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NSA-Programm Bullrun knackt auch Facebook und Hotmail

Der US-Geheimdienst NSA und sein britisches Pendant GCHQ sind in der Lage, verschlüsselte Onlinekommunikation zu knacken. Chiffrierte E-Mails oder Banküberweisungen sind keine Hindernisse.

Nichts ist vor den Geheimdiensten sicher: Computerspezialist bei der Arbeit.

Nichts ist vor den Geheimdiensten sicher: Computerspezialist bei der Arbeit. Bild: Reuters

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Die britischen und US-Geheimdienste sind nach Medienberichten in der Lage, verschlüsselte Kommunikation im Internet zu knacken. Gängige Verschlüsselungstechniken zur Chiffrierung von E-Mails, Banküberweisungen oder Telekommunikation seien für die National Security Agency (NSA) und ihren britischen Partnerdienst GCHQ keine Hindernisse, berichteten die Zeitungen «New York Times», «Guardian» und das stiftungsfinanzierte investigative US-Nachrichtenportal Propublica am Donnerstag.

Die Angaben stammen demnach aus geheimen Unterlagen vom Informanten Edward Snowden, die an die Medien weitergegeben wurden.

250 Millionen für geheime Partnerschaften

Selbst als sicher geltende Verschlüsselungstechniken stellen für die Geheimdienste demnach keine Probleme dar. So könnten NSA und GCHQ Chiffrierungssyteme wie VPN oder SSL mithilfe eines streng geheimen Programms namens Bullrun knacken und die Inhalte mitlesen, berichteten der «Guardian» und Propublica. Neben Supercomputern und Entscheidungen von Geheimgerichten helfen den Diensten demnach «geheime Partnerschaften» mit nicht namentlich genannten Technologieunternehmen.

Laut «Guardian» gibt die NSA jährlich 250 Millionen Dollar aus, um Einfluss auf die Produktentwicklung von Softwareunternehmen auszuüben. Die «geheimen Partnerschaften» ermöglichten es dem Geheimdienst, verborgene Zugänge in kommerzielle Verschlüsselungssoftware einzubauen. Die GCHQ sei so vermutlich in der Lage, in User-Accounts bei Hotmail, Google, Yahoo und Facebook einzudringen.

«Die NSA betrügt»

Der Experte für Verschlüsselungstechniken und Sicherheitsfragen, Bruce Schneier, bezeichnete die neuen Enthüllungen in seinem Blog als «explosiv». «Die NSA ist in der Lage, das meiste im Internet zu entschlüsseln» – und das nicht auf «mathematischem Weg», sondern «indem sie betrügt».

Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Snowden hatte durch die Veröffentlichung von Dokumenten zum Ausmass der Telefon- und Internetüberwachung durch die NSA Schlagzeilen gemacht. Er ist seit Mai auf der Flucht, die US-Justiz wirft ihm Spionage vor. Derzeit hält er sich in Russland auf, das ihm vorläufig für ein Jahr Asyl gewährt hat. (chk/AFP)

(Erstellt: 06.09.2013, 03:22 Uhr)

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