US-Aussenminister schwänzt Nato-Treffen

Rex Tillerson reist Anfang April nicht nach Brüssel. Frühere US-Regierungsvertreter sind besorgt.

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US-Aussenminister Rex Tillerson nimmt nicht am Treffen seiner Nato-Kollegen am 5. und 6. April in Brüssel teil. Er werde bei dem Treffen durch Staatssekretär Tom Shannon vertreten, teilte ein US-Vertreter heute mit. Tillerson wolle seinerseits bei den Gesprächen von Präsident Donald Trump mit dessen chinesischem Kollegen Xi Jinping am 6. und 7. April dabei sein, sagten am Montag mehrere Regierungsvertreter in Washington.

Zudem verwies der US-Vertreter darauf, dass Tillerson am Mittwoch schon einen Grossteil der Nato-Aussenminister bei einem Treffen der Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in Washington treffen werde. Im April werde er dann zum G7-Treffen in Italien reisen und zu Gesprächen nach Russland.

Keine Bestätigung aus Russland

Das russische Aussenministerium erklärte heute, es könne entsprechende Pläne Tillersons weder bestätigen noch dementieren.

Ein ehemaliger Nato-Diplomat und ein Ex-Regierungsvertreter der USA sagten, die Allianz habe angeboten, ihr Treffen so zu verschieben, dass es keine Überschneidungen mit dem Besuch Xis gebe. Das US-Aussenministerium habe diese Idee aber zurückgewiesen. Das Treffen findet auf Trumps Anwesen Mar-a-Lago in Florida statt.

Kritik von Demokraten

Bei der Opposition stiessen die Pläne Tillersons auf Kritik. Der oberste Demokrat im Aussenausschuss des Repräsentantenhauses, Eliot Engel, sprach von einem ernsthaften Fehler, der das Vertrauen in das wichtigste Bündnis der USA erschüttern und Sorgen schüren könnte, die Regierung Trumps könnte auf Kuschelkurs mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gehen.

Die Bundespolizei FBI ermittelt derzeit, ob es Kontakte zwischen der Regierung in Moskau und Personen mit Verbindungen zu Trumps Wahlkampfteam gab. Trump hat sich wiederholt lobend über Putin geäussert.

Tillerson hatte in seiner früheren Funktion als Spitzenmanager des Ölkonzerns Exxon Mobil jahrelang mit der russischen Regierung zusammengearbeitet.

In der Nato hatte Trump für Verunsicherung gesorgt mit der Äusserung, das Verteidigungsbündnis sei «obsolet». Bei einem Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte Trump, er bekenne sich zur Nato. Zugleich mahnte er aber, dass die USA auf einer Entlastung durch die Nato-Partner bestünden. (woz/sda)

Erstellt: 21.03.2017, 11:09 Uhr

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