Ausland

Wundersame Rettung in Haiti

Aktualisiert am 27.01.2010

In Haiti ist ein weiterer Verschütteter lebend aus den Trümmern geborgen worden – nach 12 Tagen unter den Trümmern eines Hauses. Er wird überleben.

Durch ein Nachbeben verschüttet: Der Gerettete überlebte mit trotz fehlendem Wasser.

Durch ein Nachbeben verschüttet: Der Gerettete überlebte mit trotz fehlendem Wasser.
Bild: Reuters

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Amerikanische Soldaten fanden den Mann am Dienstag unter den Resten eines Hauses in der Hauptstadt Port-au-Prince. Dort hatte er seit zwölf Tagen gelegen. Wie die US-Armee mitteilte, war der Mann nicht während des ersten gewaltigen Erdbebens vor zwei Wochen verschüttet worden, sondern durch eines der zahlreichen Nachbeben, die Haiti in der Folge erschütterten.

Die Soldaten seien damit beschäftigt gewesen, Trümmer beiseite zu räumen, als sie den Mann zufällig entdeckten, hiess es. Der Gerettete habe ein gebrochenes Bein, Verletzungen im Gesicht, und er sei stark dehydriert. Er sei ausser Lebensgefahr und zu Ärzten gebracht worden.

Mehr als 130 Menschen gerettet

Einsatzkräfte haben inzwischen mehr als 130 Menschen lebend aus den Schuttbergen geholt. Am vergangenen Samstag war elf Tage nach dem ersten Beben ein 25-Jähriger aus den Trümmern eines zusammengestürzten Gebäudes gerettet worden. Mit Klopfzeichen hatte er auf sich aufmerksam gemacht. Er hatte unter der Ruine nur so lange überleben können, weil er in einem Hohlraum eingeschlossen war und Getränke und Essen fand.

Bei dem Erdbeben der Stärke 7,0 waren am 12. Januar kamen nach Schätzungen der haitianischen Regierung etwa 150'000 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Toten dürfte jedoch noch steigen. Hunderttausende wurden obdachlos und sind seither auf Nahrungsmittellieferungen angewiesen.

Warnschüsse auf Plünderer

Immer wieder kommt es zu Plünderungen und Gewalt. Haitianische Polizisten versuchten am Dienstag vergeblich mit Warnschüssen, der Überfall auf einen Lebensmittelkonvoi zu verhindern. Die drei mit Reis beladenen Kleinlaster fuhren in der Hauptstadt Port-au-Prince an einem Obdachlosen-Camps vorbei, als plötzlich Hunderte junger Männer und Frauen auf die von Polizisten bewachten Fahrzeuge zustürmten und begannen, Reissäcke von den Ladeflächen zu zerren. Sie liessen sich von den zahlreichen Schüssen nicht beeindrucken. Verletzt wurde niemand.

«Unser grösstes Problem bei der Verteilung von Lebensmitteln ist, dass wir nicht genügend Sicherheitskräfte haben», sagte der Sprecher der Uno-Mission auf Haiti, Minustah, der brasilianische Oberstleutnant Fernando Pereyra. Bei der Ausgabe von Wasser und Nahrungsmitteln vor dem Präsidentenpalast mussten UNO-Friedenstruppen aus Brasilien Tränengas einsetzen, um dem Andrang einer riesigen Menge Herr zu werden.

Uno plant grosse Camps

In Port-au-Prince gibt es derzeit über 300 wilde Camps von Obdachlosen auf Strassen, freien Flächen und in Parks. Insgesamt sollen so eine halbe Million Menschen leben. Die Uno will nun rund Hunderttausend von ihnen ausserhalb der Hauptstadt in zehn grossen Camps unterbringen.

Wie die Sprecherin der Uno-Mission für Migration, Njurka Pineiro, sagte, haben die Arbeiten an einem der Standorte im Osten bereits begonnen. Beobachter vor Ort gehen davon aus, dass die Mehrzahl der Menschen die Stadt nicht verlassen wird, sondern es vorzieht, dauerhaft in den provisorischen Lagern zu bleiben. (raa/sda)

Erstellt: 27.01.2010, 10:34 Uhr

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