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Obama hätte BP-Chef schon gefeuert

Aktualisiert am 08.06.2010

Der amerikanische Präsident Barack Obama greift das Krisenmanagement des Chefs des britischen Ölkonzerns heftig an. Und kommt zugleich selbst unter Druck.

Bei der US-Regierung in Ungnade gefallen: BP-Chef Tony Hayward in einer britischen TV-Sendung.

Bei der US-Regierung in Ungnade gefallen: BP-Chef Tony Hayward in einer britischen TV-Sendung.
Bild: Reuters

US-Kongress befragt Hayward

Der Chef des Ölkonzerns BP, Tony Hayward, wird in der kommenden Woche erstmals vor einem Ausschuss des US-Kongresses zu dem Ölunfall im Golf von Mexiko Stellung nehmen. Hayward wird am 17. Juni in einem Unterausschuss des Repräsentantenhauses erwartet, wie am Dienstag in Washington bekannt wurde. Thema der Anhörung ist die Rolle von BP bei dem Unglück auf der Bohrinsel «Deepwater Horizon» und der nachfolgenden Ölkatastrophe. Es wird erwartet, dass es einige scharfe Fragen von Abgeordneten zu diesen Themen geben wird.

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Obama kritisiert das Krisenmanagement von BP-Chef Tony Hayward bei der Ölpest im Golf scharf. Wäre er Haywards Vorgesetzter, hätte er ihn längst gefeuert, sagte Obama am Dienstag in einem Interview mit dem US-Sender NBC. «Für mich würde er nach all diesen Äusserungen nicht mehr arbeiten», sagte der amerikanische Präsident. Er spreche derzeitz mit allen Betroffenen, um herauszufinden, «wem wir in den Hintern treten müssen», sagte er zu NBC. Er selbst sei schon vor einem Monat am Unglücksort gewesen, «als diese Quasselstrippen sich noch gar nicht um den Golf gekümmert haben».

Der Präsident bezog sich dabei auf eine Reihe von Statements, die dem BP-Chef viel Kritik einbrachten. Zum einen hatte Hayward zu Beginn der Ölkrise die möglichen Folgen als «sehr moderat» verharmlost. Zum anderen hatte er angesichts der Dauerbelastung beim Krisenmanagement in einem Interview gesagt: «Ich will mein altes Leben zurück», was vielfach als geschmacklos kritisiert worden war.

Obama steht schlechter da als Bush

Obama sagte der NBC weiter, dass er seit Beginn der Krise nicht mit Hayward persönlich gesprochen habe. «Wenn man mit jemandem wie einem BP-Chef spricht, bekommt man all die richtigen Worte zu hören», sagte Obama. «Es geht mir aber nicht um Worte, es geht um Taten.»

Die Reaktion der US-Regierung auf die Ölpest wird derweil von der Bevölkerung kritisiert: Einer Umfrage von ABC News und der «Washington Post» zufolge sind 69 Prozent mit dem Krisenmanagement Obamas nicht einverstanden. Damit steht der Präsident noch schlechter da als sein Vorgänger George W. Bush bei der Bewältigung der Folgen von Hurrikan «Katrina» im August 2005. Damals beurteilten 62 Prozent der Bürger den Umgang als negativ. (cpm/afp)

Erstellt: 08.06.2010, 16:59 Uhr

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