Republikaner entschuldigen sich bei BP-Chef
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Zum Auftakt der Anhörung von BP-Chef Tony Hayward vor dem US-Kongress hat der britische Energiekonzern Rückendeckung von den oppositionellen Republikanern bekommen. Der Abgeordnete Joe Barton aus Texas bezeichnete am Donnerstag den politischen Druck als «beschämend», mit dem die Regierung von US-Präsident Barack Obama den Konzern zur Einrichtung eines Entschädigungsfonds über 20 Milliarden Dollar gedrängt habe.
Barton sprach von «Erpressung» und entschuldigte sich ausdrücklich bei Hayward: «Ich entschuldige mich», sagte er. «Ich will nicht in einem Land leben, in dem Bürger oder Unternehmen, wenn sie Fehler machen, einem politischen Druck ausgesetzt werden, der auf Erpressung hinausläuft.»
«Extreme Risiken in Kauf genommen»
Von Obamas Demokraten hingegen kam scharfe Kritik an Hayward. Der BP-Chef müsse schlimmstenfalls mit einem «goldenen Handschlag daheim in England» rechnen, sagte Sitzungspräsident Bart Stupak. «Wir in Amerika hingegen müssen mit den schrecklichen Folgen der Missachtung leben, die BP (BPAM 4.924 0.78%) gegenüber Sicherheitsbestimmungen gezeigt hat.»
Der Abgeordnete Henry Waxman warf Hayward vor, aus Einspargründen Abstriche bei den Sicherheitsmassnahmen gemacht zu haben, die letztlich zu der Ölpest im Golf von Mexiko geführt hätten. «Unter ihrer Führung hat BP extreme Risiken in Kauf genommen», sagte er zu Hayward.
«Am Boden zerstört»
Hayward selber gestand bei seiner ersten Anhörung vor dem Kongress seit dem Unglück am 20. April schwere Versäumnisse ein. Eine «beispiellose Serie von Fehlern» habe zu der Ölpest im Golf von Mexiko geführt, sagte er. Hayward sagte den Abgeordneten in seinem ersten Auftritt vor dem Kongress sein Bemühen zu, verlorengegangenes Vertrauen in BP wiederherzustellen.
«Ich weiss, dass nur Taten und Ergebnisse, nicht aber reine Worte dies erreichen können», sagte er. «Ich gebe Ihnen mein Versprechen als Chef von BP, dass wir nicht ruhen werden, ehe wir die Aufgabe erledigen.» Er selbst sei «am Boden zerstört» über dieses «schreckliche Ereignis».
Ursachen noch unklar
Hayward bat um Verständnis dafür, dass die genauen Ursachen der Explosion auf der Förderplattform Deepwater Horizon und das Versagen der Sicherheitssysteme noch nicht geklärt seien. Es seien noch ausgiebige Untersuchungen des Hergangs nötig.
Hayward gab sich zuversichtlich, dass BP die finanziellen Lasten des Unglücks werde schultern können. Am Mittwoch hatte sich BP auf Druck der US-Regierung bereiterklärt, umgerechnet 22,6 Milliarden Franken in einen Fonds einzuzahlen. Daraus sollen Zerstörungen natürlicher Ressourcen und staatliche sowie regionale Einsätze bezahlt werden.
Die Einzahlung in den Fonds werde dreieinhalb Jahre dauern, kündigte BP in London an. Im dritten Quartal will BP 3 Milliarden überweisen, im vierten Quartal 2 Milliarden und bis Ende 2013 dann vierteljährlich 1,25 Milliarden Dollar. Solange der Zahlungsplan läuft, will BP genauso viel Geld beiseite legen. Weitere 100 Millionen Dollar will BP für Arbeiter bereitstellen, die wegen des sechsmonatigen Verbots von Tiefseebohrungen den Job verloren haben. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 17.06.2010, 17:46 Uhr
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