Obamas ganz spezieller Empfang für den indischen Premier
Beim Besuch des indischen Regierungschef Manmohan Singh am Dienstag im Weissen Haus hat US-Präsident Barack Obama die Verbindungen zu dem asiatischen Staat als «eine der entscheidenden Beziehungen» des 21. Jahrhunderts gewürdigt. Beide Länder wollten Frieden und Sicherheit für alle Menschen in der Region, nicht nur in einzelnen Ländern, sagte er nach einem Gespräch mit dem indischen Premier. Beide Politiker wollen beim Austausch von Geheimdienstinformationen und im Kampf gegen den Terror verstärkt zusammenarbeiten.
Die USA und Indien seien weltweit führend und getrieben davon, «eine Zukunft der Sicherheit und des Wohlstands für alle Nationen aufzubauen», sagte Obama an einer Pressekonferenz. Singh erklärte, er hoffe auf eine «strategische Partnerschaft von globaler Dimension». Indien und die USA seien zwar räumlich getrennt, aber durch nationale Werte verbunden - «Demokratie, Pluralismus, Rechtsstaatlichkeit und Respekt vor grundlegenden menschlichen Freiheiten».
Auf den Spuren von Clinton und Truman
Zu Ehren Singhs richtet Obama am Abend das erste Staatsbankett seiner Amtszeit aus. Zu dem in einem weissen Zelt auf dem South Lawn geplanten Dinner waren 320 Gäste geladen, First Lady Michelle Obama hat dafür den Koch eines skandinavischen Restaurants in New York engagiert. Vorgesehen waren ein Auftritt von Oscargewinnerin Jennifer Hudson und indischen Künstlern. Obamas Vorgänger Harry Truman hatte vor 60 Jahren den ersten Ministerpräsidenten des unabhängig gewordenen Indiens im Weissen Haus begrüsst, Jawaharlal Nehru.
Der frühere US-Präsident Bill Clinton hatte zu seinem Staatsbankett für den damaligen indischen Ministerpräsidenten Atal Bihari Vajpayee fast 700 Gäste geladen. Das Dinner ebenfalls in einem Zelt auf dem South Lawn war das grösste für einen einzelnen Ehrengast während seiner Amtszeit. Singh war im Juli 2005 bereits zu Gast bei Obamas Vorgänger George W. Bush.
Heikles Thema Pakistan
Auf der Tagesordnung von Singhs Besuch standen unter anderem der Klimawandel und die Beziehungen Washingtons zu den indischen Konkurrenten China und Pakistan. Die USA seien nicht für eine Lösung des Konflikts zwischen Neu-Delhi und Islamabad verantwortlich, wollten aber Sicherheit und Fortschritt in beiden Staaten vorantreiben, erklärte Obama. Die finanzielle Unterstützung der pakistanischen Regierung sei für den Kampf gegen islamische Extremisten gedacht, betonte der Präsident. In Indien gibt es die Befürchtung, Islamabad könne die Finanzmittel für einen militärischen Konflikt verwenden.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.11.2009, 22:05 Uhr











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