Ausland

Obamas Gesundheitsreform erhält ungewollte Brisanz

Aktualisiert am 28.12.2009

In den USA starb der Musiker Vic Chesnutt an einer Überdosis Medikamente. Angehörige gehen von einem Suizid aus. Kürzlich gab der Gelähmte an, die Arztrechnungen nicht mehr bezahlen zu können.

Der 45-jährige Musiker mit der hohen Stimme und der ebenso rauen wie poetischen Lyrik starb am ersten Weihnachtsfeiertag in Athens (US-Bundesstaat Georgia). Die «Washington Post» berichtete am Sonntag unter Berufung auf einen Sprecher der Hinterbliebenen, dass Chesnutt sich mit einem Mittel zur Muskelentspannung wohl das Leben nehmen wollte. Das Magazin «Rolling Stone» zitierte die Twitter-Nachricht einer Freundin, Kristin Hersh: «Noch ein Selbstmordversuch, sieht schlecht aus, Koma.»

Chesnutt war auf den Rollstuhl angewiesen, seit er im Alter von 18 Jahren mit Alkohol am Steuer einen Autounfall hatte. In einem Interview der «Los Angeles Times» klagte er vor Kurzem, dass er nicht mehr wisse, wie er seine Arztrechnungen begleichen solle.

Kein Geld mehr für Arztrechnung

«Ich habe immer gezahlt, aber jetzt habe ich nichts mehr und weiss einfach nicht, was ich tun soll.» Es mache ihn so wütend, dass die in Washington debattierte Gesundheitsreform nicht vorankomme, sagte er der Zeitung im Dezember.

Trotz der Lähmung, die sich bis in die Arme erstreckte, setzte Chesnutt sein Gitarrenspiel fort und wurde Ende der 80er-Jahre vom Sänger der Rockgruppe R.E.M., Michael Stipe, entdeckt. Stipe produzierte seine ersten beiden Alben, «Little» und «West of Rome». Es folgten elf weitere, die letzte mit dem Titel «Skitter on Take-Off».

Anfang Dezember war Chesnutt noch im Echo Park von Los Angeles aufgetreten, in der New Yorker Carnegie Hall war er zuletzt im März zu hören. (cpm/ap)

Erstellt: 28.12.2009, 08:51 Uhr

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