Knatsch um Schmerzgrenze für Iran-Krieg
Aktualisiert am 28.12.2011 32 Kommentare
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Seit nunmehr zwei Monaten sorgen die Hinweise, dass der Iran den Bau einer Atombombe vorantreiben könnte, weltweit für Nervosität. Mehrere Länder haben den Staat bereits mit Sanktionen belegt; Saudiarabien hat gar angedeutet, im Falle einer iranischen Nuklearwaffe gleichziehen zu wollen. Die Verunsicherung über den tatsächlichen Stand von Teherans Atomprogramm hat aber auch zu Spannungen zwischen Alliierten geführt.
Die Beziehungen zwischen Israel und den USA haben in den vergangenen Wochen stark gelitten. Der Grund: Während Israel laut über einen Militärschlag gegen den Iran nachgedacht hat, waren die Vereinigten Staaten lange Zeit eher zurückhaltend. Laut dem Magazin «The Daily Beast» sollen die beiden Staaten nun aber über die Festlegung gemeinsamer Auslöser für eine militärische Intervention diskutieren. Dabei will Israel neue Erkenntnisse über den Stand des Atomprogramms haben.
Rote Köpfe über Panettas Äusserungen
Die Definition der sogenannten «red lines» – jener Grenzen, die vom Iran überschritten werden müssen, damit einer der Staaten einen Präventivschlag gegen das Atomeinrichtungen einleitet – scheint dringend nötig. Besonders seit Beginn des Monats hat die unterschiedliche Auffassung der Iran-Problematik für erhebliche Unstimmigkeiten zwischen Israel und den USA gesorgt. Als Verteidigungsminister Leon Panetta Israels Säbelrasseln als Gefahr für den Nahen Osten bezeichnete, sorgte er in Jerusalem für rote Köpfe. An der angesäuerten Stimmung, die dort seither herrscht, konnte auch sein CBS-Interview, in dem er einen US-Militärschlag als mögliche Option beschrieb, nichts mehr ändern.
Israels Botschafter in Washington, Michael Oren, platzierte eine formelle Beschwerde bei der US-Regierung. Diese bemühte wiederum mit der Versicherung, man man habe sehr wohl eigene «red lines» im Bezug auf den Iran ausgearbeitet, die Wogen zu glätten.
Iranische Bodenproben gesammelt
Vor wenigen Wochen sollen sich die beiden Regierung laut «The Daily Beast» nun in Washington zu Verhandlungen getroffen haben. Dabei präsentierte Israel neue Informationen seines Geheimdienstes bezüglich des iranischen Atomprogramms. Die Auswertung von Bodenproben, welche in der Nähe der Atomanlagen gesammelt wurden, sollen zeigen, dass der Bau eines geheimen Reaktors für die Produktion von waffenfähigem Plutonium weiter fortgeschritten sei, als bisher von den USA angenommen.
Teil der Spannungen zwischen Israel und den USA basieren nämlich auch auf den unterschiedlichen Ansichten, was den Stand des Atombombenbaus der Iraner betrifft. Während sich beide Länder einig waren, dass der Iran das Atomprogamm 2003 nach dem US-Einmarsch im Irak auf Eis legte, glaubt Israel – entgegen verschiedener Berichte des US-Geheimdienstes – dass Teheran die Bemühungen um Nuklearwaffen 2005 wieder aufgenommen hat. Ebenfalls soll es Differenzen geben, was die Gewichtung des jüngsten IAEA-Berichts zu Iran betrifft.
Israel will nicht frühzeitig warnen
Ein gemeinsamer Nenner wird nötig sein, damit die beiden Staaten einheitliche «red lines» ausarbeiten können. Wie schnell sie sich auf diese einigen, bleibt derweil fraglich. Barack Obama versucht immerhin schon seit 2009, Benjamin Netanyahu dazu zu bewegen, den USA im Falle eines Angriffs auf den Iran frühzeitig Bescheid zu geben. (kpn)
Erstellt: 28.12.2011, 19:25 Uhr
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32 Kommentare
Das ist genau das, was die schwer angeschlagene Weltwirtschaft jetzt noch braucht: Einen (völkerrechtswidrigen)
Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran. Mit nachfolgendem Flächenbrand im nahen Osten und einem Ölpreis von 200-300 Dollar pro Fass. 2012 lässt grüssen...
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«Seit nunmehr zwei Monaten sorgen die Hinweise, dass der Iran den Bau einer Atombombe vorantreiben könnte, weltweit für Nervosität. » Wohl lediglich bei gewissen Medien. Das ganze wurde bereits als heisse Luft enttarnt - nicht, dass das die USA und Israel stoppen würde. Im Übrigen hat Saudi Arabien, das nuklear bewaffnete Israel als Grund genannt, dass es sich auch Nuklearwaffen zulegen könnte. Antworten
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.


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