Zuerst wegen 9/11 arbeitslos – dann Aufstieg zur prominenten Swiss Miss
Von Christian Lüscher. Aktualisiert am 09.09.2011 17 Kommentare
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«Mit den Türmen ist auch mein Job eingestürzt», erinnert sich Tina Roth Eisenberg. Die Appenzellerin arbeitete in einem kleinen New Yorker Designstudio, das wenige Blocks vom Ground Zero entfernt war. Roth Eisenberg weiss noch genau, was am 11. September 2001 passierte: «Ich telefonierte im Büro mit meiner Mutter, als ich den ersten Knall hörte. Ich sah Papier durch die Luft fliegen.» Als das zweite Flugzeug einschlug, rannte die junge Designerin aus dem Gebäude. Wenig später wird sie Zeuge, wie der erste Turm zusammenfällt. «Die Staubwolke hat mich voll erwischt. Ich war weiss von Kopf bis Fuss. Die Luft war so staubig und dick, dass ich in ein Restaurant rannte und in der Küche nach nassen Tüchern suchte, um meine Atemwege zu schützen.» Die folgenden Tage verbrachte sie in ihrem Wohnquartier Carroll Gardens in Brooklyn. Tagelang wehte der Wind Asche und angebranntes Papiere in ihre Wohnung. «Grauslig», sagt Roth Eisenberg rückblickend.
Trotz Tragödie in NY geblieben
Drei Wochen konnte Roth Eisenberg nicht mehr ins Büro. Da ihr Arbeitsgeber schon vor 9/11 wenig Aufträge hatte, verlor sie ihren Job. «Ich hielt mich mit Gelegenheitsjobs über Wasser», erinnert sich Roth Eisenberg. Eine Rückkehr in die Schweiz kam für sie nicht in Frage. «I wasn't over with NYC», sagt sie heute.
Von 10 Dollar pro Tag lebte Roth Eisenberg. Während andere in dieser Situation längst aufgegeben hätten, biss sie auf die Zähne und bekam ein Jahr später trotz angespannter Wirtschaftlage die Gelegenheit, für ein renommiertes Designbüro zu arbeiten. Von da an gings nur noch aufwärts. 2006 erhiehlt sie die Greencard und gründete ihre eigene Firma im Stadtteil Dumbo (Kürzel steht für «Down Under Manhattan Bridge Overpass»).
Promi-Status
Ihre Arbeit wurde zum Erfolg und Roth Eisenberg in Designerkreisen plötzlich bekannt. Sie beginnt den Blog swiss-miss.com zu führen und erlangt Promi-Status. Rund eine Million User lesen pro Monat ihre Texte. «Die Leute in NY erkennen mich mittlerweile auf der Strasse», sagt Roth Eisenberg. Von den Werbeeinnahmen kann sie ganz gut leben.
Neben ihrem Blog organisiert die Wahl-New-Yorkerin auch eine Vortragsreihe, die inzwischen weltweit durchgeführt wird. Die Idee: Einmal pro Monat treffen sich Designinteressierte zum sogenannten «Creative Morning», einem zehnminütigen Vortrag mit Frühstück und anschliessender Diskussion. «Ich habe gemerkt, dass die Leute den Kontakt schätzen und sich nicht immer über das Internet unterhalten möchten», erklärt sie. Die Anlässe sind sehr begehrt und jeweils innert Kürze ausgebucht.
New York als Heimat entdeckt
Kann man angesichts ihres Erfolgs die Katastrophe auch als ihr Glück sehen? «Nein», sagt Roth Eisenberg. «Was an diesem Tag passiert ist, ist eine unglaubliche Tragödie. Es wäre respektlos gegenüber all den Menschen, die gestorben sind», erklärt sie. Ihr sei durch 9/11 jedoch klar geworden: «New York ist meine Heimat. Daran gibt es keinen Zweifel.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 09.09.2011, 12:15 Uhr
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17 Kommentare
DAS machte es eben aus: Ausharren, nicht aufgeben, denken und dann kommt meist die Belohnung! Aber ich sage auch, dass in diesem Alter das Leben noch längst nicht zu Ende ist und genau so gut alles wieder verloren gehen kann. Eine Cousine hat es so erwischt. Es braucht nur noch eine Krankheit und man kommt ins Grübeln. Denn abgesichert für solche Fälle ist man in NY nicht und die Chancen dann? Antworten
Ich bin mir nicht sicher ob die Geschichte so stimmen kann. Frau Eisenberg war entweder illegal in Amerika oder war verheiratet. Wer 2001 anscheinend schon länger in US gelebt und gearbeitet hat kann laut Bericht nicht erst 2006 von der USCIS eine GC erhalten haben. Ausser ein Verwandter bekommt die Staatsbürgerschaft nach 5 Jahren und kann die Familie nachziehen. Antworten
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