US-Regierung regelte Awlakis Ermordung in Geheimpapier

Ein neues Dokument belegt, dass die USA vor der Ermordung des islamistischen Predigers al-Awlaki eine Sonderregelung aufstellten. Ein geheimes Papier hielt die Erlaubnis für die Beseitigung des US-Bürgers fest.

Für ihn schufen die USA einen Präzedenzfall: Anwar al-Awlaki.

Für ihn schufen die USA einen Präzedenzfall: Anwar al-Awlaki. Bild: Keystone

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Vor der Tötung des radikalislamischen Predigers Anwar al-Awlaki in Jemen hat die US-Regierung einem Pressebericht zufolge die Erlaubnis zur Tötung eines US-Bürgers ohne Prozess in einem geheimen Dokument festgehalten.

Entgegen eines Verbots für das Weisse Haus zur Anordnung von Tötungen sei die Aktion in dem Dokument genehmigt worden, berichtete die «New York Times» unter Berufung auf mit dem Papier vertraute Quellen.

Die Tötung sei aber nur dann gerechtfertigt, wenn der gebürtige US-Amerikaner Awlaki nicht lebend ergriffen werden könne, hiess es demnach in dem 50-seitigen Schriftstück. Das Dokument sei eigens für Awlaki aufgesetzt worden und habe keine Präzedenzwirkung für die Tötung anderer terrorverdächtiger US-Bürger.

Für den Tod vieler Zivilisten im Jemen verantwortlich

Awlaki war nach US-Geheimdienstangaben einer der Führer des al-Qaida-Ablegers auf der arabischen Halbinsel und für den Tod vieler Zivilisten im Jemen verantwortlich. Zudem soll er Terrorpläne gegen die USA geschmiedet haben.

Ende September kam er bei einem Drohnenangriff in Jemen ums Leben. US-Präsident Barack Obama hatte den Angriff als «schweren Schlag» für das Terrornetzwerk al-Qaida bezeichnet.

In den USA entfachte sein Tod eine Debatte darüber, ob die gezielte Tötung von US-Bürgern im Ausland rechtens sein kann. Bürgerrechtler argumentierten, es sei illegal, dass die US-Armee einen US-Bürger ohne vorherige Anklage im Kampf töte. (miw/sda)

Erstellt: 09.10.2011, 14:17 Uhr

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