USA: Schon 7500 Selbstanzeigen von Steuersündern

Aktualisiert am 15.10.2009

Für die amerikanische Steuerbehörde IRS hat sich Jagd nach Steuersündern mit im Ausland versteckten Vermögen gelohnt – auch dank Empfehlungen der UBS.

Erfolgreich unter Druck gesetzt: Niederlassung der UBS in New York.

Erfolgreich unter Druck gesetzt: Niederlassung der UBS in New York.
Bild: Keystone

Nach Angaben von IRS-Chef Dough Shulman haben sich bisher rund 7500 Personen selbst angezeigt. Dabei seien Konten in 70 Ländern an den Tag gekommen, sagte Shulman am Mittwochabend vor Medienvertretern. Darunter seien auch solche mit mehr als 100 Millionen Dollar Vermögen. Bei den nun freiwillig offengelegten Konten handelt es sich nach seinen Angaben unter anderem um ererbte Vermögen, Geld aus internationalen Geschäftstransaktionen – und versteckte Gewinne aus der amerikanischen Wirtschaft.

In amerikanischen Anwaltskreisen hiess es, der grösste Teil der Selbstanzeigen dürfte von Personen gekommen sein, die ihr Vermögen bei der UBS gehalten hatten. Aber es gebe auch Kunden von Credit Suisse, HSBC Holdings und anderen Banken.

UBS: Selbstanzeigen empfohlen

Die UBS hatte zuletzt ihren US-Kunden mit unversteuerten Geldern zur Selbstanzeige geraten und darauf hingewiesen, dass ihre Namen an die amerikanischen Behörden übergeben werden könnten. Das habe die Zahl der Selbstanzeigen noch einmal ansteigen lassen, erklärten Anwälte. Bis Ende September hatten sich etwa 3000 Personen freiwillig bei der Steuerbehörde gemeldet. Die Frist für die Amnestie war vom 23. September bis zum 15. Oktober verlängert worden.

Die IRS hatte das Amnestieprogramm im März aufgelegt, kurz nachdem die UBS im Februar im Rahmen einer Vereinbarung mit dem US- Justizministerium zur Vermeidung einer Strafklage wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung eine Busse von 780 Millionen Dollar gezahlt und die Namen von 250 potenziellen Steuersündern ausgeliefert hatte.

Umsetzung des Abkommens noch im Gange

Im Rahmen des im August abgeschlossenen Steuervergleichs mit den USA mussten die Schweizer Regierung und UBS zusagen, den amerikanischen Behörden binnen eines Jahres die Namen von rund 4500 Kunden zu übergeben, die der Steuerhinterziehung verdächtigt werden. Die UBS hatte von der Schweiz aus schätzungsweise 52'000 Konten amerikanischer Kunden geführt. (raa/sda)

Erstellt: 15.10.2009, 15:50 Uhr

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