Mordkomplott wegen Karikatur: USA verhaften «JihadJane»

Aktualisiert am 10.03.2010

Wegen Mordplänen gegen den schwedischen Mohammed-Zeichner Lars Vilks ist in den USA eine Frau festgenommen worden. Die schwedischen Zeitungen reagierten darauf mit einer ungewöhnlichen Aktion.

1/3 Verhaftet: Colleen LaRose alias «Jihad Jane».

   

Die im Internet unter dem Pseudonym bekannte «JihadJane», die mit bürgerlichem Namen Colleen LaRose heisst, soll den Künstler ausspioniert haben, wie das US-Justizministerium am Dienstag mitteilte. Die Festnahme war bereits im vergangenen Oktober erfolgt. Für den Mord habe die 1963 geborene Frau einen «direkten Befehl» erhalten haben, hiess es in der Mitteilung der US-Behörden ohne nähere Angaben.

Die Frau sei daraufhin nach Europa gereist und habe das potenzielle Opfer über das Internet ausgekundschaftet, «mit dem Ziel, die Aufgabe zu Ende zu bringen.» Der Festgenommenen wird zudem vorgeworfen, im Internet Männer für Terroranschläge in Europa und Südasien angeworben zu haben. Im Fall ihrer Verurteilung droht der Frau lebenslange Haft.

Am Dienstag hatte die Polizei auch in Irland die Festnahme von vier Männern und drei Frauen wegen eines Mordplanes gegen Vilks bekanntgegeben. Der Schwede hatte 2007 eine Zeichnung von Mohammed als Hund veröffentlicht. Vilks sagte im Radio, er lasse sich durch die Drohungen nicht einschüchtern. Er will in seinem Haus in Südschweden wohnen bleiben. Er hatte nach eigenen Angaben im Januar zwei telefonische Todesdrohungen erhalten.

Schwedische Zeitungen reagieren

Nach der Aufdeckung des Mordkomplotts haben mindestens drei schwedische Zeitungen dessen umstrittene Mohammed-Zeichnung nachgedruckt. Das Bild, das den Kopf des Propheten auf dem Körper eines Hundes zeigt, erschien am Mittwoch in den Blättern «Sydsvenska Dagbladet», «Dagens Nyheter» und «Expressen».

Vilks Zeichnung erschien im August 2007 in Schweden. Das Terrornetzwerk al-Qaida setzte eine Prämie von 100'000 Dollar auf die Ermordung des Karikaturisten aus.

Sensibilisiert durch den Fall Westergaard

Dabei handelt es sich nicht um den ersten Fall eines Mordkomplotts gegen einen Mohammed-Karikaturisten. Der dänische Zeichner Kurt Westergaard war kurz nach dem Jahreswechsel nur knapp einen Mordanschlag in seinem Haus in Århus entgangen. Westergaard steht wie Vilks seit den Protesten in der islamischen Welt gegen seine Karikatur von Mohammed als Terrorist unter Polizeischutz. Sie wurde 2005 von der Zeitung «Jyllands-Posten» zusammen mit elf weiteren Zeichnungen veröffentlicht. (jak/sda/ddp)

Erstellt: 10.03.2010, 12:42 Uhr

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