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Obama entlässt McChrystal

Der amerikanische Präsident hat seinen Befehlshaber in Afghanistan entlassen. Doch die Nato-Spitze betont, McChrystals Strategie bleibe die richtige.

1/15 Hat eine neue Aufgabe: Stanley McChrystal wird am 23. Juli von der Armee verabschiedet.
Bild: Keystone

   

McChrystals Stellungnahme

«Heute morgen hat der Präsident meinen Rücktritt als Oberbefehlshaber der US- und NATO-Truppen in Afghanistan angenommen. Ich unterstütze die Strategie des Präsidenten in Afghanistan sehr und fühle mich unseren Koalitionstruppen, unseren Partnerstaaten und dem afghanischen Volk zutiefst verpflichtet. Aus Achtung vor dieser Verpflichtung - und aus dem Wunsch, einen Erfolg der Mission zu sehen - habe ich meinen Rücktritt eingereicht. Es war mir ein Privileg und eine Ehre, die Besten unseres Landes zu führen.»

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Barack Obama hat den Oberbefehlshaber der Nato-Truppen in Afghanistan, Stanley McChrystal, entlassen. Das sagte Obama persönlich um 19:40 Uhr Schweizer Zeit an einer Pressekonferenz vor dem Weissen Haus. «Heute habe ich General Stanley McChrystals Rücktrittsangebot angenommen», sagte der amerikanische Präsident zu den Journalisten im Rosengarten des Weissen Hauses.

Zuvor hatten sich Obama und McChrystal zu einem Krisengespräch getroffen. McChrystal verliess am Mittwochnachmittag noch vor der Sitzung des Kriegskabinetts des Präsidenten das Weisse Haus. Der General stieg wortlos in einen dunklen Wagen, der davon fuhr. Laut einem Mitarbeiter des Weissen Hauses, der anonym bleiben wollte, dauerte Obamas Gespräch mit McChrystal etwa eine halbe Stunde.

Nachfolger von McChrystal in Afghanistan solle der bisherige Chef des US-Zentralkommandos, David Petraeus, werden. Obama zog damit die Konsequenzen aus kritischen Kommentaren von McChrystal und seinen Beratern über die US-Regierung.

Nato: Strategie bleibt gleich

Auch nach der Entlassung von McChrystal werde die von der Nato geführte Afghanistan-Schutztruppe Isaf weiter nach dessen Strategie eingesetzt. Das erklärte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Mittwochabend in Brüssel zum Rücktritt des Generals. Rasmussen sagte, er habe von McChrystals Rücktritt Kenntnis genommen und danke diesem «für seinen Dienst für die NATO und für die enorme Anstrengung, die er in die Führung der ISAF investiert hat».

«Auch wenn er nicht mehr der Oberbefehlshaber sein wird, so bleibt die von ihm eingeführte Herangehensweise doch die richtige», heisst es in der Erklärung Rasmussens. «Die Strategie hat weiterhin die Unterstützung der Nato und unsere Streitkräfte werden sie weiter anwenden.»

Karzai setzte sich für McChrystal ein

Der afghanische Präsident Hamid Karzai hat sich vergeblich für McChrystal eingesetzt. Karzai habe in einer Video-Konferenz mit Obama am Dienstagabend sein Vertrauen in den General bekräftigt, sagte Karzais Sprecher Wahid Omar am Mittwoch. «Der Präsident glaubt, dass wir uns an einem sehr sensiblen Punkt unserer Partnerschaft befinden, im Kampf gegen den Terror und im Prozess der Stabilisierung Afghanistans», sagte Omar. «In diesem Prozess wäre ein Bruch nicht hilfreich.»

Der amerikanische Präsident hatte McChrystal bereits am Dienstag ein «schlechtes Urteilsvermögen» bescheinigt. Nach Angaben des Weissen Hauses war Obama «wütend» über die abfällige Kritik McChrystals an seiner Regierung. McChrystal war im Musikmagazin «Rolling Stone» mit scharfer Kritik an Vizepräsident Joe Biden und am US-Botschafter in Kabul, Karl Eikenberry, zitiert worden. Ein enger Berater des Generals wurde zudem mit der Einschätzung zitiert, dass McChrystal wenig von Präsident Obamas Afghanistan-Politik halte.

McChrystal hatte sich nach Bekanntwerden des Artikels umgehend entschuldigt. «Das war ein Fehler, der schlechtes Urteilsvermögen zeigt und der nie hätte passieren dürfen», erklärte der 55-Jährige. Er war am Mittwoch zu Obama ins Weisse Haus beordert worden, das Gespräch zwischen beiden Männern dauerte etwa eine halbe Stunde.

(oku/sda/dapd/)

Erstellt: 23.06.2010, 17:21 Uhr

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13 Kommentare

Barbara Grunder

24.06.2010, 08:20 Uhr
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Der einzige Wahnsinn!!! Es ist Krieg in Afgh.+ die Herren haben nichts Anderes zu tun, als sich über irgendwelche Aeusserungen zu nerven. Das Menschen umgebracht werden, von den Milliarden Kosten, ganz zu schweigen,der Aussichtslosigkeit dieses Krieges etc.etc., das interessiert kein "Schwein". Antworten


Juerg Suter

23.06.2010, 22:43 Uhr
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Ist der amerikanische Präsident nicht kritikfähig? Das "Bauernopfer" mag sich im Ton vergriffen haben, in der Sache aber scheint er, sieht man sich die Situation in Afghanistan an, recht haben. Antworten


Urs Gautschi

23.06.2010, 22:42 Uhr
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Mc Crystal hat bis heute den U.S.A. mehr gegeben als Obama, dessen Entscheidung unter Druck zu reagieren erzwungen ist. Eine schlechte Entscheidung! Mc Crystals Nachfolger, General Petraeus wird die momentane Oberhand der Allierten in Afghanistan nicht aufrecht erhalten können denn, er ist "nur" ein Wasserträger der Politiker welche das militärische Handwerk nicht verstehen. Antworten


Christoph Geiser

23.06.2010, 21:49 Uhr
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Vielleicht ist eher die Ungemach davor, was er noch alles hätte sagen können, der Grund für die Entlassung? Die Worte Omars deuten jedenfalls darauf hin, dass der General wohl nicht ganz so unrecht hat. Antworten


Frank Schmid

23.06.2010, 21:31 Uhr
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Zeigt einmal mehr wie schwaechlich und ohne Selbstbewusstsein der Oberschwaetzer Obama ist und keine Kritik vertragen kann. Selbst nie im Militaer gedient, aber die Kritik von einem erfahrenen General nicht akzeptieren. Einfach nur laecherlich. Antworten


Christoph Schaer

23.06.2010, 21:10 Uhr
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und wie Recht er hat. ich meine der General! Haette er eine diplomatischere Art unter vier Augen im Weissen Haus gewählt, haette er einen weiteren Phototermin gehabt. Nun weiss die ganze Welt, was der erfolgreichste General der letzten Zeit von diesem Krieg und dem Commander in Chief und seinem StV haelt. Der Druck wird auf den Präsidenten zunehmen; doch er hat ja Erfahrung im Community Service... Antworten


Alexej Buergin

23.06.2010, 21:09 Uhr
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Offenbar war McChrystal sein Job weniger wichtig als der Wunsch, dass das Volk die Meinung des Militärs über den Oberbefehlshaber weiss. Nachdem er diesen verraten (betray) hat, wird er durch einen General ersetzt, der nach Aussage der Aussenministerin auch schon "Betray-us" praktiziert hat. Morgen wird sich Obama wohl wieder dem Golf widmen (Spiel mit Ball und Schläger, nicht Golf von Mexiko). Antworten


Keller Gerhard

23.06.2010, 20:45 Uhr
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General der US-Armee wird man auch wegen fachlicher Qualifikationen. McCrystal fühlte sich verarscht von Biden welcher ihm die für den Job dringend notwendigen Truppen nicht zugestan und damit unnötige Risiken für seine unterdotierten Männer schuf. Seine Bemerkungen waren Hilfeschreie eines Frustrierten. Gelernt wurde daraus nichts und es wird weiter schöne Worte über die "Fortschritte" geben. Antworten


Ernst Pauli

23.06.2010, 20:22 Uhr
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Unglaublich, was sich hier einige Kommetatoren und Besserwisser erlauben. Obama hat uns neue Wege nach Bush aufgezeigt, die wohl für die ganze Welt vernünftiger sind. Dass die Republikaner in den USA, ähnlich wie die unsägliche SVP-Kopie in der Schweiz, mit allen Mitteln versucht, diesen ehrlichen Mann kaputt zu machen, ist logisch. Es geht ja um Geld und Macht. Tschau Welt, tschau Vernunft... Antworten


Roland Moser

23.06.2010, 19:36 Uhr
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Und wie verstehen wir jetzt den Rauswurf des Generals? Dass der Ton wichtiger ist als die Botschaft? Antworten


philipp glanzmann

23.06.2010, 19:08 Uhr
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viele worte sind einfach wie luft, es braucht luft zum leben aber, aber das alleine reicht auch nicht Antworten


Hans Abbühl

23.06.2010, 19:02 Uhr
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Präsident Obama ist in letzter Zeit auffällig oft wütend, ein untrügliches Zeichen für die eintretende Schwäche der amerikanischen Regierung. McChrystal wird entlassen oder selber gehen, es wird auf alle Fälle gemütlicher als in Afghanistan, er kann darüber froh sein. Beruflich wird er sofort unterkommen, und das erst noch besser dotiert als beim Staat. Antworten


ruedi iseli

23.06.2010, 18:36 Uhr
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selbst wenn mccrystal recht hat mit seinen doch happigen aussagen gibt es nur eine lösung für obama und das ist eine aufforderung für des generals rücktritt. alles andere wäre ein schwächegeständnis des weissen hauses. Antworten



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