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«Wer eigentlich braucht die Schweiz?»

Aktualisiert am 05.10.2009 100 Kommentare

Qadhafis Idee, die Schweiz zu vernichten, war vielleicht doch nicht so schlecht, meint die «Los Angeles Times». Besser jedenfalls, als vor Schweizer Botschaften zu demonstrieren und Ricola zu boykottieren.

«Roger Federer würde für andere zu haben sein»: Zerschlagung der Schweiz hätte laut «LA Times» auch Vorteile.

«Roger Federer würde für andere zu haben sein»: Zerschlagung der Schweiz hätte laut «LA Times» auch Vorteile.

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Moammar Al-Qadhafis Vorschlag am G-8-Treffen, die Schweiz auf die umliegenden Nachbarstaaten aufzuteilen, amüsierte die ganze Welt. Ernst nahm die Forderung des libyschen Revolutionsführers niemand: Die Uno mochte erst gar nicht auf sie eingehen; der Antrag wanderte kommentarlos in den Papierkorb. Die Tirade seines Sohnes Hannibal, er würde die Schweiz von der Landkarte fegen, wenn er eine Atombombe hätte, verfestigte schliesslich nur den Eindruck, einige Mitglieder des Herrscherclans neigten zur Exzentrik.

Qadhafis Pläne zu schnell verworfen

Doch nun, nach der Verhaftung Polanskis am Zürcher Flughafen, werden in den USA Stimmen laut, die sich fragen, ob Qadhafis Pläne nicht doch vorschnell vom Tisch gefegt wurden. «Wenn Qadhafi doch recht hat, würden wir die Schweiz vermissen?», titelt die «Los Angeles Times». Statt vor Schweizer Botschaften zu demonstrieren oder Ricola zu boykottieren, sei es vielleicht doch besser, die Schweiz auf die umliegenden Staaten aufzuteilen, schreibt ihr renommierter Kolumnist Lionel Beehner augenzwinkernd.

Dass nun plötzlich alle so «Anti-Swiss» eingestellt sind, wundert ihn nicht: Nach allem seien die Schweizer mit ihrer Ordentlichkeit und ihrem übertriebenen Hochhalten des Gesetzes ein echter Ablöscher. Sie starten keine Kriege, foltern keine Gefangenen und verschmutzen nicht den Planeten. Sie sind gesund und sehen gut aus. Sie sind wohlgesittet und mehrsprachig. Und sogar die Armeemesser sind viel cooler als die amerikanischen. «Warum also sollte man sie nicht hassen?»

Roger Federer als Zückerchen

Für Beehner liegen die Vorteile einer Zerschlagung der Schweiz auf der Hand. Zuallererst: Roger Federer würde für andere Nationen zu haben sein. Und: Die Skigebiete würden einer neuen Wintersport-Agentur im Besitz der Uno vermacht. Auch auf die Schweizer Garde könnte man verzichten; der Vatikan im Gegenzug die Sicherheitsfirma Blackwater engagieren. Schliesslich bräuchte man die Schweiz auch als Intermediär zum Iran nicht mehr, wenn die USA die Beziehungen zum Mullah-Staat wiederherstellen.

Fazit Beehner: «Vielleicht hat Qadhafi doch recht. Wer eigentlich braucht die Schweiz?» (dvp)

Erstellt: 05.10.2009, 23:23 Uhr

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100 Kommentare

Markus Christen

05.10.2009, 14:45 Uhr
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Braucht die Welt ein Land, das Kriege anzettelt, die Umwelt zerstört, Menschenrechte missachtet, foltert und seine Interessen rücksichtslos durchsetzt? Braucht es ein übergewichtiges, amokgefährdetes Auto- und Waffenbesessenes Volk? Brauchen wir eine dekadente Macht- und Bonusgierige Wirtschaftselite die alle andere in die Krise stürzt? Eigentlich auch nicht. Wilkommen USA, jetzt sind wir zwei. Antworten


Thomas Schaelchlin

05.10.2009, 14:45 Uhr
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Im Gegenzug, wer braucht Qadhafi (wird ja immer anders geschrieben) oder die Yanks. Ausser Chaos auf dem ganzen Planeten zu starten haben die ja in den letzten Jahren nichts gebracht!! Antworten



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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

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