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New York entgeht haarscharf einem Attentat
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Am New Yorker Times Square ist in der Nacht auf heute ein Autobombenanschlag gescheitert. Spezialeinheiten fanden in einem Auto am Platz einen fehlgezündeten Sprengsatz. Die Stadt habe möglicherweise einen «sehr tödlichen Vorfall» verhindert, sagte der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg am frühen Sonntagmorgen vor Journalisten in New York.
Der Gouverneur des Bundesstaates sprach von einem Terrorakt. «Zum Glück wurde niemand verletzt», erklärte David Paterson. «Nun muss sich die gesamte Aufmerksamkeit der Stadt, des Staates und der Bundespolizeibehörden darauf konzentrieren, die Verantwortlichen dieses Terrorakts vor Gericht zu stellen», hiess es in der Erklärung.
Auto noch vor Ort
Die New Yorker hätten es der Polizei der Stadt und einem wachsamen T-Shirt-Verkäufer, der die Polizei rief, zu verdanken, dass nichts passiert sei. Der New Yorker Polizeichef Raymond Kelly sagte, Ziel der Bombe sei ein «grosses Feuer» gewesen. «Die Absicht war, ein grosses Flammenmeer auszulösen», sagte Kelly vor Journalisten.
Das Auto, in dem der nicht explodierte Sprengsatz entdeckt worden sei, werde zunächst vor Ort von Experten untersucht. Dann werde es für DNA-Proben und die Spurensicherung zu einer Polizeiwache gebracht, sagte der Polizeichef.
«Das war keine Kleinigkeit»
Die Strassen rund um den belebten Times Square waren zuvor geräumt worden, weil Rauch aus dem Nissan-Geländewagen aufgestiegen war. Nach Angaben von Polizeichef Kelly wurden in dem Auto drei Propangasbehälter, Feuerwerkskörper, zwei 19-Liter-Kanister mit Benzin sowie zwei Uhren mit Batterien und elektrischen Kabeln entdeckt. Auch eine schwarze Metallbox, wie sie zur Aufbewahrung von Waffen benutzt wird, sei sichergestellt worden.
Die Ermittler gehen Berichten nach, wonach jemand das Auto fluchtartig verlassen haben und weggerannt sein soll. Die Aufnahmen von Videokameras würden überprüft. Die Nummernschilder des Geländewagens gehörten offenbar nicht zu dem Fahrzeug.
IntelCenter: «Bedeutendes Terrorereignis»
Der versuchte Anschlag geht nach bisherigen Erkenntnissen der Behörden auf das Konto eines Einzeltäters. Derzeit gebe es keine Informationen, die auf etwas anderes als die «Tat eines Einzelnen» hinwiesen, sagte US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano am Sonntag dem Fernsehsender ABC.
Das auf die Beobachtung islamistischer Websites spezialisierte US- Unternehmen IntelCenter nannte den Bombenfund ein «bedeutendes Terrorereignis». Noch sei es allerdings zu früh zu sagen, ob radikale Islamisten mit Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida hinter der Tat stünden. Der Anschlag könne auch von einer regierungsfeindlichen US-Gruppe oder einem Einzeltäter ohne islamistischen Hintergrund geplant worden sein.
Beliebtes Touristenziel
Der Times Square ist eigentlich nur die Schnittstelle des Broadways mit der siebten Avenue in Manhattan. Der für seine Leuchtreklame berühmte Platz ist aber auch das Herz des Musical- und Theaterdistrikts und damit jede Nacht das Ziel Zehntausender New Yorker und Touristen.
Tausende Menschen kamen wegen der Sperrungen nicht in die Broadway-Theater oder in ihre Hotels. Auch nach sieben Stunden war der sonst zu den belebtesten Plätzen der Welt zählende Times Square noch menschenleer.
US-Präsident Barack Obama lobte den schnellen Einsatz der Sicherheitskräfte. Die Polizei hätte exzellente Arbeit geleistet, hiess es in einer vom Präsidialamt veröffentlichten Mitteilung. (oku/vin/afp/ddp/sda)
Erstellt: 02.05.2010, 06:33 Uhr
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