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Wikileaks plant Enthüllung über Grossbank

Aktualisiert am 30.11.2010

Nach den Politikgrössen müssen nun die Firmen zittern: Wikileaks-Gründer Julian Assange kündigt eine Enthüllungsgeschichte über eine US-Grossbank an.

1/19 Am 11. Januar 2011 erschien Julian Assange kurz vor einem Gericht in London ...
Bild: Keystone

   

Assange kämpft gegen Haftbefehl

Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, hat in Stockholm einen weiteren Antrag auf Aufhebung eines Haftbefehls eingereicht.

Eine Sprecherin des Obersten Gerichtshofes sagte, der Einspruch sei am Dienstag eingegangen. Assange, dessen Aufenthaltsort nicht bekannt ist, soll wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe der sexuellen Belästigung und Vergewaltigung polizeilich befragt werden. Die Vorwürfe werden von zwei Frauen erhoben, die Assange während eines Aufenthalts in Schweden im August getroffen haben soll. Der Australier beteuert seine Unschuld. Vor wenigen Tagen hatte ein Berufungsgericht sein erstes Aufhebungsgesuch abgelehnt.

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Der Gründer der Internet-Plattform Wikileaks, Julian Assange, hat in einem Interview angekündigt, als nächstes die Wirtschaft ins Visier nehmen zu wollen. Nach der Veröffentlichung von US-Regierungsdokumenten solle Anfang nächsten Jahres eine amerikanische Grossbank das nächste Ziel werden.

Dies sagte der Australier in einem Interview des US-Magazins «Forbes», das am Montag online veröffentlicht wurde. Dabei gehe es um Zehntausende interner Dokumente der Finanzinstitution, schreibt das Magazin.

Blick in Geschäftsgeheimnisse möglich

Die Offenlegung des Materials eröffne «wahre und repräsentative Einsichten, wie sich Banken auf der Managementebene verhalten», sagte Assange weiter. Die Folge dürften «vermutlich Untersuchungen und Reformen sein».

«Forbes» schreibt, die Veröffentlichung ermögliche jedem Kunden, Konkurrenten und den Regulierungsbehörden den Blick auf die Geheimnisse der betroffenen Bank. Das Interview mit Assange wurde den Angaben zufolge am 11. November in London geführt.

Die Internet-Plattform Wikileaks und mehrere internationale Medien, darunter die «New York Times» und der «Spiegel», hatten am Sonntag mit der Veröffentlichung von mehr als 250'000 vertraulichen oder geheimen Berichten aus US-Botschaften begonnen. In den nächsten Tagen soll weiteres Material publik werden.

In London versteckt?

Der 39-jährige Assange hat die Veröffentlichung verteidigt. «Obamas Regierung glaubt nicht mehr an die Pressefreiheit. Sie tut auch nicht mehr so, als würde sie daran glauben», begründete Assange in einer kurzen Handyvideo-Botschaft seine Motive für die Herausgabe von über 250'000 geheimen Diplomaten-Depeschen aus dem US-Aussenministerium. Aufgenommen hatte der Wikileaks-Gründer seine kurze Rede an einem geheimen Ort in London, wie der «Telegraph» berichtet. Eine grosse Pressekonferenz, wie bei früheren Veröffentlichungen üblich, gab es diesmal nicht.

Der Australier wird gesucht. Die USA wollen «wegen Veröffentlichung geheimer Dokumente» strafrechtlich gegen ihn vorgehen, Assanges Heimatland will Washington dabei helfen und hat dazu eigene Ermittlungen aufgenommen. Schweden, sein letzter offizieller Wohnort, sucht ihn wegen angeblicher Vergewaltigung mit einem internationalen Haftbefehl. Eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis hatte ihm Stockholm zuvor verweigert. Eine anonyme Quelle der Londoner Polizei bestätigt derweil gegenüber dem «Telegraph», dass man Assange wegen des Haftbefehls aus Schweden wohl verhaften würde, sollte sein derzeitiger Aufenthaltsort auffliegen.

Mittlerweile hat die ecuadorianische Regierung Assange bei Bedarf politisches Asyl angeboten. Der stellvertretende Aussenminister Kintto Lucas erklärte, Assange könne «ohne jede Art von Schwierigkeiten und ohne jegliche Bedingungen» in dem lateinamerikanischen Staat leben. Er solle sich dort ungehindert äussern können, sagte Lucas laut der Website EcuadorInmediato am Montag. Wikileaks soll nach eigenen Angaben auch im Besitz von mehr als 1600 Unterlagen aus der US-Botschaft in Quito sein.

(jak)

Erstellt: 30.11.2010, 08:20 Uhr

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