Linke Nachbarn bestrafen Honduras
Als Reaktion auf die Krise in Honduras hat das lateinamerikanische Staatenbündnis der «Bolivarischen Alternative für unser Amerika» (Alba) Sanktionen gegen das Land beschlossen.
Die Entscheidung über Wirtschafts- und Handelssanktionen sei einstimmig gefallen, sagte Boliviens Staatschef Evo Morales am Freitag in Cochabamba. Er war Gastgeber eines Treffens des Alba- Bündnisses. Um welche Sanktionen es sich handelt, wurde zunächst nicht bekannt.
Ultimatum von Manuel Zelaya
Die Bemühungen um einen Weg aus der Krise in Honduras' Hauptstadt Tegucigalpa kamen derweil nicht weiter voran. Der weggeputschte Staatschef Manuel Zelaya wies ein Angebot von Übergangspräsident Roberto Micheletti zurück, wonach der Oberste Gerichtshof über seine Rückkehr ins Amt entscheiden sollte. Dieser Vorschlag sei «absolut inakzeptabel», sagte Zelayas Verhandlungsführer Victor Meza am Freitag. Zelaya gebe den Gesprächen noch zwei Tage Zeit und wolle den Dialog fortsetzen.
Kurz zuvor hatte Zelayas Aussenministerin Patricia Rodas gesagt, die Gespräche seien wegen der Unnachgiebigkeit der neuen Regierung gescheitert, weil diese die Rückkehr Zelayas ablehne. Zwischen seinem Lager und dem Übergangspräsidenten Roberto Micheletti gibt es unterschiedliche Auffassungen, wer über eine mögliche Rückkehr entscheiden soll. Zelaya will den honduranischen Kongress abstimmen lassen, Micheletti den Obersten Gerichtshof des Landes anrufen.
Zwar unterstützte der Kongress die Absetzung Zelayas. Abgeordnete haben jedoch signalisiert, jedes Verhandlungsergebnis zu billigen. Eine derartige Stellungnahme gibt es vom Gericht nicht, das vor dem Putsch Arresttage gegen Zelaya anordnete. Die Putschisten werden international nicht anerkannt. (oku/sda)
Erstellt: 17.10.2009, 07:47 Uhr











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