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Obamas attraktive Verbündete

Von Walter Niederberger. Aktualisiert am 22.02.2012 6 Kommentare

Kamala Harris, die Staatsanwältin von Kalifornien, ist nicht nur tough und attraktiv, sondern auch erfolgreich. Soeben hat sie den Banken einen Hypothekenvergleich abgerungen.

1/7 Zwei, die sich gut verstehen: Kamala Harris mit Barack Obama auf dem San Francisco International Airport.
Bild: Keystone

   

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Sie hätte einen milliardenschweren Hypothekenvergleich mit den Banken zum Scheitern bringen können. Als Generalstaatsanwältin von Kalifornien, dem von der Immobilienkrise am schwersten getroffenen US-Bundesstaat, hatte Kamala Harris es in der Hand. Doch sie entschied sich anders, bekniete die Banken monatelang, holte weitere Konzessionen heraus und erzürnte mit ihrem eigenmächtigen Vorgehen die Kollegen in anderen Bundesstaaten. Am Schluss winkte der Hauptpreis: 12 Milliarden Dollar aus dem Bankenvergleich fliessen nach Kalifornien – fast so viele wie alle anderen Bundesstaaten teilen müssen.

Die Art und Weise, wie die vor gut einem Jahr gewählte Staatsanwältin ihre persönlichen Ambitionen mit den Interessen Kaliforniens verbindet, irritiert und fasziniert zugleich. Kritiker im rechten politischen Lager werfen ihr vor, nicht immer mit offenen Karten zu spielen. Ihr Urteilsvermögen im Bankenvergleich sei dadurch beeinträchtigt worden, dass ihr Schwager eine Topposition im US-Justizministerium innehabe. Sie gefalle sich als Politstar, kritisierte die «Los Angeles Times». Der letzte Woche besiegelte Bankenvergleich sei ein billiger Theatercoup gewesen.

Unzimperlich und erfolgsorientiert

Doch insgesamt fällt das Urteil positiv aus. Die 47-jährige Harris steht für eine neue Generation von Karrierefrauen, welche die Politik wie Unternehmerinnen betreiben. Debbie Wasserman Schultz, die Parteipräsidentin der Demokraten aus Florida, ist von gleichem Zuschnitt: direkt, technokratisch, unzimperlich, erfolgsorientiert. Kaum ein Zufall, dass die beiden Frauen als starke Verbündete von Barack Obama gelten. Im kommenden Wahlkampf wird von Harris und Wasserman noch zu hören sein.

Gelernt hat Harris ihr Handwerk in San Francisco. Als junge Anwältin arbeitete sie hier für die Strafverfolgungsbehörde und griff auch zu ungewöhnlichen Mitteln – etwa um das Schulschwänzen zu unterbinden. Gegen die Eltern unentschuldigt fehlender Kinder stellte sie Strafbefehle aus, da sie ihre Aufsichtspflichten verletzten. Die Ausfallquote in den Schulen sank darauf um 23 Prozent. Zudem führte sie in der Stadt ein «back on track»-Programm für Drogensüchtige ein, das die Weiterbildung statt die Strafe betonte. Das Programm war so erfolgreich, dass der Bundesstaat Kalifornien es übernahm.

Chanel-Handtaschen und Manolo-Blahnik-Schuhe

Harris wuchs in einer gemischten Familie auf: Ihre Mutter ist eine aus Indien eingewanderte Krebsärztin mit tamilischen Wurzeln, ihr Vater ein Wirtschaftsprofessor amerikanisch-jamaikanischer Herkunft. Sie ist die erste Nichtweisse auf dem Posten der Generalstaatsanwältin. Zur lokalen Prominenz gehörte sie schon, bevor sie Mitte der 90er-Jahre die Politbühne betrat. Harris war die Freundin des populären Bürgermeisters Willie Brown und Stiftungsrätin des Museum of Modern Art. Modemagazine zeigten sie mit den letzten Chanel-Handtaschen und Manolo-Blahnik-Schuhen.

Aber wenn sie in den letzten Tagen über die Probleme der Hauseigentümer sprach oder die kriminellen Machenschaften der Banken, dann war es vorbei mit dem Glamour. Harris war es todernst. Dass sie ihr Karriereziel schon erreicht hat, ist nicht anzunehmen. 2014 steht die Neuwahl des Gouverneurs in Kalifornien an. Jerry Brown wird dann 76 Jahre alt. Harris wäre die geeignete Nachfolgerin, finden politische Freunde. Sie selbst hält sich bedeckt: «Ich wuchs als unabhängige Frau auf», sagt sie. «Um Erfolg zu haben, braucht es Ausdauer und Adrenalin. Politik ist ein Marathon.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 21.02.2012, 20:25 Uhr

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6 Kommentare

Alain Burky

22.02.2012, 08:42 Uhr
Melden 17 Empfehlung

Was fuer Schuhe und welche Uhrenmarke traegt Obama ? Antworten


Marcel Zèrcher

22.02.2012, 09:35 Uhr
Melden 2 Empfehlung

'neue Generation von Karrierefrauen: direkt, technokratisch, unzimperlich und erfolgsorientiert' - das sind so genau die Dinge, wo Frauen immer sagen, dass sie es anders als Männer machen würden. Was denn jetzt? Wir haben also von den Frauen in der Politik nichts Besseres zu erwarten, als von den Männern. Ist ja beruhigend. Antworten



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