«Warum sind wir Amerikaner so mächtig?»
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 02.10.2009
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Beck zu Obama
Wenn die Menschen an die Regierung glauben statt an Gott, dann ist das der Anfang vom Ende. Findet Glenn Beck. In einer neuen Folge seiner Show auf «Fox News» fasst der Moderator in gewohnt laute Worte, was nicht wenige Menschen im Land denken – jene Rechtskonservativen, die wenig von Säkularismus halten und viel von biblischen Werten. Gottlose Regierungen, so das Credo Becks und seiner Anhänger, führen das Land ins Verderben.
«Amerika, ich frage dich, wie sind wir hierher gekommen», beginnt Beck sein Lamento – und zählt auf, was Demokraten und insbesondere Barack Obama regelmässig als Gründe für die Wirtschaftskrise nennen. «Hat der Kapitalismus versagt? Sind es die gierigen, bösen Unternehmen? Ist es, weil wir nicht genug Regulierungen haben, keine Gesundheitsversorgung, nicht genug soziale Gerechtigkeit? Sind es die Republikaner versagt haben, oder diese Demokraten?» Nach einer Kunstpause gibt Beck sich selber die Antwort. «Oder ist es...weil die Menschen nicht mehr Gott vertrauen?!»
Statt Jesus wird Barack Obama besungen
Gott werde nicht länger geehrt, beklagt Beck, sondern klein gemacht. Die Zehn Gebote dürften «bloss nicht» in einem Gerichtsgebäude aufgehängt werden, in Schulen dürften die Kinder weder beten noch Weihnachtslieder singen, weil das zu anstössig sei. «Aber wir dürfen das», leitet Beck ein – und zeigt Videos von Kindern, die Reime zu Ehren von Barack Obama aufsagen. Statt an Gott würden die Menschen an die Regierung glauben. Obama und seine Anhänger, so die Botschaft, lassen sich wie eine höhere Macht feiern, und das ist falsch.
Was vielen aufgeklärten Bürgern rund um den Globus als einer der grössten Fortschritte der Geschichte gilt – dass Gesetze von ungläubigen Parlamentariern statt von Gottesdienern jeglicher Farbe geschrieben werden – ist in Becks Logik ein Fehler. «Warum sind wir Amerikaner so mächtig?» fragt er in der von ihm geschätzten rhetorischen Manier. Und befindet: Weil sie Gottes Autorität anerkennen würden. «Viele andere Länder» sähen das komplett falsch – in ihren Augen würden Menschenrechte durch die Regierung garantiert, durch irgendwelche Gremien – statt durch Gott selber. «Keine Regierung kann jedoch das Loch in uns ausfüllen, wenn Gott verjagt wird.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.10.2009, 11:45 Uhr




