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Transocean soll zu spät reagiert haben

Von Monica Fahmy. Aktualisiert am 13.07.2010

Die Untersuchungskommission zur Ölkatastrophe im Golf von Mexiko untersucht als erstes Spannungen zwischen dem Ölkonzern BP und der Ölplattform-Betreiberin Transocean.

Die neue Absaugglocke weckt Hoffnungen

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Bild: Keystone

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Chronologie der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko

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Am 20. April 2010 ging die Deepwater Horizon in Flammen auf. Es kam zur grössten Ölkatastrophe aller Zeiten.

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Am Golf von Mexiko macht BP Hoffnung auf ein Ende der Ölpest. Die am Montag über das lecke Bohrloch gestülpte neue Absaugglocke sitzt, Öl ist keines mehr ausgelaufen. Ob die Ölkatastrophe damit nach 83 Tagen endlich eingedämmt ist, werden Tests in den nächsten 3 bis 6 Tagen zeigen.

Unterdessen hat die vom US-Präsidenten Barack Obama eingesetzte Sonderkommission zur Untersuchung der Ölkatastrophe ihren Fokus auf den systembedingten Konflikt zwischen BP und der Betreiberin der Ölplattform, Transocean (RIGN 43.59 2.81%) mit Sitz in Zug, gerichtet. Am ersten Tag der öffentlichen Anhörungen äusserte sich Lawrence Dickenson, CEO der Bohrinsel-Betreiberin Diamond Offshore Drilling, der Hauptkonkurrentin von Transocean. «Zwischen Sicherheit und der Einhaltung von Terminen existiert naturgemäss ein Spannungsfeld», wird Dickenson im englischen «Guardian» zitiert. «Unsere Kunden üben Druck auf uns aus.»

Transocean hätte Bohrungen stoppen sollen

Lawrence Dickenson kritisierte aber auch, dass Transocean sich nicht durchsetzte, als erste Anzeichen von Problemen auftauchten. Die Bohrinsel-Betreiberin hätte die Bohrungen vor der Explosion der Plattform stoppen müssen. «Die Verantwortlichen der Bohrfirma sitzen dort mit der Bremse in der Hand», so Dickenson. «Sie haben die Verantwortung, die Bremse auch zu ziehen.» Auf eine Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagt ein Sprecher von Transocean: «Zu Spekulationen geben wir keinen Kommentar ab, bis die Untersuchung zur Ursache des Unglücks abgeschlossen ist.»

Der ehemalige demokratische Senator Bob Graham, Co-Leiter der Kommission, sagte am Anfang der Hearings, dass er sowohl die Sicherheitsvorkehrungen der Ölindustrie wie auch die behördliche Aufsicht genau ausleuchten werde. «War die Deepwater Horizon eine Bohrinsel, die ausserhalb der normalen Sicherheitsstandards operierte, oder ist sie repräsentativ für andere Ölplattformen?» Den Ergebnissen der Untersuchung wird grosse Bedeutung für das weitere Schicksal des Ölkonzerns BP beigemessen.

BP: Steuerausfälle von 10 Milliarden Dollar

Laut «Financial Times» wird BP in den nächsten vier Jahren in Grossbritannien und den USA vermutlich 10 Milliarden Dollar weniger Steuern zahlen. Dies, weil das Geld, das zum Stopfen der Quelle, zum Aufsammeln des Öls und für die Entschädigungszahlungen an die Anwohner ausgegeben wird, von der Steuer abgeschrieben werden kann. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.07.2010, 17:06 Uhr

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