«Wenn das System versagt, dann bin ich dafür verantwortlich»
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US-Präsident Barack Obama übernimmt die direkte Verantwortung für die Geheimdienst-Pannen vor dem Anschlagsversuch von Detroit. Das erklärte Obama am Donnerstag in Washington bei der Publikation eines ersten Regierungsberichts über die Fehler im Anti-Terror-Kampf. «Wenn das System versagt, dann bin ich dafür verantwortlich», räumte Obama ein. Zugleich kündigte er Massnahmen zur Verbesserung der Nachrichtendienste und zur Flugsicherheit an. Die Reformen seien unabdingbar, nachdem die «erste Verteidigungslinie» am 25. Dezember durchbrochen worden sei. Im Fall des nigerianischen Attentäters seien die vorliegenden Daten nicht richtig gedeutet worden, betonte Obama erneut.
Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab hatte am ersten Weihnachtstag versucht, ein US-Flugzeug über Detroit mit fast 300 Insassen in die Luft zu sprengen. Abdulmutallab war zwar in eine grobe Liste mit den Namen von über 500'000 Terrorverdächtigen aufgenommen worden, nicht jedoch in eine engere Flugverbotsliste. Obama hatte die Geheimdienste wegen dieses Versäumnisses bereits wiederholt scharf kritisiert. Personelle Konsequenzen zog er aber auch am Donnerstag keine.
Holder: «Globale Ermittlungen»
Vor der Obama-Rede hatte die US-Regierung einen Bericht der «Los Angeles Times» zurückgewiesen, wonach US-Grenzbeamte von den Terrorverbindungen des Nigerianers gewusst haben, als dieser am 25. Dezember bereits an Bord der Maschine sass. «Die Beamten in Detroit waren darauf vorbereitet, ihn nach der Landung genau zu kontrollieren», sagte ein Sicherheitsbeamter der Zeitung. Bevor es dazu kam, versuchte Abdulmutallab beim Landeanflug die Maschine in die Luft zu jagen. Den Sprengstoff hatte er in seiner Unterwäsche an Bord geschmuggelt.
US-Justizminister Eric Holder sagte, die Ermittlungen zu den Vorkommnissen vom ersten Weihnachtstag gingen in schnellem Tempo voran. Die Untersuchungen seien global und hätten bereits wertvolle geheimdienstliche Erkenntnisse erbracht.
Jemen: Abdulmutallab in London rekrutiert
Der Jemen und Grossbritannien streiten sich unterdessen darum, wo Abdulmutallab von der Terrorgruppe al-Qaida rekrutiert wurde. London hatte erklärt, der Nigerianer sei erst nach seinem Aufenthalt in London (2005 bis 2008) radikalisiert worden.
Der jemenitische Vizeminister für Sicherheit und Verteidigung, Raschad al-Alami, entgegnete am Donnerstag, Abdulmutallab habe beim Verlassen des Jemen 2005 noch keine Verbindungen zu Extremisten gehabt. Bei der Rückkehr im August 2009 sei er dann bereits radikalisiert gewesen. Also sei er in London rekrutiert worden.
Attentäter droht lebenslängliche Haft
Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab muss wegen seines versuchten Anschlags auf ein US-Flugzeug über Detroit mit lebenslanger Haft rechnen. Die US-Behörden erhoben am Mittwoch Anklage gegen den 23-Jährigen. Eine Grand Jury entschied, dass er sich in sechs Punkten vor Gericht verantworten muss, unter anderem wegen versuchten Mordes in 289 Fällen. Im Flugzeug befanden sich nebst Abdulmutallab 278 Passagiere und 11 Besatzungsmitglieder.
Die Anklage gegen Abdulmutallab wurde bei einem Bundesgericht in Detroit eingereicht. Demnach wird ihm auch versuchter Einsatz einer Massenvernichtungswaffe angelastet. Dieser Punkt allein könnte ihm im Fall eines Schuldspruchs lebenslange Haft einbringen.
(vin/sda/ap)
Erstellt: 07.01.2010, 23:55 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





