Wenn die Kinderhändler kommen
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Die fünf Männer und fünf Frauen waren bereits am Freitag festgenommen worden und sitzen derzeit in einem Gefängnis in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince in Untersuchungshaft. Das teilte die Polizei mit. Die Behörden beschuldigen die Festgenommenen, sie hätten die Kinder ohne Genehmigung über die Grenze bringen wollen. Die Rechtmässigkeit für Adoptionen habe nicht belegt werden können. Auch Schreiben der Eltern der Kinder hätten nicht vorgelegen.
«Das ist vollkommen illegal», sagte Haitis Sozialminister Yves Cristallin. «Kein Kind verlässt Haiti ohne rechtmässige Erlaubnis und diese Leute hatten keine.» Neben den zehn US-Bürgern seien auch zwei Haitianer festgenommen worden. Ein Angehöriger eines Festgenommenen sagte dem US-Sender NBC, es handle sich um ein Missverständnis.
Christliche Organisation
An der Aktion waren laut Cristallin auch zwei Geistliche beteiligt, einer aus Haiti und einer aus Atlanta im US-Bundesstaat Georgia, Die Festgenommenen gehörten zur Hilfsorganisation «New Life Children's Refuge» mit Sitz im US-Bundesstaat Idaho.
Auf der Internetseite der Organisation heisst es, einhundert haitianische Kinder sollten in der Dominikanischen Republik in Sicherheit gebracht werden. Freiwillige wollten sich um die Kinder kümmern, für die in Cabarete ein Hotel mit 45 Räumen angemietet worden sei.
Es gehe um die «Rettung haitianischer Waisenkinder», die in Strassen alleingelassen, in Behelfsspitälern untergebracht worden seien oder aus zusammengebrochenen Waisenhäusern stammten. Dafür werde der «Segen Gottes» erbeten, damit die Regierung der Dominikanischen Republik den Einsatz unterstütze.
Untersuchung eingeleitet
Die haitianischen Behörden äusserten die Auffassung, die Amerikaner hätten unabhängig von ihrer Motivation gegen haitianisches Recht verstossen.
Polizeichef Mario Andrésol sagte, eine Untersuchung über die Hintergründe des Vorgehens der US-Bürger sei eingeleitet worden. Es obliege dem Justizministerium, das weitere Verfahren festzulegen. Eine Stellungnahme der US-Botschaft in Port-au-Prince lag zunächst nicht vor.
Haiti war bei dem schweren Erdbeben vor knapp drei Wochen stark zerstört worden. Es wird vermutet, dass bis zu 200'000 Menschen ums Leben gekommen sind. Viele Kinder wurden durch das Beben zu Waisen.
Unicef und die Regierung Haitis warnten bereits mehrfach davor, dass das Chaos des Landes immer öfter für Kindesentführungen und illegale Adoptionen ausgenutzt werde. Die US-Regierung hatte ihre Bürger aufgerufen, bei der Adoption haitianischer Kinder Geduld an den Tag zu legen und Zeit für «transparente» Verfahren zu lassen. (cpm/sda)
Erstellt: 03.02.2010, 14:37 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





