Ausland
Was der «historische Sieg» für Obamas Zukunft bedeutet
Interview Matthias Chapman. Aktualisiert am 22.03.2010 68 Kommentare
Ignaz Staub schrieb zwischen 1987 und 2009 für den «Tages-Anzeiger» als Redaktor und Korrespondent im Ressort Ausland. Von 1996 bis 1999 berichtete er aus Amman über den Nahen Osten. Danach wechselte er nach Amerika, wo er von 1999 bis 2004 über die USA schrieb. Ab April übernimmt er die Aufgabe des Ombudsmanns der Tamedia.
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Obama hat seine Gesundheitsreform durchgebracht. Die Demokraten sprechen jetzt von historischem Erfolg. Was ist denn jetzt daran so historisch?
In den USA ist das die erste grosse innenpolitische Reform seit über 40 Jahren, die durchgekommen ist. Seit Präsident Lyndon B. Johnson. Damals ging es vor allem um die soziale Besserstellung der Armen. Ein Bedarf für grosse innenpolitische Reformen war seither immer da, durchgekommen ist – wie wir wissen – nichts. Dabei muss man sehen, dass das Bestreben in der Regierung für Reformen immer grösser war, als in der Bevölkerung.
Schon Bill Clinton hatte sich an diesem Projekt die Zähne ausgebissen. Was machte Obama besser oder anders als sein Parteikollege?
Er hatte den festen politischen Willen, das durchzubringen. Und am Schluss hatte er einige Mitglieder seiner Partei ziemlich stark bearbeitet. Man muss aber auch sehen, dass ihm das jetzige Kunststück nur knapp gelungen ist. Es ging um einige Stimmen. Die Art und Weise, wie er das zustande gebracht hat, trug ihm aber auch Kritik ein. Man hatte ihm zu Beginn der Debatte noch vorgeworfen, er sei nicht mit einer klaren Vorstellung gekommen, sondern habe das Parlament arbeiten lassen. Er habe zu wenig eigenes politisches Kapital eingesetzt.
Was, wenn Obama mit der Gesundheitsreform gescheitert wäre?
Es bestand tatsächlich die reale Gefahr, dass er auf die Nase fällt. In den USA stellte man sich auch die Frage, ob er ein zweiter Jimmy Carter wird – der demokratische US-Präsident, der 1980, nach nur einer Amtszeit abgewählt wurde. Aber Obama hatte einmal gesagt, dass es ihm nicht primär um eine zweite Amtszeit, sondern um die Sache gehe.
Innenpolitisch geht Obama nun gestärkt in den Rest seiner ersten Amtszeit. Was nützt ihm dieser Sieg?
Da würde ich warten auf die Resultate der wichtigen Zwischenwahlen im November. Man wird sehen, was die jetzigen Ereignisse auf das Wahlverhalten für einen Einfluss hat. Traditionell verliert die Regierungspartei bei diesem Stimmungstest. Die Frage ist nur, verliert er mehr als üblich. Immerhin müssen sich sämtliche 435 Abgeordneten und ein Drittel der Senatoren der Wahl stellen.
Stärkt ihm der Erfolg mit der Gesundheitsreform nicht grundsätzlich für weitere Debatten den Rücken?Eher nicht. Bei anderen heissen Eisen – denken wir zum Beispiel an die Reform des Finanzwesens – spielen wieder ganz andere politische Kreise eine Rolle. Zwar muss er nicht wieder bei null anfangen, aber fast. Klar hat er sich durch den momentanen Erfolg neues politisches Kapital geschaffen. Aber man muss auch sehen, dass Obama in gewissen Medien besser wegkommt, als in der Bevölkerung.
Wird der US-Präsident versuchen, diesen Rückenwind nun auszunutzen und gleich weitere innenpolitisch heiklen Themen auf die Tagesordnung bringen? Und wenn ja, welche könnten das sein?
Wie gesagt, wichtig für Obama wird jetzt vorerst ein gutes Abschneiden im November. Aber natürlich stehen weitere innenpolitisch grosse Debatten an. Denken wir nur an das Finanzwesen. Aber auch die immer schlechter werdende Infrastruktur, die illegale Einwanderung und die Klimadebatte. Aussenpolitisch gesehen werden sicher der Nahostkonflikt und China auf der Tagesordnung bleiben.
Im November finden die wichtigen Zwischenwahlen statt. Wird Obama diesen Erfolg als Wahlkampf-Argument herausheben?
Bis zu einem gewissen Mass schon. Denn es wird noch Jahre dauern, bis die Gesundheitsreform dann auch in allen Aspekten umgesetzt ist. Die Leute spüren das nicht sofort in ihrem Portemonnaie. Aber natürlich kann er jetzt auch sagen: «Seht her, ich habe ein Wahlversprechen durchgebracht.»
Nützt ihm dieser Sieg auch aussenpolitisch etwas?
Nein. Natürlich wird das seinem Renommee in Europa gut tun. Aber das war es ja bis jetzt schon. Man kann schon sagen, Amerika gleicht sich hier ein bisschen Europa an. Das aber wiederum war ihm gerade in den USA von gewissen Kreisen vorgeworfen worden. Das ging soweit bis zum Vorwurf des Sozialismus. Aber in der Nahostpolitik zum Beispiel wird ihm dieser heutige Sieg nichts bringen.
Nach diesem Erfolg mit der Gesundheitsreform, geht Obama als einer der ganz grossen demokratischen US-Präsidenten in die Geschichte ein?
Die Tatsache, dass er dies geschafft hat, wird sicher in den Geschichtsbüchern vermerkt werden. Noch mehr herausgehoben würde er, wenn er die Wirtschaft wieder auf die Beine bringt, und in Nahost entscheidend weiterkommt. Das wäre ein dann ein grosser Leistungsausweis.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 22.03.2010, 12:53 Uhr
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68 Kommentare
@Mats Helbling: Alle Ihre Aussagen lassen den Schluss zu, dass Sie offenbar der typische Vertreter des ehobenen Zeigfingers mit den grossen kugelnden Augen sind, der ständig sagt: "Und wenn dann etwas passiert, hä?" Genau solchen überängstlichen Leuten wie Ihnen verdanken wir die obigatorische KK. Zwangssolidarität mit Ihnen. Danke für Obst. Antworten
Franz Leisi@: Ich glaube, die ca. 10 % der USA Bevölkerung, die sich bis jetzt nicht leisten konnten, krank zu werden, wird es wenig interessieren, ob es ein knapper Erfolg war oder nicht. Dass es hier auch wieder Profiteure (Versicherungen etc.) geben wird, lässt sich wohl nicht vermeiden. In der CH ist es ja auch so. Krank zu werden wird (leider) immer mehr zum Luxus. Antworten
@ josef hofstetter: 'In den USA hatten bis heute auch Personen, welche über kein oder wenig Geld verfügten Zugang zu Arzt und Krankenhaus.' -> haben sie schon einmal mit armen in den usa gearbeitet? mit denen, die kein geld hatten? facts aus dritter hand sind noch kritischer zu beäugen...! Antworten
bei der ganzen diskussion hat noch niemand darauf hingewiesen, dass dieses gesetz nicht der amerikanischen konstitution entsprich. es ist dem federalen staat nicht erlaubt einen US-buerger zum kauf einer versichrungspraemie zuzwingen. der ganze schall un knall wird sich sehr schnell in racuh aufloesen. um diese gesetz durch zubringen muesste es zu einer aenderung der konstitution kommen. schade. Antworten
Dumm nur dass das ganze Geld an die Versicherungen geht, die Prämien jedoch nicht geringer werden. U.a. hat sich das Versprechen dass ungerechtfertigte Preissteigerungen der Versicherungen plötzlich in Luft ausgelöst. Es geht mal wieder nur darum die Macht der Konzerne auszudehnen, in diesem Fall die Versicherungen. Antworten
Unglaubllich die Euphorie die bei manchen herrscht. Fragen muss man sich, wie dieses JA zustande gekommen ist. Da werden Politiker unter Druck gesetzt, Versprechungen gemacht, welche nie eingehalten werden können und Aussagen die überhaupt nicht stimmen. In den USA hatten bis heute auch Personen, welche über kein oder wenig Geld verfügten Zugang zu Arzt und Krankenhaus. Antworten
@Fritz Eberhard: mhm, und wenn Sie einen Unfall haben, oder krank werden und auf teure Medikamente und medizinische Versorgung angewiesen sind? Bezahlen Sies dann so jobjob aus der eigenen Tasche, oder sind dann Solidarversicherungen plötzlich gut genug? Es ist wie gesagt, eine solidarische Versicherung, aber Sie müssen sich ja nicht solidarisch verhalten. Antworten
@Fritz Eberhard: Am Krankenkassenobligatorium ist nur eins falsch, nämlich dass die Krankenkassen privat sind und somit privaten(!) Firmen Milliardengewinne garantiert werden (oder wurden). Was ist denn das für ein Unsinn. Eine staatliche Lösung, die nicht auf Gewinnoptimierung basiert ist viel besser. Antworten
All zu lange wird es nicht mehr dauern, bis die Mehrheit der Amerikaner realisiert, dass das US Rechtssystem immer weniger mit Gerechtigkeit zu tun hat. Im Gesundheitswesen, wo nur ein ganz kleiner %-Satz von Klagen je vor Gericht kommen, verdienen vorallem die Anwaelte und die Versicherungen. Aber mit Geld kann man Alles haben, Leider sind fast 90% der Politiker Anwaelte, das erklaert Vieles! Antworten
@Mats Helbling: Hans Abbühl hat vollkommen recht. Sie drücken auf die Tränendrüse um nicht hinsehen zu müssen was bei uns wirklich gemacht wurde. Die Dreifuss hat solange mit den Ängsten der Leute gespielt, bis man ja sagte zu einer obligat. Krankenkasse. Obligatorische Solidarität - ein Unsinn! Abschaffen. Nichs dagegen wenn Sie sich versichern. Doch ich will für mich selber entscheiden können. Antworten
@Hans Abbühl: Wie kann es Ihnen nur egal sein, wenn ein Mensch auf der Strasse irgendwo auf der Welt zugrunde geht, nur weil er kein Geld hat, um die Zeche der Versicherung zu bezahlen? Komischerweise ist es Ihnen aber nicht egal, wie es in der Wall Street läuft, die Europa mitsamt der kleinen Schweiz noch immer in den Abgrund zu reissen droht. Antworten
Congratulations, Mr President! Dieses System war schon seit langem krank und eines zivilisierten Landes unwürdig. Immer wieder verweigerte man Kranken notwendige Behandlungen, sogar solchen mit einer Versicherung. Kein Wunder machten die Versicherungen Milliardengewinne. Mit diesen Praktiken ist es nun hoffentlich vorbei. Antworten
Merkwürdig, diese grosse Euphorie bei uns um den "Sieg" im amerikanischen Gesundheitswesen, wie wenn damit auch grad unsere Probleme in diesem Unwesen gelöst würden. In den USA beginnen die Finanzierungsprobleme des Gesundheitsmarktes erst jetzt , wie bei uns vor etwa 15 Jahren mit dem Obligatorium der Krankenkassen und darauf mit dem Selbstbedienungsladen. Antworten
In der Tat ein grosser Schritt für Obama - aber ein kleiner für die USA. Zur Reform gehört auch, die Kosten des Gesundheitswesens zu reduzieren- Man erinnere sich: Die USA haben das teuerste Gesundheitswesen. Wir in der Schweiz das zweitteuerste. Noch bleibt viel zu tun - eine obligatorische Krankenversicherung lässt sich sonst schnell wieder "kippen". Antworten
Endlich, the "greatest country on earth" tut was für sich. Obama ist ein wahrer Präsident. Was hier einige Leute mit Sozialismus verbinden, ist mir schleierhaft. Bei Versicherungen herrscht ein Anreizproblem, und das hat nichts mit Sozialismus vs. freier Marktwirtschaft zu tun. Amerika hatte auch bis anhin schon das teuerste Pro-Kopf Gesundheitssystem der Welt. Es kommt nur besser... Antworten
Die Finanzierung dieser Reform wird durch zusätzliche Steuern, insbesondere Kapitalgewinn- sowie Dividendensteuern, erfolgen. Leider ist es aber nicht so, dass nur reiche Bürger Aktien besitzen, sondern in den USD ist Aktiensparen gleich Altersvorsorge. Diese Reform wird der Börse einen herben Dämpfer zufügen, was die Volkswirtschaft zusätzlich schwächen wird i.e. The Double-Dip is coming... Antworten
Endlich wieder mal etwas Positives von den USA. Ein seit langem notwendiger Schritt in die richtige Richtung. Wiedergewählt werden ist nicht das Wichtigste für jemanden, welchem es um sein Land geht. Um's Geld kann's ihm auch nicht gehen. Es gibt tatsächlich noch Menschen, welche eine Weitsicht haben und begreifen, dass Reformen zwar unpopulär sind, doch im Endeffekt eine Besserung bringen. Bravo! Antworten
Liebe Luzia Keller. So wahnsinnig war der Erfolg ja nun nicht. Immerhin stimmten zuletzt gerade mal einige Abeordnete (3!) mehr zu als notwendig. Die wichtigere einlassung kommt von Fr. Hamilton. Die Zwangsversicherung kann (muss nicht) viele Amerikaner einen guten Teil des knappen Einkommens kosten. Das hängt von der allgemeinen Kostenentwicklung ab. Antworten
Wer hier noch immer "freier Markt vs Sozialismus" bemüht, hat offensichtlich noch gar nichts begriffen. Wir können alle(!) froh sein, dass Obama da gedanklich und tatsächlich einen Schritt weitergekommen ist. Eine integre und vernunftgeleitete Politik, die den Blick für das Ganze nicht verliert und sich an der Gerechtigkeit orientiert; Ein paar Obamas würden uns auch nicht schaden... Antworten
Präsident Obama, steht ihm noch ein Problem im Wege: Das Israel/Palästina-Konflikt. Würde er dieses, nicht nur mit leeren Versprechungen, sondern auch in Taten, wie mit seiner Gesundheitsreform umsetzen, dann würde er in die Geschichte eingehen. Antworten
@Karl Springer: Sie scheinen ein sehr nüchtern denkender Mensch zu sein, dem jeglicher Enthusiasmus abhanden zu kommen scheint. Aber schön Ihre Bemerkung über meinen Vornamen, welcher 'Lichtbringerin' bedeutet und aus dem hohen Norden stammt. Das Glas ist bei mir stets halbvoll und nicht halbleer. Trotzdem wünsche ich Ihnen mehr Gelassenheit und einen wunderschönen Frühlingstag! Antworten
Entgegen der langläufigen Meinung ist es nicht Aufgabe der Bundesregierung eine Gesundheitspolitik zu betreiben, hierfür sind wie bei uns die Teilstaaten zuständig. Massachusetts hat eine solche Versicherung vor Jahren eingeführt, höhe Preise und lange Wartezeiten sind nun das Resultat. Anstatt wirklich zu reformieren, werden die Bürger nun gezwungen ihr Geld in dieses ineffiziente System zu geben Antworten
Tja, was für Kommentare soll man denn erwarten von Leute, die sich selbst stolz als Schlechtmenschen bezeichnen? Solange es einem gut geht, ist es leicht auf denen rumzuhacken, die weniger haben. Aber das kann sich auch schnell ändern, da bin ich froh, dass wir in der Schweiz ein gutes Netz haben. Antworten
Die USA schaffen einen weiteren Schritt in Richtung zivilisierter Verhältnisse in ihrem Land. Jetzt müsste noch das Justizsystem reformiert und aus besetzten Ländern abzogen werden, eine vernünftigte Drogenpolitik eingeführt und Umweltschutz ernster genommen werden. Und das alles richtig, nicht wie im Kino. Antworten
An alle Kommentatoren, die da nur " Sozialismus" in dieser Reform sehen wollen. Nun diese Investitionen werden auch den Zuwachs an Arbeitsplätzen, Löhne, Steuern, Entwicklung, Forschung und wirtschaftlichen Aufschwung bringen. Nicht nur den Spekulanten in den Schoss den Geld nachwerfen, sondern mit Intelligenz Wirtschaftswachstum anstreben. Auch das hat er versprochen. Bravo Obama! Antworten
Und genau DARUM hat Obama den Nobelpreis erhalten: Nicht weil er irgendwie der Grösste ist, sondern weil er die Kraft verkörpert, die sich für Erneuerungen einzusetzen und wenn möglich auch durchzusetzen versteht. Ist es denn so schwer, geistige Gesetze zu verstehen !!! Antworten
Die Krankenversicherung in der CH besteht schon lange aber bei solch einem grossen Land wie USA, das schon genügend andere Probleme hat, kann man es nicht einfach so einführen. Ich habe gute geschäftliche Kontakte in den USA und ein Anwalt meinte, dass sich die USA solch ein System eigentlich gar nicht leisten kann. Hoffe trotzdem das irgendwann jeder Bürger in den USA davon profitieren kann. Antworten
Man kann Barack Obama nur herzlichst zu seinem mühsam errungenen Erfolg gratulieren, einem Erfolg, den er in schweisstreibender Überzeugungsarbeit zum Wohle seiner diesmal nicht gutbetuchten Mitmenschen erreicht hat, und in der US-Geschichtsschreibung einen würdigen Platz einnimmt. Antworten
Wundervoll! Dieser Barack Obama hat wirklich das Zeug dazu, Menschen mit seiner charismatischen Ausstrahlung zu überzeugen und Worten Taten folgen zu lassen. Er hat somit den Friedensnobelpreis mehr als verdient! Amerika ist in der Reinkarnationsphase... Antworten
Gratuliere Mister President, entlich haben es die Demokraten geschafft, eine Krankenversicherung, für alle Amerikaner auf die Beine zu stellen...erstaunlich dabei ist , das in den USA der gleiche hick hack abläuft wie bei uns, man schnorrt sehr lange ums Thema herum, was in so eine Versicherung hinein soll was nicht... sprich (Abbtreibung etc) bei uns würde so ein Präsident auch einiges bewegen. Antworten
@Moser: Was ist der Kapitalismus? Sagen wir mal freier Markt. Dieser funktioniert eigentlich verblüffend gut, solange nicht politisch punktuell interveniert wird. Kennen Sie ein Beispiel, in dem der wirklich freie Markt versagt hat? Nun, freuen wir uns mit den Amerikanern über diese Krankenversicherung, die Finanzierung kann allerdings nicht ohne Abstriche in anderen Bereichen realisiert werden. Antworten
Ein sehr knappes Resultat, das uns allen zu denken gibt. Bezeichnend ist, dass die meist hochreligiösen Republikaner von der ubiquitären Lehre der Nächstenliebe - sobald es ums liebe Geld geht - nichts mehr wissen wollen. Eine wahrhaft christliche Einstellung gegenüber den Schwächsten! Obama gebührt nun noch mehr Hochachtung, und dazu den Dank vieler bisher vernachlässigter Menschen. Antworten
Ein wegweisendes Signal für die gesamte übrige Welt: Es zeigt, dass - wo auch immer - die Sozialwerke und -aufgaben nicht mehr nur als quantité négligeable behandelt werden dürfen. Die Sozialabbauer werden es in ihrem Egoismus immer schwerer haben. Der Solidaritätsgedanken gewinnt wieder an Bedeutung. Antworten
Gratulation an die USA zu diesem historischen Sieg. Besser spät als nie. Sie haben nun dasselbe Gesundheitssystem eingeführt, welches fast alle europäischen Staaten längst haben. Der Dollar ist mit einem leichten Plus in die neue Woche gestartet. Den Märkten ist offenbar klar, dass der Systemwechsel notwendig war. Nichts zieht eine Wirtschaft stärker runter, als Kranke + Sterbende auf den Strasse. Antworten
@ Herr Hüppi - Wen Sie schon einmal in den USA gearbeitet hätten und Ihre Sick-Days und Geld an einen Mitarbeiter mit Tumor gespendet hätten, würden Sie nicht so schreiben. Zuzeit ist es einfachen Angestellten nicht möglich eine Krankenversicherung zu zahlen. Wie soll z.B. ein MCD-Angestellter mit USD 920 Gehalt eine Prämie von mind. USD 200 bezahlen? Sollen die Leute auf der Strasse sterben? Antworten
@P. Hüppi Dieser Kommentar ist ziemlich unangebracht und verleumdet sehr viele Menschen! Sie verwechseln ausserdem Sozialismus mit Sozialstaat... Den moralischen Wert einer Gemeinschaft kann man daran messen wie sie mit den schwächsten umgeht... Da hat Amerika einen kleinen Schritt aus der Steinzeit heraus gemacht. Antworten
Herzliche Gratulation an den Kongress der USA. Jetzt muss nur noch das Militärbudget gekürzt werden und schon geht es mit den Staaten noch schneller aufwärts. Aber das wäre ein anderes Thema. Genauso wie die sinnlos herausgeworfenen Gelder für die Banken. Hier, für die kleinen Leute, macht es wirklich Sinn. Warum soll Krankenpflege ein Luxusgut sein, das sich nicht alle leisten können? BRAVO !!! Antworten
Leute mit der Meinung von Herrn Hüppi sollten aus der Krankenkasse ausgeschlossen werden. Vielleicht würde er dann am eigenen Leib erfahren, wie es sich ohne diese Versicherung lebt. Noch ist er vermutlich Gesund - und ,oder gut bei Kasse. Es gibt jedoch auch noch andere Mitmenschen. Ein bisschen wenigere Phlegmathismus in ihren Gedanken wäre angebracht. Antworten
Im 2009 haben die fünf grössten US Versicherungen 12Mia USD Gewinn verbucht, 56% mehr als im 2008. Das wurde erreicht, indem 2.7Mio "Versicherten" gekündigt oder ins staatliche Medicare umgesiedelt wurden. Die Versicherungsbranche hatte sich schon lange mit Obama geeinigt. Mit dieser "Reform", wie auch mit Medicare, werden weiterhin fette Gewinne fliessen, auf Kosten des Steuerzahlers. Antworten
@ Peter Hüppi-Seltsame Auffassung von Ihnen, es scheinen für Sie nur 10% Phlegmatiker, Faulenzer und illegale Einwanderer zu existieren.Sie gehören natürlich ganz selbstverständlich in eine andere Klasse mit Krankenversicherung, es geht Ihnen gut. Oder soll man lieber mit diesem Geld weitere Kriege und Waffen finanzieren und produzieren? Welch ein penetrantes Ego! Antworten
Ich freue mich für jeden Amerikaner welcher endlich auch Krankenversichert sein wird. Allerdings sehe ich (Amerika hat die teuereste Medizinversorgung der Welt) grosse Probleme wie sich ein so hoch verschuldeter Staat und natürlich auch Haushalt dies leisten soll? Ich denke das umsetzen und finanzieren wird das ganze zum scheitern bringen. Antworten
Naja, Sozialisten und Staatsgelder - jetzt auch in USA. So werden wir wenigsten in Bälde den Dollar wieder günstiger erhalten, was uns in Bezug auf die Öl- und Benzinpreise etwas Nutzen einbringen könnte. Zudem dürfte der kommende Wahlkampf für die Republikaner auch wieder etwas einfacher werden... Man muss nur die richtige Einstellung finden, um solche politischen Ungeschicktheiten wezustecken. Antworten
Diese Gesundheitsreform wird ohne Zweifel historisch sein. Spätestens dann, wenn ein paar Jahre ins Land gegangen sind, wird den Amerikanern vielleicht klar, was das bedeutet: Dass auch sie für die Finanzierung einer gigantischen, ineffizienten Geldmaschinerie Zwangsbeiträge leisten müssen. Und dass dies an Ihrer Gesundheit nur wenig ändert; sie aber zu fast rechtlosen Bittstellern macht. Antworten
Es wäre mal interessant eine Übersicht zu bekommen von den wichtigsten Faktoren die hier nun verabschiedet wurden. Vielleicht bin ich ja der einzige, aber ich blicke nicht mehr durch was nun im Packet enthalten war und was nicht. Gegner bezeichnen die Reform ja als Bailout für die Versicherungen, was ist denn da dran? Kann das mal jemand erläutern? Antworten
Schön wär's. Nicht Sozialismus, Herr Hüppi sondern Kapitalismus in reinster Form. Leute werden dazu gezwungen, sich für Geld, dass sie gar nicht haben, bei einer Privatversicherung zu versichern - die Prämien werden auch steigen, was die Leute in den Ruin treiben wird. Der typsische "Sozialsmus!" Aufschrei, eben, der verkennt wer hier hinter den Kulissen am Werk ist. Pharma und Versicherungen. Antworten
Zwar ist es korrekt, dass das 'individual mandate' und die Subventionen die es nach sich zieht einiges an Geld kostet. Aber wie das unparteiische CBO (Congressional Budget Office) errechnet hat, spart dieses Gesetz über die nächsten zehn Jahre über $140 Mia. Die Demokraten haben es endlich geschafft, die Angstmacherei der Republikaner zu ignorieren. Good for them! Antworten
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Hans Graf
Dieser "Sieg" mag gut für den Präsidenten sein, dass er es auch für die Steuer- und Prämienzahler sein wird, bezweifle ich stark, da - wie auch in der Schweiz - nicht das Grundübel, die Kosten angegangen werden. Für Politiker hüben wie drüben scheint die Devise "nach mir die Sinthflut" immer populärer zu werden. Antworten