Wie der Pfefferspray-Polizist berühmt wurde
Aktualisiert am 23.11.2011 21 Kommentare
Irritierende Bilder: Der gefilmte Vorfall in Kalifornien.
Teure Occupy-Bewegung
Die Occupy-Bewegung hat in 18 US-Städten seit ihrem Beginn vor gut zwei Monaten Kosten in Höhe von mindestens 13 Millionen Dollar verursacht. Der grösste Teil der Kosten fiel für Überstunden von Polizisten an. Das ergab eine Untersuchung der Nachrichtenagentur AP, die heute vorgestellt wurde. Demnach seien die zusätzlichen Ausgaben für Polizeieinsätze in New York mit sieben Millionen Dollar am höchsten gewesen. Der Zeitraum der Untersuchung erstreckt sich vom ersten Tag der Proteste am 17. September bis zum 15. November. An diesem Tag wurde das New Yorker Occupy-Lager im Zuccotti-Park geräumt.
dapd
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Die UC Davis ist ein verschlafener Universitätscampus in Kalifornien, der bis vor einer Woche noch relativ unbekannt war. Auch die Occupy-Bewegung, welche die Studenten in Davis erfasste, kam medial nicht über die lokale Universitätszeitung hinaus.
Ein Youtube-Video veränderte das innert Stunden: Es zeigt auf dem Boden kauernde Studenten der Davis-Universität, mit Schals und Kapuzen versuchen sie, ihr Gesicht zu schützen. Es handelt sich um Occupy-Demonstranten, die sich weigerten, ihre Zeltstadt zu räumen. Was folgt, sind irritierende Szenen: Als wäre er ein Zauberer, der gleich ein gelungenes Kunststück zeigen wird, zeigt ein uniformierter Polizist der umstehenden Masse eine rote Flasche Pfefferspray. Danach nebelt er die Demonstranten grossflächig ein, die Besprühten winden sich, die Zuschauer sind empört und rufen «Shame on you».
Polizisten suspendiert
Noch bevor der letzte Demonstrant in Handschellen abgeführt wurde, stellten schon die ersten Studenten ihre Handybilder des Vorfalls aufs Internet. 24 Stunden später wurden die Youtube-Videos schon über drei Millionen Mal angeklickt. Inzwischen wurden zwei der involvierten Polizisten vom Dienst suspendiert, Studentengruppen fordern den Rücktritt der Universitätsdirektorin. Die Universität hat ein Komitee einberufen, das den Vorfall untersuchen soll. Rektorin Linda Katehi liess verlauten, sie fände das Vorgehen der Polizei unangemessen. Sie sei «äusserst traurig» über das, was passiert sei.
Die Geschichte der UC Davis ist ein Musterbeispiel dafür, wie Youtube, Twitter und Co. die Berichterstattung für jeden Bürger eröffnen, aber auch dafür, wie Bilder eine Bewegung unterstützen und ein Thema befeuern können, bis hin zu gewalttätigen Racheaktionen eines anonymen Mobs.
Jeder kann es dokumentieren
Der gefilmte Polizist ist bereits Zielscheibe von Anonymous. Die Hacker-Gruppe veröffentlichte die Telefonnummer und Adresse des Polizisten. Andere bearbeiteten das Bild des sprühenden Beamten via Photoshop und verhöhnen so den «Pfefferspray-Cop».
Die Geschichte der UC Davis und ihre Auswirkungen reihen sich ein in eine Kette von Vorfällen, bei denen das Vorgehen der amerikanischen Polizei via Handy dokumentiert wurde: Im kalifornischen Oakland filmen Zeugen 2009 die Erschiessung eines unbewaffneten Mannes durch die Polizei und im Juli dieses Jahres zeigten Youtube-Videos wie ein Obdachloser in Los Angeles von der Polizei niedergeschlagen und mit Elektroschockpistolen beschossen wird. Beide Male reagierte die Bevölkerung auf die Bilder mit wütenden Demonstrationen.
«Heutzutage kann jeder das Vorgehen der Polizei dokumentieren», sagt Richard Broughton, ein Professor für Kriminologie an der Universität von Detroit gegenüber dem «San Francisco Chronicle»: «Eine Folge davon ist, dass die Universität sehr schnell auf den Vorfall reagierte. Ohne diese Bilder hätte das Institut wohl nicht so schnell reagiert.» (kle)
Erstellt: 23.11.2011, 18:12 Uhr
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21 Kommentare
Echt schockierend, widerlich. Wie kann manN auf total friedliche und ohne Gewalt anwendende Menschen so reagieren? Sowas ist einer Demokratie nicht würdig. Wie war mal ein Slogan? Die Polizei, Dein Freund und Helfer! Es ist gut so, gibt es diese neuen Medien, denn solche Bilder und Vorkommnisse MÜSSEN öffentlich gemacht werden. Antworten
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Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

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