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Obama mit Baseballschläger verärgert Türken
Aktualisiert am 07.08.2012 56 Kommentare
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Stein des Anstosses: Das Foto, das Barack Obama in seinem Büro beim Gespräch mit dem türkischen Premier Erdogan zeigt. (Bild: White House)
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Er hätte es eigentlich besser wissen müssen: Schon 2009 hatte Barack Obama Ärger mit Israel, weil er beim Telefonat mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanyahu die Füsse lässig auf den Tisch legte. Diesmal ist es der Baseballschläger, den der US-Präsident im Büro stehen hat, der die Gemüter erregt.
In der Türkei sorgt nämlich ein Foto für Wirbel, das Obama während eines Telefonats mit Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan mit ebendiesem Baseballschläger in der Hand zeigt. Damit wolle Obama wohl die Botschaft vermitteln, dass er den Türken «den Kopf einschlagen» wolle, erklärte der Oppositionsabgeordnete Muharrem Ince laut Medienberichten. Die Regierung Erdogan habe sich zum «Gehilfen der Imperialisten im Nahen Osten» machen lassen, kritisierte Ince in Anspielung auf die engen türkisch-amerikanischen Beziehungen.
Da hilft es auch nicht, dass der Baseballschläger die Unterschrift eines legendären Spielers trägt, wie «Spiegel online» weiss.
«Ein Ausdruck der engen Beziehungen»
Das Foto war Ende Juli während eines Telefonats zwischen Obama und Erdogan zum Thema Syrien entstanden. In der Türkei wird die Haltung des US-Präsidenten nun von Nationalisten als Zeichen mangelnden Respekts kritisiert. Erdogan selber versuchte zwar laut «Spiegel online» umgehend, die Gemüter zu besänftigen: Obama sei ein Freund, dem es nie an Höflichkeit oder Respekt fehle, soll er gesagt haben. Und das Weisse Haus bezeichnete das Bild als Ausdruck der engen Beziehungen zwischen beiden Ländern – nur deshalb habe man es überhaupt veröffentlicht.
Türkische Kolumnisten nehmen die Affäre nun zum Anlass für nicht ganz ernst gemeinte Tipps an Erdogan: Nächstes Mal solle er auch etwas in der Hand haben, wenn er Obama anrufe, schrieb der Kolumnist Ahmet Hakan – zum Beispiel ein Nudelholz, einen Pantoffel oder einen Gürtel.
Im Jahr 1999 hatte ein Bild, das den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton und den amtierenden Ministerpräsidenten Bülent Ecevit im Oval Office zeigte, ähnliche Reaktionen ausgelöst. Damals war kritisiert worden, der lässig auf einer Sofalehne sitzende Clinton habe Ecevit wie einen Bittsteller behandelt. (fko/AFP)
Erstellt: 07.08.2012, 15:49 Uhr
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