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Transocean verteidigt sich

Aktualisiert am 25.05.2010

18 Senatoren fordern den amerikanischen Staatsanwalt auf, wegen der Ölpest gegen die Zuger Firma zu ermitteln. Jetzt wehrt sich Transocean – und gibt ein Versprechen ab.

Schäden bis zu 12 Milliarden Dollar: Forscher messen am Montag in Louisisana die Ölverschmutzung.

Schäden bis zu 12 Milliarden Dollar: Forscher messen am Montag in Louisisana die Ölverschmutzung.

Obama in Louisiana

Knapp vier Wochen nach seinem ersten Kurzbesuch in der Katastrophenregion reist US-Präsident Barack Obama am Freitag erneut nach Louisiana. Ein hoher Regierungsbeamter sagte der Nachrichtenagentur AP, Obama wolle sich persönlich ein Bild über die Lage an der Golfküste und etwaige Fortschritte bei der Bekämpfung der Ölpest machen.

Der Präsident werde am Donnerstag wie geplant für ein langes Wochenende mit seiner Familie von Washington nach Chicago aufbrechen. Am Freitag werde er dann in Louisiana erwartet und kehre noch am Abend nach Chicago zurück, hiess es. Die US-Regierung gerät zunehmend wegen Verletzung ihrer Aufsichtspflichten und der langsamen Reaktion auf die Ölpest in die Kritik.

Unter Druck: Transocean, hier der Hauptsitz in Zug.

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Die Ölbohrfirma Transocean, (RIGN 43.59 2.81%) der die gesunkene Plattform «Deepwater Horizon» im Golf von Mexiko gehörte, will alle gesetzlichen Verpflichtungen, die ihr im Zusammenhang mit der Ölpest auferlegt werden, erfüllen.

In einer Medienmitteilung schrieb das Unternehmen am Dienstag, die Dividende von einer Milliarde Dollar, die an die Aktionäre der Firma ausgezahlt werden soll, sei bereits vor der Ölkatastrophe beschlossen worden. Sie beeinträchtige die Fähigkeit des Unternehmens nicht, für die ihm aus dem Unfall erwachsenden Kosten aufzukommen.

In einem Brief an den amerikanischen Generalstaatsanwalt Eric Holder hatten 18 US-Senatoren gefordert, eine Untersuchung gegen Transocean einzuleiten. Sie befürchteten in dem Schreiben, die Auszahlung der Dividende könnte die Zahlungsfähigkeit der in Zug ansässigen und an der Schweizer Börse kotierten Firma beeinträchtigen. Die Senatoren ärgerten sich zudem darüber, dass das Unternehmen durch Versicherungszahlungen am Unfall sogar profitiere.

Der Anwalt soll Schadenersatzforderungen abwenden

Transocean schreibt dagegen, die «Deepwater Horizon» sei für den fairen Marktwert der Bohrplattform zum Zeitpunkt des Unfalls versichert. Das Unternehmen habe zudem weitere Versicherungen für Ansprüche, die auf das Unglück vom 20. April folgten.

Die britische Ölfirma BP, welche die Ölplattform betrieb, will wegen Versicherungsgeldern gerichtlich gegen Transocean vorgehen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag berichtete, ersuchte die Versicherung von Transocean, ein US-Gericht, die Forderungen von BP nach Schadenersatz abzuweisen.

Gesamtkosten auf 12 Milliarden Doller geschätzt

Die Versicherer decken Transocean mit 700 Millionen Dollar. BP verlangt, dass dieses Geld für die Aufräumarbeiten der riesigen Katastrophe verwendet werden soll. Die Anwälte der Versicherung machen dagegen geltend, dass die Verträge Zahlungen für Umweltschäden ausschliessen würden.

Auch wenn BP vor Gericht Recht bekommen sollte, würden die 700 Millionen Dollar nur einen kleinen Teil der Säuberungskosten decken. UBS-Analysten schätzen die Gesamtkosten auf 12 Milliarden Dollar.

Am Tag, als Transocean zum ersten Mal in der Schweiz an der Börse gehandelt wurde, dem 20. April, brach ein Feuer auf der «Deepwater Horizon» im Golf von Mexiko aus. Zwei Tage später sank die Plattform, seither strömen täglich riesige Mengen Öl aus und bedrohen Küstengebiete der USA.

(oku/sda)

Erstellt: 25.05.2010, 22:22 Uhr

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