Obama bringt Washington den Notstand
Von Martin Kilian, Washington. Aktualisiert am 14.01.2009
Die Extrem-Massnahme garantiert, dass die Hauptstadt noch mehr Geld für die Extrem-Fete zu Ehren Obamas erhält. Wenngleich der Bund bereits 15 Millionen Dollar hingeblättert hat, um das Fest zu organisieren. Nun also noch mehr Zaster, doch auch Notstand!
Und wie: Schon warnte der bekannte Washingtoner Rechtsprofessor John Banzhaf, der gebeutelten Stadt könnten Diskriminierungsklagen von Frauen drohen – weil insgesamt nur 5000 portable Toiletten für die feiernden Millionen bereitgestellt würden. Frauen seien benachteiligt, da sie länger in den Toiletten verweilten und sich vor den Frauentoiletten mithin noch längere Schlangen als vor den Männertoiletten bilden würden. Sagt Banzhaf, der generische Klos ohne Geschlechterbezeichnung verlangt.
Es droht eine Toiletten-Klage der Frauen
Damit nicht genug ist auch anderweitig der Notstand ausgebrochen: Der Vorsitzende der schwarzen Bürgerrechtsorganisation NAACP im Südstaat Alabama stört sich an einer weiblichen Trachtengruppe aus Mobile, Alabama, den sogenannten «Azalea Trail Maids», deren Kostüme den Vorsitzenden fatal an die Zeiten der Sklaverei erinnern. Hmmm…..die Kleider der Truppe vermitteln tatsächlich ein wenig den alten Süden. «Vom Winde verweht» werden die Damen aus Mobile in der Parade mitmarschieren, jede eine potenzielle Scarlett O’Hara, woran auch der Einspruch des NCAAP-Vorsitzenden nichts ändern wird.
Soll er sich trösten: Neben den blumigen Scarletts segelt eine regelrechte Armada von Entertainern auf Washington zu, um die Obamas samt Millionen grandios zu unterhalten: Beyonce, Bruce Springsteen, Mary J. Blige, Faith Hill, Mariah Carey, Jay-Z, Stevie Wonder und viele viele mehr, darunter auch Mastodon, Metallica und weitere Heavy-Metal-Combos mit nicht jugendfreien Namen…nein, nein. War nur ein Scherz. Aber die metallfreien Entertainer kommen tatsächlich in Scharen.
Obamas Stiefgrossmutter kommt als Single
Als Single wird indes Obamas Stiefgrossmutter Sarah Obama erwartet. Aus Kenya reist die Oma an, im Gepäck als Geschenk unter anderem einen aus einem Ochsenschwanz gefertigten Fliegenwedel. Eigentlich wollte Grossmutter Obama dem Stiefenkel einen Speer samt Schild überreichen, die gestrengen Sicherheitsvorkehrungen des paranoiden Luftfahrtbetriebs schoben dem freilich einen Riegel vor. «Der Tag, auf den ich gewartet habe, ist endlich da…ich kann meinen Stolz nicht verbergen», sagte die alte Dame gerührt. Weiss sie denn nicht, dass sie geradewegs in Bushs Notstand fliegt? (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 14.01.2009, 09:16 Uhr



