Kubanische Flagge in Washington gehisst

Historischer Moment nach 50 Jahren Eiszeit: Kuba und die USA eröffnen wieder Botschaften im jeweils anderen Land. Differenzen wird es trotz Annäherung aber weiterhin geben.

Hängt nun zwischen Kroatien und Zypern: Die kubanische Flagge in Washington. (20. Juli 2015)

Hängt nun zwischen Kroatien und Zypern: Die kubanische Flagge in Washington. (20. Juli 2015) Bild: Pablo Martinez Monsivais/Keystone

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Es ist ein Meilenstein für die USA und Kuba. Die kubanische Flagge mit fünf blauen und weissen Streifen und einem roten Dreieck mit einem weissen Stern wurde an einem Fahnenmast in der imposanten Marmorlobby des State Department in Washington gehisst. Die Flaggen der Partnerländer der USA sind dort in alphabetischer Reihenfolge platziert: Kubas Flagge hängt nun zwischen Kroatien und Zypern.

Die Interessenvertretungen der beiden langjährigen Erzfeinde im jeweils anderen Land bekamen wieder offiziell den Status von Botschaften. Die kubanische Flagge sollte später auch an der kubanischen Botschaft in Washington gehisst werden.

Das herrschaftliche Anwesen knapp drei Kilometer nördlich vom Weissen Haus diente Kuba schon vor dem Abbruch der Beziehungen 1961 als diplomatische Vertretung. Seit 1977 war in dem Gebäude die Interessenvertretung des Landes untergebracht, unter der Schirmherrschaft der Schweizer Botschaft.

Ideologische Kluft bleibt

Trotz der Rückkehr zu vollem diplomatischen Status müssen sich beide Länder über vieles noch einig werden. Ungeklärt ist etwa die Frage der Entschädigung für auf Kuba beschlagnahmten amerikanischen Besitz, aber auch ein möglicher Schadenersatz für die Folgen des seit 53 Jahren geltenden US-Wirtschaftsembargos gegen Kuba. Überhaupt pocht Havanna auf ein Ende des Handelsembargos. Washington wünscht sich hingegen eine Verbesserung der Menschenrechtslage und mehr Demokratie auf der Karibikinsel.

«Es ist ein historischer Moment», sagte der langjährige kubanische Diplomat Carlos Alzugaray mit Blick auf die Wiedereröffnung der Botschaften dennoch. Es werde weiterhin Differenzen zwischen beiden Ländern geben, zwischen denen eine tiefe ideologische Kluft herrscht. «Doch die Art, wie die Konflikte behandelt werden, hat sich völlig geändert», sagte er. (slw/sda)

Erstellt: 20.07.2015, 08:11 Uhr

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