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Koran-Verbrennung: Pastor hat von der Justiz wenig zu befürchten
Aktualisiert am 09.09.2010 24 Kommentare
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Die von einem anti-islamischen Pastor im US-Staat Florida für Samstag geplante Koranverbrennung fällt nach Angaben von Rechtsexperten unter den Schutz der Meinungsfreiheit. Ausschlaggebend sei, ob Pastor Terry Jones von der Glaubensgemeinschaft Dove World Outreach Center mit seiner Aktion eine Meinung ausdrücken wolle oder ob er damit beabsichtige, Menschen zur Gewalt anzustiften, erklärt Juraprofessorin Ruthann Robson von der Universität von West Virginia. In ersterem Fall stehe Jones mit seinem Vorhaben, Koran-Schriften am Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 zu verbrennen, unter dem Schutz der Meinungsfreiheit, die im ersten Zusatz (First Amendment) der US-Verfassung garantiert ist.
Er wolle mit der Aktion auf dramatische Weise seinem Glauben Nachdruck verleihen, dass der Koran böse sei, weil dieser Gewalt und Radikalismus begünstige, sagt Jones, dessen Kirchengemeinde in der Stadt Gainesville etwa 50 Mitglieder hat. Der Pastor hat angekündigt, trotz Kritik an seinem Vorhaben festhalten zu wollen. Neben dem Weissen Haus haben unter anderem der Vatikan, muslimische Gruppen und der Nato-Oberbefehlshaber in Afghanistan, David Petraeus, die geplante Aktion verurteilt.
Nicht illegal
Doch auch wenn die Koranverbrennung von vielen Menschen als beleidigend empfunden würde, ist die Aktion nach amerikanischem Recht voraussichtlich nicht illegal. Jegliches Gesetz, das Jones von seinem Vorhaben abhalten sollte, würde vom Obersten Gerichtshof der USA als verfassungswidrig erklärt, wie der Juraprofessor Steven Schwinn von der Universität von Chicago sagt.
Mehrere bedeutsame Urteile des Obersten Gerichtshofs fielen zugunsten des Rechts auf freie Meinungsäusserung aus. Im Jahre 1989 wurden Gesetze in zahlreichen US-Staaten, die die Schändung der US-Flagge verbieten, ausser Kraft gesetzt. Hintergrund war ein Protest vor dem Parteitag der Republikaner in Dallas, bei dem amerikanische Flaggen verbrannt wurden. 2003 erklärte die höchste Instanz im amerikanischen Justizsystem ein Gerichtsurteil im US-Staat Virginia für ungültig, das im Zusammenhang mit dem Ku-Klux-Klan gefällt wurde. Ob es illegal sei, ein Kreuz in Brand zu setzen, hänge davon ab, ob die Ku-Klux-Klan-Mitglieder mit ihrer Aktion jemanden einzuschüchtern versucht hätten.
Ärger mit den örtlichen Behörde
Falls Pastor Jones am Samstag sein Vorhaben in die Tat umsetzt, könnte er dennoch Ärger mit den örtlichen Behörden bekommen, die ihm das Entfachen eines Feuers im Freien untersagt haben. Sollte Jones die angekündigte Koranverbrennung umsetzen, wird er nach Behördenangaben wahrscheinlich eine Gerichtsvorladung wegen des Fehlens dieser Bewilligung bekommen.
US-Präsident Barack Obama hat die Koran-Verbrennung scharf verurteilt. «Das ist eine destruktive Geste», die «den Werten Amerikas völlig widerspricht», sagte Obama dem Fernsehsender ABC am Donnerstag in einem Interview. «Wissen Sie, das könnte schwere Gewalt an Orten wie Pakistan oder Afghanistan nach sich ziehen», fügte Obama hinzu.
Der US-Präsident zeigte sich besorgt um die Sicherheit der US-Soldaten: «Als Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte möchte ich (dem Pastor Terry Jones) sagen, dass sein Vorhaben unsere Männer und Frauen in Uniform im Irak und in Afghanistan wirklich gefährdet», sagte Obama. «Das ist ein Glücksfall für al-Qaida, um Leute anzuwerben.» (mrs/dapd)
Erstellt: 09.09.2010, 13:39 Uhr
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24 Kommentare
Wenn schon nur zum Protest vor einer Aktion, die noch gar nicht stattgefunden hat, amerikanische Flaggen und Terry-Jones-Puppen verbrannt werden und Staatschefs drohen, dann müssen wir uns eingestehen, dass wir wahrscheinlich ein grosses Problem mit den radikalen Islamisten haben... und wenn es nicht nur die radikalen Kräfte sind die protestieren, dann erst recht! Antworten
Zum Glück hab ich mich schon lange von Religionen verabschiedet, mit ihren dicken Bücher. Was wohl im Buch von diesem Pastor drinsteht? Ob er es überhaupt gelesen hat? Mal anwenden? Das Hauptquartier schweigt wie bei dem Priesterskandal. Ob verbrennen oder steinigen ob Mittelalter oder 100 Jahre davor ist mir egal. Bücherverbrennen hatten wir das nicht schon mal vor dem 2WK, mit welcher Relgion? Antworten
Es zerreist mir zwar das Herz wenn jemand Bücher verbrennt. Aber das Recht auf Meinungsfreiheit schätze ich dem Fall trotzdem als das höhere Gut ein, das es in einer freien Gesellschaft zu verteidigen gilt. Es scheint auch, dass die Dänen hier doch mehr Rückgrat hatten. Antworten
2007 fühlte sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen ARD veranlasst, die Verbrennung einer Bibel zu senden (sh. Youtube "Die Hardliner des Herrn"). Hat damals irgendjemand von wütenden Protesten christlicher Fanatiker gehört, von weltweiten Morddrohungen gegen den Regisseur, den Kameramann oder sonst jemanden? Nein? Wieso? Dürfen das nur die Anhänger des Koran? Antworten
ich finde diese aktion unnütz und gar schädlich und ich bin dagegen. allerdings müssen wir uns darüber im klaren sein, dass dies ein absolutes novum ist, während beinahe täglich von kreuze oder andere christliche symbole verbrannt und zerstört, ja sogar menschen gemeuchelt werden. all dies im namen des islam. dann ist das hier kindergeburtstag dagegen. Antworten
Die Amis konnten Gründe erfinden, um in den Irak einzumarschieren und einen ungerechtfertigten Krieg anzuzetteln. Jetzt könnte Obama dem Pastor Jones eine runterhauen und die Verbrennung einfach verbieten. Hat er denn überhaupt keine Macht? Hat er Angst vor den Fundis? Jeder Fundamentalist - egal welcher Religion er angehört - ist im Kern ein Terrorist. Also gelten Anti-Terror Gesetze. Antworten
Ich verstehe das Verbrennungsritual, auch wenn ich sonst nicht für Aug um Aug - Zahn um Zahn bin. Muslime sind rückwärtsgewandt bis tief ins Mittelalter und wollen sich nicht integrieren. Ihr Hass gegen die westliche Welt hat damit zutun, dass wir ihnen in fast allen Bereichen des Lebens haushoch überlegen sind. Lernen wollen sie nicht. Muslime, auch Katholiken sind abergläubische Auslaufmodelle! Antworten
Die Aktion dieses Pastors ist moralisch zu verurteilen. Selbst wenn er die Prinzipien, die im Koran gelehrt werden, nicht gutheissen kann, gibt es ihm nicht das Recht die Gefühle von Muslimen mit dieser Verbrennungsaktion absichtlich zu verletzen. Egal ob Koran, Bibel oder Talmud , der Respekt gegenüber anderen Religionen sollte zu einer fairen inhaltlichen Kritik führen, nicht zu Scheiterhaufen. Antworten
Meine Haltung zu Bücherverbrennungen ist eindeutig und unverrückbar, aus Liebe zum Buch und aus historischem Abscheu. Wünschte mir dennoch ein weltweites "Medienecho der Empörung", wenn in einem arabischen Land von aufgebrachten Muslimen wieder mal eben eine US-Flagge abgefackelt wird. Antworten
Die Muslime mögen den Koran für heilig halten, aber sie haben kein Recht, von Andersgläubigen zu verlangen, dass sie das auch tun. Die Warnungen Obamas unterstützen diese Extremisten und rechtfertigen gewalttätige Reaktionen geradezu. Man stelle sich einmal vor, wenn Obama z. B. sagen würde, dass Christenverfolgung in muslimischen Ländern zu Gewalt gegen Muslime in den USA führen könnte! Antworten
(1) Die Freiheit des einzelnen hört da auf, wo die Freiheit des anderen verletzt wird. Das gilt auch für die "Meinungsfreiheit", dies sollte auch im Bible-Belt angekommen sein. (2) Bücherverbrennungen erinnern automatisch an den Nazi-Terror der 30er Jahre. Das darf eine demokratische Regierung nicht zulassen. Proteste der US Regierung sind nicht genügend - diese Aktion muss verboten werden. Antworten
Endlich zeigt jemand Flagge in Amerika. Moslems verbrennen in Ihren Ländern auch Bibeln. Aber da protestiert keiner in Europa...Gefährdet sind wir hier, weil radikale Moslems machen können was sie wollen ( siehe Bürglen im Thurgau mit diesem Irren aus Kosovo. Mir reichts langsam mit unserm Multikulti Staat. wo der Zugewanderte mehr recht hat als ein Schweizer... Antworten
Es brannte auch schon die Flagge der Schweiz und die dänische. Der Zeitpunkt dafür ist hingegen deutlich fehl am Platz. Wobei die Frage ist, was dürfen die Andersgläubigen alles und was hat man umgekehrt nicht auch schon gemacht. Steinigung, Erhängen und Peitschenhiebe, alles geht mit Allah/Koran. Man gibt den Religionen zu viel Gewicht, dass muss sich ändern. Antworten
Diesem Herrn ist wirklich nicht mehr zu helfen. Auf der anderen Seite vermisse ich nach wie vor Proteste der islamischen Gemeinschaft gegenüber islamischen Extremisten. Ich werde das Gefühl einfach nicht los, dass mit dieser Religion etwas ganz und gar nicht stimmt. Antworten
Bedenklich, wie gewisse (leider immer grösser werdende) Teile Amerikas in ein obskures, faschismusnahes und bedenklich primitives Gedankengut abdriften. Rassistische Muslim-Anfeindungen selbst gegenüber Obama, die Erfolge der Tea-Party, jetzt die an Bücherverbrennungen erinnernde Koranverbrennung. Diese Nation befindet sich nicht nur wirtschaftlich sondern auch mental definitiv auf dem Abstieg. Antworten
Die ganze nicht-muslimische Welt vereint im vorauseilenden Gehorsam, verängstigt, weil 1 Mann 1 Buch verbrennen will. T. Jones führt vor Augen, wie Appeasement aussieht: das Krokodil füttern in der Hoffnung, dass es einen zuletzt frisst. Die Regierenden und ihre Helfer entschuldigen sich in corpore für ihre Untergebenen, die vor Gewalt, Feudalismus, Terror, Rückständigkeit nicht kuschen wollen. Antworten
Wenn irgend ein fanatischer Muslim eine Bibel verbrennt, den Papst beleidigt oder sonst irgendeine negative Äusserung macht ist das kein Problem. Aber wehe es wagt mal einer einen Koran anzuzünden, dann haben gleich alle Angst. Es ist sehr bedenklich wie sich heutzutage so mancher Zeitgenosse vor den Vertretern einer Religion fürchtet. Was ist mit den Errungenschaften der Aufklärung geschehen??? Antworten
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Tom Binder
Bücherverbrennung hatten wir dch schon mal... :-( Amüsant: Es gibt doch diesen Ex-Monty-Python, der ebenfalls Terry Jones heisst! Dieser hat aber in der Rolle eines Geistlichen (z.B. in "The Meaning of Life") trotzdem einen weitaus vernünftigeren Eindruck gemacht... :oJ REALSATIRE ÜBER ALLES!!! Antworten