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Tabakmultis, Schmiergelder und rauchende Kinder

Von Monica Fahmy. Aktualisiert am 17.11.2010 11 Kommentare

Recherchen investigativer Journalisten aus Russland, Mexiko und Uruguay zeigen, wie Tabakfirmen vorgehen, um in Entwicklungsländern ein Rauchverbot zu verhindern.

1/7 Die Märkte der Tabakindustrie in Europa und den USA stagnieren, nicht zuletzt wegen des in manchen Ländern eingeführten Rauchverbots in öffentlichen Räumen.
Bild: Reuters

   

Die Märkte der Tabakindustrie in den industrialisierten Ländern stagnieren, nicht zuletzt wegen des Rauchverbots in öffentlichen Gebäuden. Nun hat die Tabakindustrie zum globalen Gegenschlag gegen Rauchverbote ausgeholt, lautet das Ergebnis einer mehrmonatigen Recherche investigativer Journalisten des «International Consortium of Investigative Journalists» ICIJ.

Die Tabakindustrie habe immer mehr Beamte in Entwicklungs- und Schwellenländern im Visier. Um Tabakkontrollen zu verhindern und ihre Verkaufszahlen zu halten, gehe die Tabakindustrie mit aggressivem Lobbying vor und drohe mit Klagen. Gleichzeitig zeigten sich die Tabakmultis auch sehr spendabel, schrecken teils nicht einmal vor Bestechung zurück, so das ICIJ.

Lobbyisten verhindern Rauchverbote

Während die industrialisierten Länder für die Tabakindustrie immer uninteressanter werden, sind Märkte in Schwellenländern wie China wahre Goldgruben. In China werden etwa 30 Prozent der jährlich verkauften Zigaretten abgesetzt. Vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern sind auch rauchende Kinder keine Seltenheit.

Die Recherche «Smokescreen: Big Tobacco's Global Lobbying Campaign» umfasst Berichte aus Russland, Mexiko und Uruguay, drei Länder, die in der globalen Debatte über Rauchen und Tabakkontrollen eine beachtliche Rolle spielen. In Russland, einem Schlüsselmarkt der Tabakindustrie, haben Lobbyisten die Einführung von Rauchverboten dank wohlgesinnten Politikern erfolgreich verzögert. Lobbyisten hätten sogar einige der Richtlinien über Tabakkontrollen entworfen.

Enge Verflechtungen mit Beamten

In Mexiko, dem Land, in dem einige der mächtigsten Männer der Tabakindustrie leben, hätten enge Verflechtungen zwischen Industrieführern und Beamten Musterbeispiele hervorgebracht, wie Tabakkontrollen zu umgehen seien. Gesetze seien etwa mit «mysteriösen Anhängen» in letzter Minute verwässert worden.

In Uruguay habe der Druck der Industrie dazu geführt, dass Vorschriften über die Tabakwerbung, die zu den schärfsten der Welt gehörten, plötzlich in der Schwebe seien. Philipp Morris will Uruguay wegen Handelsbeschränkungen verklagen, während die heimischen Zigarettenhersteller sich über unfairen Wettbewerb beschweren.

WHO-Tagung in Uruguay

Die ICIJ hat seine Recherchen diese Woche in Punta de Este, Uruguay, veröffentlicht. Dort tagen zurzeit die Vertragsstaaten der Tabakrahmenkonvention der Weltgesundheitsorganisation WHO. Diskussionsthemen sind strengere Regeln zur Tabakwerbung und zu Zusatzstoffen sowie die Besteuerung von Tabakprodukten. Während Gesundheitspolitiker für strengere Richtlinien sind, versucht die Tabakindustrie diese zu verhindern. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.11.2010, 06:50 Uhr

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11 Kommentare

Sabine Schirmer

18.11.2010, 07:31 Uhr
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Vielleicht recherchieren Sie auch einmal über die Bestechlichkeit derer, die sich von der Antiraucherlobby ködern lassen, forschen nach, wie die Lügen dieser Lobbyisten verbreitet werden und was alles passiert, um die Passivrauchlüge zu verbreiten um weitere unsinnige Rauchverbote zu installieren. Oder wie die Bosse von ASH, Lungenliga & Co. reich wurden. Antworten


Ulina Rodriguez

18.11.2010, 08:35 Uhr
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"Tabakmultis ... schrecken teils nicht einmal vor Bestechung zurück". Ohh, die armen Regierungsbeamten und Politiker, die die Bestechungsgelder der Tabakmultis einsacken müssen. Ich habe richtig Mitleid mit Ihnen!!!! Antworten



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