Trumps Vize engagiert Blatter-Anwalt

Mike Pence befürchtet, in die Russland-Ermittlungen hineinzugeraten. Er holt sich ausgerechnet Hilfe bei einem, der selbst Verbindungen zur Affäre hat.

Gerät in den Fokus von Trumps Russland-Affäre: US-Vizepräsident Mike Pence (rechts).

Gerät in den Fokus von Trumps Russland-Affäre: US-Vizepräsident Mike Pence (rechts). Bild: Keystone

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Im Fokus der Ermittlungen über mögliche Russland-Kontakte von Donald Trumps Wahlkampfteam war bislang vor allem der Präsident selbst. Nun wird aber auch Mike Pence immer mehr hineingezogen. Der US-Vizepräsident hat verschiedene Verbindungen zu den Untersuchungen.

Da wäre zum Beispiel seine Anstellung in Trumps Wahlkampfteam: Diese soll Paul Manafort eingefädelt haben, der damalige Wahlkampfleiter, der später in Untersuchungen über finanzielle Beziehungen zu einer prorussischen Partei verwickelt war. Dann wurde Pence von Trumps ehemaligem Sicherheitsberater Michael Flynn über dessen Kontakte mit russischen Beamten belogen – und wiederholte die inkorrekten Aussagen öffentlich. Und schliesslich war Pence auch einer der wenigen, die Trump konsultierte, als er die Entlassung von FBI-Direktor James Comey überdachte.

Die Schilderungen gewisser Abläufe hinter den Kulissen könnten für Sonderermittler Robert Mueller interessant werden. Gut möglich, dass er den Vizepräsidenten dereinst als Zeuge vorlädt. Deshalb holt sich Pence jetzt Hilfe vom renommierten Strafverteidiger Richard Cullen. «Er wird den Vizepräsidenten während der Ermittlung unterstützen», bestätigte sein Sprecher gegenüber der «Washington Post».

Anwalt von George W. Bush und Sepp Blatter

Cullen hatte schon viele öffentlichkeitswirksame Aufträge und illustre Klienten. Bei der Neuauszählung der Präsidentschaftswahl in Florida im Jahr 2000 war er Teil von George W. Bushs Rechtsabteilung. 2010 half er Elin Nordegren bei ihrer Scheidung von Golfstar Tiger Woods. Und 2015 vertrat er Sepp Blatter. Dieser heuerte Cullen an, als die Fifa wegen Korruptionsvorwürfen immer stärker unter Druck der amerikanischen Justizbehörde kam.

Der neue Strafverteidiger von Pence hat ausgerechnet eine Verbindung zu Ex-FBI-Direktor James Comey, der kürzlich von Trump entlassen wurde und den Präsidenten der Einmischung in die Russland-Ermittlungen beschuldigte. Cullen und Comey arbeiteten einst zusammen bei der Anwaltskanzlei McGuireWoods und freundeten sich dabei anscheinend an. Denn Cullen ist heute Götti von einem von Comeys Kindern.

Pence hat laut einem Berater mehrere Wochen lang verschiedene Kandidaten angehört, bevor er sich für Cullen entschied. Die Bekanntmachung seiner Wahl folgte nur einen Tag nachdem öffentlich wurde, dass Sonderermittler Robert Mueller in der Russland-Affäre eine Untersuchung gegen US-Präsident Donald Trump eingeleitet hat. Dieser heuerte vor knapp einem Monat mit Marc Kasowitz ebenfalls seinen privaten Anwalt an, der ihm helfen soll, die Ermittlungen schadlos zu überstehen. Die Vorwürfe der Justizbehinderung bezeichnete Trump als «grösste Hexenjagd in der Geschichte der amerikanischen Politik».

Kurz darauf doppelte der unter Druck geratene Präsident nach: «Gegen mich ermittelt wegen der Entlassung des FBI-Direktors derjenige Mann, der mir sagte, ich soll den FBI-Direktor entlassen», unterstellte Trump auf Twitter. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.06.2017, 12:16 Uhr

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