenprodukte mehr auf den Markt gebracht werden, es sei denn, sie stammen von den arktischen Ureinwohnern Inuit, die keine kommerzielle Robbenjagd betreiben. Das Verbot gilt für sämtliche Waren, darunter auch Öle, Häute und Tran.

Trotz massiver Proteste von Tierschützern werden an der kanadischen Ostküste des Landes jährlich bis zu 300'000 Robben getötet. Im vergangenen Jahr machte der Handel mit EU-Ländern etwa 2,5 Millionen kanadische Dollar (2,4 Millionen Franken) aus. (vin/sda)

Erstellt: 03.11.2009, 06:56 Uhr


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