Ausland
«Spiegel» publiziert Fotos von mutmasslichen US-Kriegsverbrechern
US-Armee entschuldigt sich
Nach der Veröffentlichung von Fotos im Nachrichtenmagazin «Spiegel», auf denen US-Soldaten mit getöteten Afghanen posieren, hat sich die US-Armee für das Fehlverhalten ihrer Angehörigen entschuldigt. Die Bilder seien «abstossend» und sie widersprächen «den Standards und Werten der US-Armee», heisst es in einer in Washington veröffentlichten Erklärung. «Wir entschuldigen uns für das Leid, das diese Fotos verursachen.» «Die Fotos stehen in starkem Kontrast zur Disziplin, zur Professionalität und zum Respekt, die das Verhalten unserer Soldaten in den fast zehn Jahren des Einsatzes charakterisierten.» (AFP)
Von einem der Angeklagten beschlagnahmt: Foto mit zwei toten Afghanen. (Foto: Spiegel)
Triumphiert mit einem Afghanen: US-Soldat in Kandahar.(Fotos: Spiegel)
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Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» hat Fotos von mutmasslichen Verbrechen von US-Soldaten gegen Afghanen veröffentlicht. Die Fotos in der dieswöchigen Ausgabe des Magazins zeigen Soldaten, wie sie neben getöteten Afghanen in der Südprovinz Kandahar posieren.
Die Soldaten stehen in den USA wegen Mordes vor einem Kriegsgericht. «Heute veröffentlichte der «Spiegel» Fotografien, auf denen Handlungen zu sehen sind, die uns als Menschen abstossen und im Gegensatz zu den Werten der United States Army stehen», hiess es in einer Stellungnahme der US-Streitkräfte.
Verteidiger verlangte Herausgabe der Fotos
Die Fotos wurden ursprünglich von Ermittlern der US-Streitkräfte im Zuge des Verfahrens gegen fünf Soldaten beschlagnahmt. Sie sind Angehörige einer südlich von Seattle stationierten Einheit. Die Morde sollen sich bei Patrouillen im Januar, Februar und Mai 2010 ereignet haben. Einer der Hauptbeschuldigten soll am Mittwoch vor dem Kriegsgericht erscheinen.
Unbekannt war, wie der «Spiegel» an die Aufnahmen kam. Der Verteidiger eines der angeklagten Soldaten hatte bei den Ermittlern die Herausgabe der Fotos beantragt, sie aber nach eigenen Angaben nicht bekommen. (miw/dapd)
Erstellt: 21.03.2011, 07:52 Uhr
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