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US-Söldner in Haiti: Kasse machen mit der Katastrophe

In der Erdbebenregion von Port-au-Prince herrschen der Mob und das Chaos. Das ist gut fürs Geschäft von US-Unternehmen, die Sicherheit versprechen. Die Tagesgagen der Söldner sind enorm hoch.

1/7 Die Leute von Sicherheitsdienstleistern sind meistens ehemalige Soldaten oder Polizisten.
Bild: Keystone

   

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Zur Unterstützung der Hilfsarbeiten in Haiti wollen die USA weitere 4000 Soldaten entsenden. Nach dem verheerenden Erdbeben vor neun Tagen sind bereits rund 11'000 amerikanische Soldaten in Port-au-Prince im Einsatz. In Haiti sind aber nicht nur Soldaten an der Arbeit, sondern auch Leute von privaten US-Sicherheitsfirmen.

Das grösste amerikanische Sicherheits- und Militärunternehmen ist Xe, vormals bekannt als Blackwater. Weil Blackwater beim Einsatz im Irak in Verruf geraten war, unter anderem wegen der Tötung von Zivilisten, wurde das Unternehmen umbenannt.

Katastrophen wie das Erdbeben in Haiti bieten Sicherheitsfirmen wie Xe die Chance, ausserhalb der Konfliktregionen Irak und Afghanistan lukrative Aufträge zu ergattern. Teilweise sind die umstrittenen US-Söldner bereits im Einsatz, wie die deutsche Zeitung «Welt» berichtet. «An der Seite von US-Truppen und Uno-Blauhelm-Soldaten sichern sie die Lieferung von Hilfsgütern und den Wiederaufbau ab.»

Hohe Tagesgagen

Nachdem viele Menschen mit Plünderungen und Gewalttätigkeiten zu überleben versuchen und eine funktionierende Polizei nicht mehr existiert, besteht in Haiti ein dringender Bedarf nach Sicherheit. Ärzte und Helfer müssen vor dem Mob geschützt werden, die Sicherheitsleute sollen Chaos und Ausschreitungen verhindern.

Die USA nutzten erstmals im August 2005, nachdem der Hurrikan Katharina New Orleans heimgesucht hatte, die Dienste von privaten Sicherheitsdienstleistern. Gemäss dem «Welt»-Bericht sollen die Söldner von Blackwater, die vorwiegend ehemalige Polizisten oder Militärangehörige sind, rund 950 Dollar pro Tag verdient haben. Diese Tagesgage zeigt, dass Sicherheitsunternehmen dank der Katastrophe in Haiti viel Geld verdienen können. In dieser Grössenordnung dürften sich auch die Haiti-Gagen bewegen.

«Professionelle Sicherheit»

Eine Sicherheitsfirma, die lukrative Aufträge an Land ziehen will, ist «All Protection & Security». Das Unternehmen wirbt auf seiner Internetseite damit, dass es sich der Bevölkerung von Haiti verpflichtet fühle. Es stelle «professionelle Sicherheit gegen jede Art von Bedrohung des Wohlstandes in Haiti zur Verfügung». Hilfskonvois würden gegen Plünderer und Vandalen geschützt, preist sich das Unternehmen aus Florida selber an.

Erprobt durch viele Missionen im Irak und in Afghanistan, bietet es diverse Dienstleistungen an - so zum Beispiel bewaffneten Schutz von Hilfslieferungen, elektronische Überwachungen sowie Schutz von Privatpersonen. Offenbar besteht eine erhebliche Nachfrage, denn «All Protection & Security» sucht weiterhin Personal. Das Geschäft der amerikanischen Sicherheitsdienstleister läuft gut.

Rasch auf Erdbeben reagiert

Von der Haiti-Katastrophe profitieren auch Unternehmen, die sich auf den schnellen Aufbau von Unterkünften und Transportsystemen spezialisiert haben. Ein Dachverband von US-Firmen reagierte nach dem verheerenden Erdbeben sehr schnell. Auf einer eigens eingerichteten Webseite steht: «Viele Mitgliedsfirmen stehen zur Verfügung und sind bereit, Hilfsleistungen für die Erdbeben-Opfer bereitzustellen.» (vin)

Erstellt: 21.01.2010, 23:52 Uhr

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