Wie Mexico-City die Smogglocke zerschlagen will
«Aufräumen mit dem Paradigma Auto, Vorstadt, Shopping-Mall»: Bürgermeister Marcelo Ebrard Casaubón. (Bild: Keystone)
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Die Hauptstadt Mexikos ist Synonym für Smogglocke. «Muster einer verpesteten Megacity», wie Spiegel Online schreibt, eine «wahre Hölle aus Autos und Abgasen». In den neunziger Jahren seien die umliegenden Bergketten nicht mehr zu erkennen gewesen, schreibt das Online-Portal. Sah man in Mexico City einen Jogger, vermutete man einen Suizidwilligen.
Damit soll nun aber Schluss sein. Bürgermeister Marcelo Ebrard Casaubón hat dem Smog den Kampf angesagt. Er wolle «aufräumen mit dem Paradigma Auto, Vorstadt, Shopping-Mall». Und so zwingt er seiner Stadt eine neue Verkehrspolitik auf. Diese umfasst mehrere Eckpunkte:
- Herzstück der Verkehrsreform ist der Aufbau eines Schnellbusnetzes. Die roten Gelenkbusse erhalten eigene Spuren. Denn der Bau eines Kilometers ist bis zu 50 Mal günstiger als derjenige für ein U-Bahn-System.
- Die Mittelschicht soll ins Zentrum zurückgeholt werden. 400'000 Mexikaner seien in den letzten fünf Jahren an den Stadtrand gezogen und pendeln täglich.
- In den Häusern im Zentrum soll auch gewohnt werden.
- Kunststoff-Poller verkleinern Kreuzungen an jeder Ecke.
- Fahrradfahrer dürfen in speziell markierten Zonen an den Ampeln vor den Autos warten.
- Eine neue U-Bahn-Linie wurde gebaut.
- Radwege und Fussgängerzonen werden eingerichtet.
- Auf den grossen Strassen werden den Autofahrern zwei Spuren weggenommen.
- Ein Fahrradleihsystem nach Vorbildern in Paris und Barcelona wird aufgebaut.
- Autofahren wird durch höhere Steuern und Parkgebühren gezielt verteuert.
- Einen Montag pro Monat müssen die städtischen Angestellten per Rad zur Arbeit kommen.
Bürgermeister Ebrard hat eine Vision, denn Autos und Abgase würden «nicht nur das Klima, sondern auch die Gemeinschaft zerstören».
Spiegel Online kommentiert Ebrards Strategie: «In Deutschland mag das alles banal klingen, in Mexiko-Stadt ist es revolutionär. Der Vorrang des Autos ist total, Radfahrer haben auf den Avenidas keine Rechte, Fussgänger oft Mühe, die breiten Strassen überhaupt zu überqueren.»
Bürgermeister Marcelo Ebrard Casaubón will seine Verkehrspolitik am Klimagipfel in Kopenhagen vorstellen. Er sagt: «Die Grossstädte sind eine Pressure-Group im Kampf gegen den Klimawandel.» (sam)
Erstellt: 06.12.2009, 23:56 Uhr












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