Mehr als 28'000 Tote im mexikanischen Drogenkrieg

Obwohl die mexikanische Regierung pausenlos gegen die Drogenkartelle kämpft, ist die Situation seit Jahren angespannt: Im Drogenkrieg sind mehr als 28'000 Menschen der Drogengewalt zum Opfer gefallen. Mit eingerechnet sind dabei nur die letzten vier Jahre.

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Ausgangspunkt der Zählung ist der Beginn eines verstärkten Vorgehens der Regierung unter Präsident Felipe Calderon gegen mexikanische Drogenkartelle im Jahr 2006. Insgesamt seien etwa 84'000 Waffen und Geld im Wert von 330 Millionen Pesos (knapp 20 Millionen Euro) beschlagnahmt worden, sagte der Direktor des mexikanischen Geheimdiensts, Guillermo Valdes, am Dienstag bei einem Treffen mit Calderon und Vertretern aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die Teilnehmer der Sitzung wollten Wege erarbeiten, die Strategie Mexikos im Kampf gegen Drogen zu verbessern.

Ein wichtiger Schlag gegen die Drogenmafia, gelang der mexikanischen Regierung Ende letzter Woche: Das mächtige Drogenkartell Sinaloa konnte weiter geschwächt werden. Nach der Tötung des ranghohen Führers Ignacio «Nacho» Coronel durch die Armee töteten Soldaten nun auch dessen Neffen und möglichen Nachfolger Mario Carrasco Coronel «El Gallo». Carrasco Coronel sei in der westmexikanischen Stadt Jalisco aufgespürt und von Soldaten getötet worden, als er sich seiner Festnahme widersetzt habe, teilte das Verteidigungsministerium am Freitag mit.

Nachfolge vereitelt

Durch den Tod von «El Gallo» (»Der Hahn») sei das Sinaloa-Kartell weiter geschwächt worden. Carrasco Coronel war demnach die rechte Hand seines Onkels «Nacho» Coronel im Westen des Landes. Aufrund seiner Stellung innerhalb des Kartells sei «El Gallo» einer der möglichen Nachfolger für den zuvor getöteten Drogenboss in der Führungsriege des Sinaloa-Kartells gewesen.

«Nacho» Coronel war am Donnerstag in der Stadt Guadalajara von Soldaten getötet worden. Dem Verteidigungsministerium zufolge widersetzte er sich seiner Verhaftung und wurde auf der Flucht erschossen.

Drogenbanden bekriegen sich gegenseitig

Coronel galt als enger Vertrauter des meistgesuchten mexikanischen Drogenbarons Joaquín «El Chapo» Guzmán. Nach Überzeugung der Behörden kontrollierte Coronel den Kokainhandel von Westmexiko über die nördliche Grenze in die USA.

In Mexiko tobt ein brutaler Kampf zwischen rivalisierenden Drogenbanden, die sich die lukrativen Schmuggelrouten in die USA streitig machen. Seit Beginn einer Regierungsoffensive gegen den Drogenhandel im Dezember 2006 starben rund 25'000 Menschen, allein in diesem Jahr waren es bislang 7000 Menschen. (mrs/dapd)

Erstellt: 03.08.2010, 22:41 Uhr

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