Klienten betrogen: Anwalt Ed Fagan verliert seine Lizenz

Der Amerikaner, der einst die Klagen von Holocaust-Überlebenden gegen Schweizer Grossbanken initiierte, darf in New Jersey nicht mehr praktizieren. Er hat Gelder von Klienten veruntreut.

Bereits zweite Lizenz verloren: Der einstige Staranwalt Ed Fagan.

Bereits zweite Lizenz verloren: Der einstige Staranwalt Ed Fagan. (Bild: Keystone)

Fagan darf im Bundesstaat New Jersey nicht mehr als Anwalt tätig sein. Er wurde vom höchsten Gericht des amerikanischen Teilstaates für schuldig befunden, Gelder von Klienten veruntreut zu haben, wie US-Medien am Mittwoch berichteten.

Das Urteil vom Dienstag ist das vorläufig letzte Kapitel im Abstieg des einstigen Staranwaltes, der 1996 die Klagen von Holocaust-Überlebenden gegen die Schweizer Grossbanken initiierte. Fagan hatte damals in der Schweiz mit dem Nachtwächter Christoph Meili zwar medienwirksame Auftritte, die auch international für Schlagzeilen sorgten. Im Gericht in New York wurde der Einzelkämpfer aber schnell von renommierteren Kanzleien aus dem Scheinwerferlicht gedrängt. Am Ende der Verhandlungen wurde er mit einer kleinen einstelligen Millionensumme pauschal abgespiesen.

Bereits im Dezember vergangenen Jahres wurde Fagan die Anwaltslizenz in New York entzogen. Fagan wurde auch dort Fehlverhalten im Umgang mit Guthaben seiner Kunden vorgeworfen.

Überforderter Anwalt

2005 hatte die Abteilung für Rechtsethik in New Jersey eine Untersuchung gegen den Anwalt aufgenommen. Laut Aussagen ehemaliger Partner und Klienten überforderte sich der Anwalt regelmässig. Er fehlte bei Verhandlungen oder vertrat lieber eigene Interessen statt die seiner Klienten.

Klienten, die Fagan vernachlässigt hatte, weil er zu stark mit dem Thema Nachrichtenlose Konten aus der Nazi-Zeit beschäftigt war, klagten den Anwalt auf Millionensummen ein und gewannen vor Gericht. Im Februar 2007 musste der einstige Staranwalt vor einem Gericht in Florida seinen Bankrott erklären.

Schlagzeilen statt Erfolge

Fagan sorgte zwar auf dem internationalen Parkett für Schlagzeilen, juristische Erfolge konnte er jedoch kaum verbuchen. Auf Reisen in Österreich 2005, wo er sich als Anwalt für die Opfer des Bergbahnunglückes von Kaprun andiente, wurden seine Kontakte zu einer minderjährigen Prostituierten publik.

Menschenrechtsorganisationen in Südafrika, mit denen Fagan Klagen von Apartheid-Opfern vor US-Gerichte bringen wollte, entschieden sich nach Fagans wirren Auftritten in den Vorverhandlungen für den solideren Konkurrenten Michael Hausfeld.

Fast wie ein Witz mutete Fagans vorläufig letzte Klage an: Im Namen von zwei Bewohnern eines Dorfes in Rumänien verklagte er den Autoren der Kino-Satire «Borat», Sacha Baron Cohen. Auch da blitzte er schnell ab. (oku/sda)

Erstellt: 25.06.2009, 08:53 Uhr

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