FBI teilt Vorwürfe der Wahlbeeinflussung

Nach der CIA kommt nun auch das FBI zum Schluss, dass Russland in die Präsidentenwahl eingegriffen hat. Hillary Clinton gibt dem russischen Präsidenten sogar eine Mitschuld an ihrer Niederlage.

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Die Vorwürfe einer Beeinflussung der US-Präsidentenwahl durch Cyberangriffe seitens Russlands werden auch vom FBI geteilt. Das berichtet heute die «Washington Post». Die Bundespolizei hatte sich Geheimdiensterkenntnissen der CIA bisher nicht angeschlossen.

Die Zeitung berichtet nun, auch der nationale Geheimdienstdirektor James Clapper gehe von russischen Hackerangriffen aus, die die Wahl zum Wohle des Republikaners Donald Trump hätten beeinflussen sollen.

Die «Washington Post» zitiert aus einem internen Schreiben von CIA-Direktor John Brennan. Dort schreibt er, er sei sich nach einem Treffen mit Clapper und FBI-Direktor James Comey einig über die russischen Absichten, die Wahl zu beeinflussen. Das gelte für ihre Absicht, ihr Ausmass und ihre Anlage.

Obama will Vergeltung

US-Präsident Barack Obama hat Vergeltung für russische Hackerangriffe während des Wahlkampfs angekündigt. «Ich denke, es gibt keinen Zweifel daran, dass wir handeln müssen, wenn eine ausländische Regierung versucht, die Integrität unserer Wahlen anzugreifen», sagte Obama gestern dem Rundfunksender NPR. «Und das werden wir, zu einem Zeitpunkt und an einem Ort, den wir bestimmen.»

Obama im Radio-Interview: Er verspricht, dass die Hackerangriffe aus Russland nicht ohne Konsequenzen bleiben werden. Video: Reuters/NPR

Zuvor hatte bereits Obama-Berater Ben Rhodes dem russischen Staatschef eine direkte Verantwortung für die Hackerangriffe zugewiesen. «Nichts von derartiger Tragweise» geschehe innerhalb der russischen Regierung, ohne dass Putin davon wisse, sagte er dem Fernsehsender MSNBC. Putin sei letztlich als oberster Amtsträger «für die Taten der russischen Regierung verantwortlich».

TV-Beitrag von MSNBC. (Video: Youtube/MSNBC)

Der Sender NBC News hatte berichtet, dass Putin selbst Anweisungen für den Umgang mit gehackten E-Mails der US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gegeben habe. Der russische Staatschef habe dies anfänglich aus Rache getan, weil die Demokratin als Aussenministerin öffentlich die Rechtmässigkeit der russischen Wahlen von 2011 in Frage gestellt habe, meldete der Sender unter Berufung auf zwei hochrangige Geheimdienstverantwortliche.

Putin: «Lächerlicher Unsinn»

Später habe Putin dann sein Vorgehen ausgeweitet, um das politische System in den USA als korrupt darzustellen, hiess es in dem Beitrag weiter. Putins Sprecher Dmitri Peskow wies die Vorwürfe als «lächerlichen Unsinn» zurück. Auch der gewählte US-Präsident Donald Trump hat in Abrede gestellt, dass Russland hinter den Cyberangriffen auf die Demokraten stecke. Der Republikaner zog entsprechende Informationen durch die US-Geheimdienste in Zweifel.

«Wenn Russland oder irgendeine andere Einheit gehackt hat, warum hat das Weisse Haus dann so lange gewartet, um zu handeln?», schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. «Warum haben sie sich erst beschwert, nachdem Hillary verloren hat?».

Allerdings hatten zwar nicht das Weisse Haus selbst, jedoch Geheimdienstkoordinator James Clapper sowie das Ministerium für Innere Sicherheit einen Monat vor der Wahl Russland beschuldigt, hinter den Cyberattacken zu stecken. Die Hacker hatten interne Mails der Parteiführung der Demokraten geraubt und waren auch in den Account von Clintons Wahlkampfmanager John Podesta eingedrungen.

Obama hatte in der vergangenen Woche eine umfassende Untersuchung der Cyberattacken angeordnet. Der Bericht soll ihm noch vor seinem Ausscheiden aus dem Amt am 20. Januar vorgelegt werden.

Clinton gibt Putin Mitschuld an Wahlniederlage

Die unterlegene US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat laut einem Zeitungsbericht Putin eine Mitschuld an ihrer überraschenden Niederlage gegeben.

Ihr Scheitern bei der Wahl am 8. November sei das Ergebnis von zwei beispiellosen Ereignissen, sagte Clinton heute laut einem Bericht der «New York Times» am Vorabend bei einem Abendessen mit Wahlkampf-Spendern.

Rache für Wut des Volkes

«Putin hat mich öffentlich für den Wutausbruch seines eigenen Volkes verantwortlich gemacht», zitierte die «New York Times» Clinton. Wahlentscheidend sei auch das Vorgehen von FBI-Chef Comey gewesen.

Dieser hatte rund zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl den Kongress informiert, dass seine Behörde im Zusammenhang mit Clintons E-Mail-Affäre neu aufgetauchte Korrespondenz prüfe. Zwei Tage vor der Wahl erklärte Comey dann, in den neu entdeckten E-Mails seien keine Hinweise auf strafbare Handlungen gefunden worden. (chk/sda/afp)

Erstellt: 16.12.2016, 21:13 Uhr

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