«Man hat die grosse Gefahr für Haiti gekannt»
Interview: Matthias Chapman. Aktualisiert am 13.01.2010
Seismologe am Schweizerischen Erdbebeninstitut: Stefan Wiemer.
Erdstoss in Haiti: Wissenschaftler in aller Welt erklären, was passiert ist. (Bild: Keystone)
Erdbeben Haiti
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Schweiz bietet Haiti Hilfe an
Die Schweiz hat Haiti nach dem schweren Erdbeben Nothilfe angeboten. Ein Soforteinsatzteam werde noch am Mittwochmorgen in Richtung Haiti aufbrechen, um die Bedürfnisse im Erdbebengebiet abzuklären, sagte Lars Knuchel, Sprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), in der Sendung «HeuteMorgen» von Schweizer Radio DRS. Auf Grund der Abklärungen der Spezialisten soll dann das weitere Vorgehen beraten und auch über einen allfälligen Einsatz der Rettungskette Schweiz entschieden werden.
Glückskette eröffnet Spendenkonto
Die Glückskette hat nach dem schweren Erdbeben der Stärke 7,3 in der Nacht auf Mittwoch ein Spendenkonto eröffnet. Man bereite sich gemeinsam mit den Schweizer Partnerhilfswerken vor, in den kommenden Monaten Unterstützung von der Nothilfe bis zum Wiederaufbau zu leisten, teilte die Glückskette mit. Haiti ist eines der ärmsten Ländern in Amerika. Die Glückskette finanziere mehrere Hilfsprojekte in diesem Land. Spenden können auf das Postkonto 10-15000-6 einbezahlt werden.
Herr Wiemer, man spricht oft von der grossen Gefahr eines Erdbebens am St. Andreas-Graben an der Westküste der USA. Jetzt gab es gewaltige Erdstösse auf Haiti. Kam das überraschend?
Nein, überhaupt nicht. Man hat die grosse Erdbebengefahr für Haiti gekannt.
Was ist passiert?
Auch in jener Region gibt es zwei grosse tektonische Platten, die amerikanische und die karibische. Man wusste, dass es da irgendwann zur Entladung einer grossen Spannung kommt. Und das ist nun passiert.
Wann gab es in der Region die letzten grossen Beben?
Es hat immer wieder starke Erdstösse gegeben. Nach meinen Recherchen waren da um 1860 und 1870 zwei grosse Beben. In den letzten hundert Jahren war es eher ruhiger. Darum wogen sich die Menschen wohl in falsche Sicherheit.
Warum fiel dieses nun (vermutlich) so verheerend aus?
Die Bruchlinie führt direkt unter stark besiedeltem Gebiet durch. Das Beben war flach, die Blattverschiebung erstreckt sich vermutlich über eine Länge von 50 - 60 Kilometern. Die Gebäude auf diesem Gebiet dürften eher schlecht gebaut sein, sodass viele Gebäude einstürzten, wie wir nun auf ersten Bildern sehen.
Wäre das bei einem Seebeben anders gewesen?
Ja, ganz sicher. Das hat man auch bei den jüngsten Beben in Asien gesehen.
Worin besteht ihre Arbeit nun?
Erst einmal hatten wir den grossen Erdstoss aufgezeichnet und in der Folge unmittelbar die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit in Bern (Deza) informiert. So können allfällige Rettungsaktionen in Angriff genommen werden. Wir arbeiten mit Modellen und können so das ungefähre Schadensausmass berechnen.
Und was sind die Resultate?
Dazu ist es noch zu früh. Wir werten die Daten noch aus. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.01.2010, 12:40 Uhr
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Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





