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Trump ist «kein Christ»

Papst Franziskus greift den republikanischen Präsidentschaftskandidaten scharf an. Donald Trump ist empört.

Will Brücken statt Mauern bauen: Papst Franziskus an der Pressekonferenz auf seinem Rückflug von Mexiko nach Rom, Italien. (17.2.2016)

Will Brücken statt Mauern bauen: Papst Franziskus an der Pressekonferenz auf seinem Rückflug von Mexiko nach Rom, Italien. (17.2.2016) Bild: Alessandro Di Meo/Keystone

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US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat sich mit Papst Franziskus einen Schlagabtausch über die Einwanderungspolitik geliefert. Franziskus sagte im Gespräch mit Reportern auf eine Frage zu Trump, wer an der Grenze zwischen den USA und Mexiko Grenzzäune errichten wolle, sei kein Christ. Der Immobilienmogul erwiderte umgehend, für einen religiösen Führer sei es beschämend, den Glauben eines Menschen in Frage zu stellen.

Papst Franziskus hatte an der Pressekonferenz zum Abschluss seines fünftägigen Mexiko-Besuchs auf die Frage, ob Katholiken Donald Trump wählen sollten, zwar keine Empfehlung abgeben wollen. Er habe aber angefügt, «dieser Mann ist kein Christ, falls er diese Dinge gesagt hat». Trump hatte für die Abschiebung von elf Millionen illegalen Einwanderern und den Bau eines durchgehenden Grenzzauns zu Mexiko plädiert. Franziskus betonte aber, Trump nicht persönlich gehört zu haben.

«Ein Mensch, der nur daran denkt Mauern statt Brücken zu bauen – wo auch immer diese sein mögen – ist kein Christ», sagte Papst Franziskus.

Nur «eine Seite der Geschichte»

Donald Trump reagierte empört auf den Angriff. Es sei eine «Schande», sagte er an einer Wahlveranstaltung im US-Staat South Carolina. «Keine Führungsperson, gerade kein religiöser Führer, sollte das Recht haben, die Religion oder den Glauben eines anderen Menschen infrage zu stellen». Franziskus kenne nur die «eine Seite der Geschichte». Trump warf der mexikanischen Regierung vor, den Papst als Pfand zu benutzen.

In response to the Pope:If and when the Vatican is attacked by ISIS, which as everyone knows is ISIS’s ultimate...

Posted by Donald J. Trump on Donnerstag, 18. Februar 2016
Trump

Donald J. Trump criticises Pope Francis' comments, adding "Mexicans should be ashamed of using him as PA". Full story: bbc.in/1ToMyBU

Posted by BBC News on Thursday, 18 February 2016
(Video: Facebook/BBC)

Der 69-Jährige sagte zudem, sollte der Vatikan von der Terrormiliz Islamischer Staat angegriffen werden, wäre der Papst froh, wenn er - Trump - Präsident der USA wäre. Er bewirbt sich um die Nominierung als offizieller Präsidentschaftskandidat der Republikaner und gehört zu den Favoriten. Er sorgte im Wahlkampf schon mit einigen Äusserungen für Empörung. (ij/AFP)

(Erstellt: 18.02.2016, 18:39 Uhr)

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