So will das Pentagon die US-Armee schrumpfen
Aktualisiert am 27.01.2012 15 Kommentare
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Mit deutlichen Einschnitten bei ihren Streitkräften wollen die USA in den kommenden zehn Jahren knapp eine halbe Billion Dollar einsparen. Die Zahl der Soldaten soll um insgesamt etwa 100'000 reduziert werden, wie Verteidigungsminister Leon Panetta in Washington mitteilte. Geplant sei zudem, den Kauf neuer Kampfjets aufzuschieben sowie ältere Flugzeuge und Schiffe auszumustern. Steigen wird das amerikanische Militärbudget zunächst trotzdem – allerdings weniger, als vor der Einigung von Demokraten und Republikanern auf einen Abbau des Staatsdefizits geplant.
Ziel sei es, trotz der Einsparungen weiter die stärkste Militärmacht der Welt zu bleiben und die US-Streitkräfte nicht auszuhöhlen, sagte Panetta. Die Kritik von den Republikanern kam dennoch prompt: Die Pläne brächten die Truppen zurück auf das Niveau vor den Anschlägen vom 11. September 2001 und versetzten das Land in grosse Gefahr, sagte der Senator und Militärexperte John Cornyn. Der Kongress muss den Plänen noch zustimmen.
Flugzeuge ausmustern
Die Gesamthöhe der Einsparungen bis 2022 soll nach Willen der Regierung von Präsident Barack Obama bei 487 Milliarden Dollar liegen. Das Heer soll demnach um 80'000 auf 490'000 Soldaten schrumpfen. Bei der Marine ist eine Kürzung von 202'000 auf 182'000 Soldaten geplant. Inwiefern sich das Vorhaben auf Standorte der US-Streitkräfte in Deutschland auswirken könnte, wurde zunächst nicht bekannt gegeben.
Die amerikanische Luftwaffe soll etwa zwei Dutzend Transportflugzeuge vom Typ C-5A und 65 weitere vom Typ C-130 ausmustern, wie aus einer vorgestellten Auflistung von Details hervorgeht. Weiter soll die Marine sieben Kriegsschiffe früher aus dem Dienst nehmen als bisher geplant und zudem den Kauf neuer Schiffe aufschieben. Auch die Aufrüstung der Luftwaffe mit neuen F-35-Jets werde sich verzögern, hiess es. Beim Sold sei ab 2015 eine Verlangsamung des Tempos der Erhöhungen vorgesehen.
Truppen sollen beweglicher werden
Die Pläne seien zugleich mit einer Verlagerung der Schwerpunkte der amerikanischen Streitkräfte verbunden, sagte Panetta. Anstelle der Kriege im Irak und in Afghanistan liege der Fokus künftig verstärkt auf Herausforderungen in Asien, im Nahen Osten sowie auf Operationen im Cyberspace. Vorgesehen sei zudem eine deutliche Stärkung von Spezialeinheiten wie den Navy Seals, die im vergangenen Jahr in Pakistan den Al-Kaida-Chef Osama bin Laden töteten. Die Streitkräfte des Landes würden zu einer kleineren und beweglicheren Truppe gemacht, die schneller und besser auf Bedrohungen ausserhalb der traditionellen Kriegsführung reagieren könne.
Für 2013 will Panetta ein Budget von 525 Milliarden Dollar sowie weitere 88 Milliarden Dollar für den Einsatz in Afghanistan fordern. Dies wären insgesamt 33 Milliarden weniger als im laufenden Jahr. Bis 2017 werde der Pentagon-Haushalt auf 567 Milliarden steigen, sagte der US-Verteidigungsminister. Gegenüber den ursprünglichen Plänen käme dies jedoch einer Einsparung von 259 Milliarden in fünf Jahren gleich. Bis 2022 würden es dann insgesamt 487 Milliarden sein. (rub/AFP, dapd)
Erstellt: 27.01.2012, 11:47 Uhr
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15 Kommentare
Ich sehe. Offenbar hat Obama von Papandreu, Berlusconi und dren Nachfolger Papdemos und Monti eines gelernt: Das virtuelle Sparen. Möglicherweise irre ich mich, falls die angekündigte Armeereduktion bloss ein Winkelzug ist, um die überzähligen Soldaten in eine der vielen halbstaatlichen Söldnerfirma auszulagern. So könnten die USA Ihr lukratives Angebot an tödlichen Dienstleistungen gar ausweiten. Antworten
Wenn Obama so denken wurde, Herr Meier, denn hätte er gewartet bis nach sein Wiederwahl
das ich nicht lache. eine reduktion der streitkräfte führt zu höherer arbeitslosigkeit und bringen die rüstungsindustrie zum taumeln, was wiederum eine reduktion des bip zur folge hat. (leider werden die staatsausgaben ja auch mitgerechnet) die reaktion auf ein fallendes bip und steigende arbeitslosenzahlen war noch immer ein neuer krieg. jetzt schon mein beileid der iranischen bevölkerung. Antworten
Da in den USA die infrastruktur zusammenbricht und oft oft schwer veraltet ist, das öffentlich schulsystem start reduziert wurde, hat es noch mehr als genug sinnvollere sachen zu tun. Um arbeitslosigkeit müsste man sich in ein rationales wirtschaftsssytem, dass ressourcen sinnvoll alloziert, keine sorgen machen.
Leider ist das US wirtschaftssystem aber total krank.
ja sicher, fuer Flugshows und Sonntagsfkuege sind diese Flugzeuge noch immer gut........was braucjt die Schweiz mehr als neutrales Land......... mit der Einbilung einer Grossmacht
usa geben pro jahr mehr als 600 milliarden für das militär aus, zum vergleich die gesamtschulden von griechenland sind nur 340 milliarden, hier könnten weltweit unglaubliche summen eingespart werden, alle schulden und hungersprobleme wären sofort gelöst. Antworten
@Daniel Wigger
Guatanamo ist immer noch in Betrieb. Nur so von wegen " der beste Präsident von morgen"
Es war immer ein Kennzeichen von Demokratischen Präsidenten, das Militärbudget zu reduzieren. Besonders B.Clinton, der sogar das Budgetdefizit in einen Gewinn umwandeln konnte. Von den Republikanern ist nichts solches zu erwarten. Obama mag seine Schwächen haben, erst ist bestimmt der beste Präsident für die Welt von morgen!
Immerhin reduziert die verkleinerte Infanteriemacht das Risiko dauernder Besetzungen fremder Länder durch die USA.
Das dürfte den republikanischen Kandidaten nicht passen - die meisten würde liebend gerne im Iran einmarschieren.
Leider werden Kosteneinsparungen ein Traum bleiben: Die meisten Basen und Waffenfabriken sind in den "Swing-States". Deren Laune ist für den Wahlsieg entscheidend.
Antworten
Für Libertäre wie Ron Paul gibt es nur eine Staatsaufgabe: Sicherheit. Damit würde er Sie also enttäuschen, da er das Budget für Armee und Polizei massiv erweitern würde, dafür aber alles Andere (Soziales, Bildung, Infrastruktur) privatisieren würde. Wer sich dann keine Schule leisten kann, muss halt als Analphabet durchs Leben.

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